Samstag, 5. Januar 2013

Der Ordnung wegen

Das neue Blog:
http://monsieurmanie.wordpress.com/

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Der manische Versuch wird demnächst von der Bildfläche verschwinden.

a.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Das Ende aller Dinge

Das Gefühl - Afterlude

1.
Die Jahre, und Stunden, alles Händchenhalten und das Uneins-Sein, die großen Klagen: Wer hätte gedacht, die Natur des Menschen sei ständiges Versuchenmüssen?

(Jeder).

Man wächst eben über sich hinaus. Nirgendshin, wenn man's genau nimmt. Aber man wächst. Noch den Sternen den Raum nehmen, und jedem Gedanken die Enge. Sich halsstarr verlieren wollen - und Abschied nehmen: Vom gestrigen Menschen. Vom Menschen, der man gerne geworden wäre. Vom Menschen, der man sein musste. Und nichts sonst, eine Skizze allenfalls. Da gibt's keine klaren Linien, da gibt's keinen Dreh- und Angelpunkt, kein Fertiges. Das hier ist nicht Malen-nach-Zahlen. Ich bin farblos an zu vielen Stellen. Manchmal vergesse ich alles Gelb, und Grün. Ich bin nur blau. Und rot. Also von vorn. Sagt man. Also von vorn.

Den Atem einholen wie ein Fischer das Netz.
Los!

Aber dreht sich denn keiner um?, fragt einer. Und tatsächlich: ein Blick zurück wirft einem alles wieder um. All diese Photographien, die Notizen und Briefe, die gelesenen Bücher, die ungelesenen - gibt's eigentlich kein Ende, sondern nur Verknüpfungen? Der neue Anfang bleibt hinter sich selbst zurück. Muss das so sein, geht's denn nicht anders?

Renn schon, gibt die Welt als Antwort, Nimm deinen Anlauf. Und man macht's. Das Ergebnis, dieses ewige Springen, das heißt: Das Sterben ertragen lernen. Ein Sterben, das ein Leben lang dauert - was?, wie viel? 26 Jahre. 30, vielleicht. Oder mein Gott, so viele Leben mehr. Ein unermüdliches Scheitern. Und noch mal, und zweimal mehr, und bis zum Ende: Höher. Schneller. Weiter. Sei stark, sei tapfer. Es bleibt keine Zeit.

Mancher lernt da aus seinen Fehlern, und verliebt sich nicht mehr, und nennt das klug, und ein anderer, ach, der liebt immer und lernt nicht, und nennt es Leben - wer hat da jetzt den Schaden? Wer muss für den Spott noch sorgen? Fehler sind unausweichlich. Und die Hoffnung auf Glück? Ist menschlich.

Newsflash: Wir wissen alles. Wir haben's längst kapiert.
Aber die Fehler, die gehören immer noch uns.
Wir müssen nicht mehr um sie rennen.


2.
Ich habe den Abschied geübt, viele Male.
Deinetwegen,
ihretwegen,
seinetwegen,
euretwegen.
Und immer: meinetwegen.
Jedes Wort eine Tür, und jede ein Ausgang. Jeder Blick ein Verlieren. Da lassen sich schwer Entscheidungen treffen; stattdessen schließt man Wetten ab, man macht Kompromisse: Dein Ratschlag und all diese Verpflichtungen... Das Bauchgefühl sagt Hunger, und nicht: Schmeiß alles hin. Wie unklug, eigentlich. Wir könnten Könige sein. Wie der Wind, der um die Häuser zieht, und jede Wand hätten wir zum Fenster gemacht: Jede Bewegung reinste Poesie - so viel, dass einem kotzübel davon wird.

Und wenn das Herz nicht mitmachen will? Ja - dann verletzt man sich eben. Oder sagt Nein dazu. Oder man leidet wie ein Hund, und weint sich die Augen blau-fast-lila und denkt: All dieses Heulen gegen die vollsten Monde, jede Nacht hat sich unseretwegen besoffen, und wir hatten nur gelacht - so ist das jetzt: Man kriegt alles zurück. Und überlebt.

Und wenn nicht, dann war's entweder ne beschissene Show, oder bestes Entertainment. Die Dinge sind unbestimmt - sie gehen in alle Richtungen zur gleichen Zeit, da gibt's kein Oben. Höhepunkte gibt's auch unten, sie heißen dort nur anders.


3.
Jeden Tag trainiere ich das Menschsein, ahme sie nach, all die Gesten und betonten Vokale, die Bewegungen und Erinnerungen; jeder Tag ist ein Neuanfang. Ein Fallengelassenes, das man wieder aufnimmt. Lächeln und die Hand hält die Tür; dieser Zorn in den Augen, und das Messer im Mund, das alle andren Worte kappt - und nichts als Spiegeleien. Fremdheiten. Andersartigkeiten. Keiner meiner Finger ist richtungsweisend. Ich zeige nirgendshin. Manchmal kann ich mich damit abfinden.

Und manchmal nicht.

Dann ist mir alles Widersinn und Niederschlag. Das Fett in den Fritteusen. Der Mangel an Lebenszeichen in der U8. Die Sehnsucht nach Fernweh oder: der Durst vor vollen Gläsern. Alle Konstrukte wie Spinnweben: Das Warten an leeren Straßen vor roten Ampeln. Das andächtige Räuspern vorm Tod, der alles nimmt, aber das betretene Schweigen angesichts des tobenden Lebens, das alles ist. Freiheiten, geschickt fußgefesselt und handgeschellt, jetzt als Pflicht und Mindeswert: Wie soll man nicht nicken, wenn sich der Kopf nur schütteln will? Wie will man nicht das Ja schälen und schälen, bis nichts bleibt außer der Nein-Kern, der stachlig ist und wehtut bei jedem Biss. Nein: das ist es nicht. Nein: das war es nie.

Was aber ist? Wer blieb nach fünf Jahren? Was ist sich gleich?

Noch immer zerrinnt mir Geld unter den Händen, und ich verstehe nicht, wie man es so anbeten, wie man es lieben kann. Überall seh ich Substitute, und drum herum: Eine entleerte Welt.

In Wien stürzt ein Mann auf der Straße, und niemanden interessiert's - außer... Ja, außer - vielleicht, ja, dich da, ja. Und wenn nicht? Achter Höllenkreis, Mitte links, keine freie Platzwahl. In Berlin rumort es stattdessen auf allen Tanzflächen. Und in den Straßen sammelt sich Wut und das Glas eingeschlagener Fensterscheiben. Geburtswehen - überall; Vorbeben. Im Zittern der finsternsten Nächte geh ich mit zerrauften Haaren und locke den Wahn aus den Schatten, das Stöhnen der Betrunkenen und Irren, die versteckten Hysterien - überall tränke ich die Menschen mit meinen Ängsten und Sorgen, infiziere sie mit meinen Stimmungen. Dabei ist das nichts Besonderes, wir alle sind einander Virus und Impfmittel, wir fiebern einander. Ich atme nur mit mehr Wucht mein Lachen aus. Wer es einnimmt, erkrankt meiner.

Als Flackerlicht suche ich Beständigkeit. Als schneller Lärm die Ruhe. Aus der Natur ist keine Rettung zu erwarten. Lieber stürze ich mich hemmungslos in jede erdenkliche Art der Beziehung - und stürze sie nieder, reiße sie mit in einen Wirbel aus Obsession und Widerstand. Auch das ist keine Kunst. Ich bin nicht anders als andere. Ich altere nur schneller.


4.
Hör zu. Und sie hören. Schau hin. Und sie sehen.
Auf das Wunder gilt Patentrecht. Heißt es.
Aber wann greifen endlich die Regeln des Pythagoras im echten Leben? Die ersten drei Sätze der Thermodynamik? Sag mir, wo ist die Tangente zwischen Biomilch und Importtomaten, wo das unbestimmte X Quadrat, wenn alles Straße ist und Demonstrationsgeschrei, wo ist sie - die logischste aller Welten, von der jeder immer spricht? Es folgen abgenutzte Phrasen in Gastrollen. Sie sagen: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Sagen: Übung macht den Meister. Man hört von einer Gesellschaft, die alles kann, wenn sie nur will, und steht vorm Nichtwollenkönnen, vor Wänden steht man, da liest man immer noch: Arbeit macht frei, aber jetzt steht Gucci drüber, und H&M. Vor fetten Vögeln steht man, vor faulen Meistern: der Weltschmerz als Stillleben. (Mit drei L. Und vier Millionen funktionale Analphabeten im Land, die es nicht verstehen).


5.
Sich entgiften, denk ich, und lege Bon Iver auf. Dass ich dabei an Chris McCandless denke - besonders bei Michicant -, ist unausweichlich; es passiert mir immer wieder...

In mir steckt ein rastloses Erinnern.

Weniger wollen, sag ich, und geh unters Wasser - weniger wollen -, und lass das Wasser ewig laufen, heiß-fast-kochend, weniger wollen: Diese spanische Nüchternheit, dieser Kernseifengeruch von fernen Träumen - sich darin einrichten, ohne Staub anzusetzen. Geld sorgt dafür, dass das Echte dem Falschen Platz macht, denk ich flüchtig, und geh vom Dunklen ins Helle zurück und andersrum, und seh den Nachbarn am Fenster. Wir sehen uns an. Nicht lange eigentlich. Keiner zählt die Sekunden. Ich halte das Glas unter den Hahn, er nimmt sich eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank.

Im Bus hatten wir uns gegenüber fremd gesessen. Auf der Straße dann, da war ich sein Rückenwind gewesen. An der Haustür der tote Winkel, ein Schulterblick, und ein Grund, sich die Kopfhörer vom Kopf zu nehmen, um nichts zu hören - außer Durchgangsverkehr. Niemand hatte gelächelt. Niemand gegrüßt. Jetzt, am Fenster, da wurde es auf einmal ganz klar: Jeder in seiner Wohnung, jeder in seinem eigenen Leben, und nur ein einziger Blick ins Andere, ins Drüben reichte, und man wurde Mensch. Ganz plötzlich. Unwiderruflich.

Es gab kein Zurück mehr.
Eigentlich hatte es Zurück noch nie gegeben. Alles Annahmen, faule Ausreden. Versatzstücke. Vielleicht verdient man die Müdigkeit, mit der man morgens um 5, 6, um halb sieben die Restwärme unter der Decke sucht. Vielleicht lacht der, der als letztes lacht, tatsächlich nicht am besten, sondern bloß allein. Es ist nicht egal, es kann nur niemand offiziell bestätigen. Die Zeiten, Vergangenheitsformen, und durchlebten Phasen, enden nicht. Sie bleiben wie ein Echo in einem zurück, und durchhallen jedes Wort, und jedes Fühlen. Der Mensch als Resonanzkörper, das bin ich.


6.
Zuhause. Mit der Hand streife ich alles, was fiel und liegen blieb, was vergessen wurde. Flüchtige Notizen, Zettel und Zeitungsausschnitte...

Wohin -- in welchem Wahn, und seit wie vielen Jahren schon?
Keine Antworten, nur mehr Fragen. Andeutungen.
Staub in den Vorhangfalten.
Löcher in den Wänden, wo früher einmal Nägel waren.

Ein Mausoleum hab ich mir gebaut, einen Tempel für tote Götter.

Zu viele Du, die durch alle Zimmer gehn, die Chaos bringen. Namenlose Gesichter, gesichtslose Namen - eine Schwere, die sich wie Staub auf alle Dinge legt, die sie überlagert, wie es nur menschliche Haut kann... Es bleibt die Suche... Das Bedürfnis noch in der kältesten Nacht des Jahres die Fenster zu öffnen. Die Sehnsucht nach Weite. Nach Horizont. Draußen dann scanne ich den Boden ab, suche einen Mittelpunkt aller meiner Blicke. Flüchtig fremdes Augenlicht. Ein Tasten wie mit Händen.

In manchen Stunden ist mir jedes Wort Frühling und Aufblühen von Licht - eine Helligkeit, wie sie's nie zuvor gab: hell, und mild, ein Nebellicht, das allen Dingen Kontur und Dichte gibt. Dreidimensionalität. In anderen Stunden... da wird mir jedes Lachen im Mund bitter wie Galle; ich verziehe jeden Satz zur Grimasse und spucke Gift. Ich werde stiller dann. Denke nicht. Fühle nicht. Alle Enden und Ecken heben sich auf. Das ist es dann. Das Ende aller Dinge.


7.
Zu spät begreife ich. Was alles war, mein ich. Welche Möglichkeiten sich gegenseitig ausschließen mussten. Welcher Hunger übrig blieb. Es ist sich in manchen weinvollen Tagen auch völlig gleich.

Ich hab mir immer erhofft, am Ende kämen alle Fäden noch mal zusammen. Es gäbe den Abschied im ganz großen Stil. Ein Résumé. Man nimmt die Bilder zur Hand, die Erinnerungen - die Dinge, die bleiben, die alle Zeit überdauern - und lässt sie zurück. Für jemand anderen. Für jemanden, der vielleicht noch nach Jahren die letzten Zeilen findet. Der sagt: Das war er, jetzt hab ich's verstanden. Aber am Ende ist niemand mehr da. Etwas Anderes ersetzt das Ende.


8.
Wir saßen beide in meinem Zimmer, beim Fenster. Draußen fielen Laub und Sonne gegeneinander, und alles war golden. Ich will nicht entscheiden. Das war's, was ich sagte, und ich war so müde, und selig in dieser Müdigkeit. Wie irgendein Alltagsgegenstand, den man nicht seiner selbst willen brauchte: Ein Türknauf, ein Flaschenöffner, eine Wäscheklammer.

Gesund war ich, und wach nach acht Stunden Schlaf, und einer Stunde Sex, an diesem Sonntag, dem letzten, den wir in diesem Jahr haben würden, und saß am Fenster, ein zweiter unter der roten Decke, und ich wusste alles. Alles. Das heißt nicht, wie es ausgehen würde. Sondern nur, was als nächstes kam.

Es war immer dieses unbestimmte Verlieren und Nicht-haben-Können. Der Verlust, der nicht endet: Die besten Freunde. Die Mutter, die zur Fremden wurde. Das Zuhause, das mehr Baustelle blieb, und Konzept, als Schöner Wohnen. Die Liebe... ja, all dieses Jane-Austen-Geschwätz von der Liebe: Leerstellen aus dutzenden Frauen, Männern und Illusionen. Versuche - tausende. Die Manien, die Depressionen, die Erkenntnis, die einem entgleitet, die einem vor den eigenen Augen auseinanderbricht, die sich auftut wie ein Abgrund, und dort dann: nur noch mehr Spiegel. Und trotzdem Glück. So viel glasklares Murmelglück, morgens und nachts und mittags um 2, als wäre alles Sehnen genug, und ein flüchtiger Kuss auf der Rosenthaler Straße alles, das Tanzen und Gesundenwollen, das Gieren nach mehr und Nicht-satt-sein-Können.

Distanzen, die so groß sind, das ganze Ozeane zwischen uns passen.
Herzen, die ohne Medikamente nicht mehr ruhig schlagen können.
Staub und Staub. Nein und nein.

Als ich alles wusste, wusste ich nichts. Es war nur ein anderer Abschied; eine weitere Gefälligkeit allenfalls. Morgen zum Friseur, danach: Einkaufen. Und alle sieben Jahre eine Sinnkrise? Denkste! Jeder Tag ist meine Krise, und ich weiß, weiß wirklich, habe stets gewusst, was besser gewesen wäre, und wie es eigentlich ginge. Aber Aber-Sagen. Das ist Freiheit, und darum ging's. Die Musik noch so laut hören, und das Ertauben in Kauf nehmen. Das Gewöhnliche feiern wie ein Fest, und der Leere widerstehen. An alle Wände deinen Namen schreiben, und auf meine Haut einen Kondenshauch deiner Abwesenheit. Sich selbst so weit aus dem Fenster lehnen, dass ein Sturz nicht nur möglich, sondern unausweichlich ist, und trotzdem endlich den Horizont sehen - irgendeinen. Und sich dann vielleicht sogar selbst nach draußen stürzen.

So viele Möglichkeiten, und zu allen sagt man Ja. Und findet sich dann irgendwann mit dieser einen Entscheidung auch tatäschlich ab. Du bist X, und X bist du für immer. Dabei ist man nichts ganz, und schon gar kein X: Unschärferelationen - daraus bestehn wir. Das ist unser Ding. Stattdessen: die Frage, ob es nicht anders besser gewesen wäre, - fragen statt alles über den Haufen zu schmeißen. Was ist damit, es einfach doch noch auf den letzten Drücker zu riskieren? Doch noch den Absprung zu schaffen? Und wenn der nicht gelingt, dem Pech allen Widerwillen entgegen halten. Lauter lachen, als alle anderen. Sie aufknüpfen, zur Not, aber lachen. Ohne Humor kein Überleben.

Und dann, als der Gedanke zur Hintertür wieder verschwand, und diese, deine Hand zum letzten Mal auf dieser, meiner Brust zu liegen kam, blieb nichts als Schweigen. Wir sahen uns an, und verstanden. So hieß es zumindest in den Büchern. Ich glaube, in Wahrheit verstanden wir nichts.


9.
Man wächst, man hört nicht auf damit.
Selbst im Tod wachsen wir über uns selbst hinaus.

Und dann?

Die Schallplatte, ich nehm sie vom Drehteller. Ordne die Unterlagen, die Rechnungen. Das Gesicht im Spiegel ordne ich nicht. Manche Dinge müssen so bleiben, wie sie sind. Danach räume ich das ganze Zimmer auf, staple die Büchertürme neu, wechsle die Bettwäsche, die nach Sexschweiß stinkt, und fremden Erinnerungen, - es gibt noch so vieles zu sehen. Zu tun. Das alles dauert Stunden. Tage. Jahre.

Es ist Zeit zu gehn. Sag ich, als ich endlich fertig bin. Und Joseph nickt. Also umarme ich Zoey, umarme Joseph, dreh mich noch mal nach allen Seiten um, zu dem offenen Fenster hin, zur Donaustraße, zu Berlin. Zu einer weiteren Vergangenheitsform. Zoey sieht traurig aus; ihr Gesicht ist vom Abschied ganz zerschlagen.

Es ist Zeit zu gehen.

Draußen auf der Straße ist es kalt, die Wände um mich finden kein Ende, aber das macht nichts. Ich finde trotzdem einen Weg.



Montag, 21. November 2011

Das Gewicht der Liebe

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1.
Du lässt mir nichts als Bedrängnis, als Widerrede und Widerspruch, nichts lässt du mir ganz. Keinen Namen, und kein Herz. Also versiegle ich mir den Mund mit deinen Lippen.

2.
A. hat sich verändert. Er ist größer, ist kleiner, ist ungleich 2. Das ist einer, der zur Begrüßung nicht stehen bleibt - der fällt dir in die Arme wie Brennholz, der geht dir in Flammen auf, und mit ihm deine eigenen Hände.

3.
Wie viel Tag bleibt übrig? Wie viel Nacht?
Ich seh ihm dabei zu, wie er einen Teelöffel voll Honig in den Quark mischt; er isst mit Kussmund und geschlossenen Augen. Er verlangt weder nach Brot, noch nach Kaffee, er braucht kein Frühstück am Tisch, wo man sich wie Scharfrichter gegenüber sitzt, jeder mit einem Henkerschwert in den Fäusten und ein spitzes Wort auf der Zunge: Urteil auf Urteil, so folgt man der Sitte. Das muss ich nicht haben.

4.
Was ein Gedanke sein will, und meistens keiner ist: Dutzende Menschen ergeben sich nicht der Lust. Auch ihrer Bestimmung folgen sie nicht. Stattdessen ist jeder damit beschäftigt, diesen einen, diesen ganz gewissen Zustand aufrecht zu erhalten. Liebe? Ja, aber bitte mit Freiheiten. Und Freiheiten nur mit gewissen Sicherheiten. Am Ende haben sie dann nichts von beidem, und seufzen viel.

5.
Wir stehn uns gegenüber wie Flüchtlinge; wir lassen uns kaum aus den Augen. Wir sehn uns so an, als wären wir offene Fenster, ein Ausblick aufs Meer. Alles, was man vom Leben wollen kann.

6.
Wie viele Jahre soll das eigentlich so weitergehn? Unbeantwortete Anrufe, Nachrichten auf dem AB. Blinklichter einer verlorenen Jugend. Immer, wenn du in der Stadt bist, knallen mir die Lichter aus; ich bin reizbar, vergesslich, besinnungslos. Ich sehne mich nach Vergessen, und Ruhe, nach einem Nachmittag im Park, wo die Sonne scheint und wärmt; ein Tag am See, der endlos ist und voller umgeschlagener Seiten; am Abend dann der Rotwein aus bauchigen Gläsern und Kerzenlicht... Ein Cliché wünsch ich mir zurecht, einen fernen, unglaubwürdigen Traum...

Stattdessen: Das Riesenrad und sein müdes Flimmerlicht - von ganz oben winkt ein pinker Handschuh ganz nach unten, und keiner winkt ihm nach. Lautstärken, die sich verdoppeln: Karussellmusik, Geschrei, Hundebellen. Wir sitzen im TXL beieinander. Deine Beine, meine Beine, ganz viel Hitze dazwischen.

Und ganz viel Hass drum herum.
Die tolerante Gesellschaft ist eine erlogene Gesellschaft. Das weiß ich jetzt. In diesem Bus ist niemand tolerant. Ich spüre Blicke wie Nadelstiche; die ganze Fahrt über verlangt es Mut, deine Hand zu halten. Beim Aussteigen werden wir vorwärts gestoßen. A. lacht. Ich stoße zurück. Es kommt fast zur Schlägerei. Was die Leute sich einbilden, hör ich irgendwen sagen, und denke: Ja, was diese Scheißleute sich bloß einbilden.

7.
Nothing hurts but your mouth*

Zoey sitzt mit Joseph in der Küche, und beide sehn auf, als wir reinkommen. Wir sind wie Brüder, wie Diebe, wie Mörder. Ich trage deine Tasche, und du meinen Schal. Ich hab vergessen, dass sie hier sind. Sage: Das ist A., und A. strahlt.

Wir haben uns schon getroffen, sagt Zoey und lächelt im linken Mundwinkel. Das macht sie wunderschön. Wir nicht, sagt Joseph, steht auf, wischt sich die Hände an der Schürze sauber, schüttelt A. die Hand, und setzt sich wieder; schneidet Karotten, Paprika, Zucchini. Sagt: Er sieht echt gut aus; das passt zu dir. Und zeigt auf den Schal.

Sie setzen sich nebeneinander, und Zoey fragt: Was machst du diesmal hier?, und A. sagt: Ich hab ein Shooting in Mitte, und Joseph fragt: Wofür?, und A. sagt: Fashion, Fashion, immer Fashion, und lächelt. Dialoge, die man ausführt wie Hunde. Nicht wie Debütantinnen. Könnte mein letztes Shooting sein, überhaupt. Bin nicht mehr bei 2Morrow, und bald auch bei keiner anderen Agentur mehr. Das ist alles nicht gesund. A. greift zu ein paar Karotten, kaut.

Es geht auf einmal ein Windstoß durch den Raum, eine Brise eigentlich, nur ein Hauch, der die Blumen in der Vase in Unordnung bringt, aber ich atme plötzlich Welt, atme ein ganzes Leben, eine ferne Kindheit und eine Jugend voller Wunder - was? Berlins Himmel sind alle weit, und das Licht ist wie geschaffen für einen trägen Tag im Bett. Ist das dein Leben? Ein ewig letztes Tanzen direkt am Abgrund,... Ein ewig Wollen, ein ewig Wollen. Ich sehe zu Zoey, die sich ihr kaffeenes Haar zum Zopf knotet, und zu Joseph, der das Gemüse schneidet, und zu A. Hier zerschellen alle Blicke. Hier bricht sich Feuer frei. Und mein Blick fängt Flammen.

Glück tut sich auf wie eine Tür, es ist ein Rippenstoß. Glück tut dir Gewalt an, es lässt dich zerschmettert zurück und voller Sehnsucht nach mehr. Es heißt immer: Vergiss nicht. Immer: Erinner dich. Immer: lebe ganz - mit allen Drohungen, mit allem Scheitern - lebe ganz. Und meide Kompromisse, sag Ja, sag Nein, und nie Vielleicht - entscheide dich. Alles führt zu diesem Augenblick, zu diesem einen, niemals reversiblen: Das ist dein Leben.


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8.
Wir sitzen beim Southern Comfort in der Küche, und du erzählst mir von Korsika. Von den Wolken dicht bei den Bergen und dem Rauschen der Korkeichen, den Gerüchen der Zypressen, Dattelpalmen, Feigenbäume... Du erzählst von dem smaragdgrünen See zwischen den zerklüfteten Felsen, der Weite der Sonne, die über alles Land strich und es erwärmte, und dem alten Mauerwerk in den Dörfern. Der schwarze Strand von Nonza. Du erzählst von dem Mädchen, das du geliebt hast - einen Sommer lang -, und dann an einen anderen verloren, und sie, ganz zierlich mit dichtem braunen Haar und braunen Augen und einer Haut wie Rohrzucker, sie war wunderschön - ach, warte, ich zeig sie dir: Und da, auf der Photographie, ist sie dann mit einer Sonnenbrille, den Kopf nach unten geneigt, und im Hintergrund ein beiges Haus mit grünen Fensterläden, ein blauer Himmel, groß, und weit, eine sonnige Wolke ganz in der Ferne; und sie lächelt.

Ich sage nichts. Höre nur zu. Lasse Korsika in mich einziehen wie einen Sommersturm. Alethea. Der Name klingt mir im Mund nach, ich will ihn immer wieder sagen.

9.
Ist das nicht alles, was ich vom Leben immer wollte?

Ich erzähle dir von Paris im Januar, den warmen Tagen, als wir in Schal und Winterjacken am Gare du Nord ankamen, im schwülen Regen zur Rue Lamarck, und nach Hause, in die Wohnung vom Parisien, in sein chaotisches Zimmer, wo wir saßen und lachten und Dido and Aeneas von Purcell hörten, wo wir in Kneipen mit fremden Freunden tranken, und der Blick vom Centre Pompidou - auf ein goldenes Paris. Ein ewiges Nachhausekommen ist diese Stadt, sind die Häuser und Straßen, die Cafés, die Büchereien, der Geruch in der Metro ist ein Erinnern...

Ich erzähle dir von København im Mai - den wilden Blicken am Morgen, und dem Hunger nach keiner Stunde Schlaf, vom Müll der vergangenen Nacht in der Strøget, dem vielen Regen, als wir ziellos durch Christiania gingen, mit dem Blick an den Häusern und Menschen, dem Hasch auf den Markttischen, und Unglauben und Wollenmüssen, und eine Fahrt mit dem Höhenkarussell im Tivoli, wo wir schrieen wie Kinder während die Kinder schwiegen, und die Tour durch die Kanäle, wo ein amerikanischer Tourist von Venedig sprach, das untergeht, und Luke in seiner Bar, wo er uns Getränke mixte, bevor wir abfuhren - in eine helle, fast weiße Nacht.

Von Barcelona im Juli erzähle ich dir, und all der Hitze in den Straßen, der Carrer de Còrsega, wo es laut war vom Lärm des asiatischen Restaurants und der russischen Familie unter uns, die viel fluchte und wenig lachte. Ich erzähle von Feliu Elias und seinem Bild - dem Bild des jungen Mannes in der Galerie -, das ich im Museu Nacional d'Art de Catalunya entdeckt hatte - und dem räudig-grauen Himmel über der Stadt,... Ich erzähle dir von Tomás in der Carrer del Tigre, über den ich bisher mit niemandem gesprochen habe, über sein nüchternes Zimmer und die Bücher von Lenin, Marx und die kritischen Schriften und Werksausgaben, sein wildes Haar, und erzähle von dem Konzert mit Don Toupo und seinem Kumpel Alex, und erzähle von einem Sommer unter dem rotierenden Ventilator, als alles Erwartung war und besseres Wissen und Sehnsucht nach Küssen.

Und London, im September - davon erzähl ich. Von der Irrfahrt vom Flughafen, dem Freitagnachtsirrsinn in der Liverpool Street, als uns die besoffene, junge Frau auf dem Gehweg nach was zu trinken fragte, und uns dann den falschen Bus empfahl; die Suche nach Kensington Garden Square und das übervolle Hotelzimmer, wo niemand schlief und die Wände blau erleuchtet waren vom Facebook-Widerschein; ich erzähle von der Suche nach der T-Bar, die es nicht mehr gab, weil man das Haus niedergerissen hatte, und dem Abend in Brixton, wo ich tanzte, und tanzte, und alles vergaß, was Kummer war und Ärger und wunde Herzen.

Ich rausche beim Erzählen, ich überschlage mich selbst, und du sitzt da, lächelst, fragst: Und was kommt als nächstes?

Ich stehe am Fenster und sehe raus, zu den gelben Bäumen hin, da auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Berlin vielleicht, sag ich. Diese immer andere Stadt,... Wo die Leute laut sind und grell, wo die Touristen vor den Rolltreppen stehen bleiben, wo man klar und gierig in die besinnungslosesten Nächte taumelt - mit Matthieu und dem Hedonisten -, wo man leichtliebt und schwerenttäuscht - nur in den Theatern nicht, wo aller Widerstand in sich zusammenbricht, oder auf den Konzerten, die vergessen machen, was es heute wieder für Probleme gab; die Nächte und Morgen, die frühen Stunden vor den Bäckereien, die nie früh genug öffnen... Ich weiß es nicht - einfach zu Hause sein, vielleicht. Oder Korsika.


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10.
Zwei Tage erst, dann drei sind wir zusammen. Erzählen und erzählen, und unsere Geschichten sind wie ganze Leben; sie wollen nicht enden. Und enden doch - ganz plötzlich.

11.
Am vierten Tag kommst du spät von dem Shooting und siehst schlecht aus, müde, verbraucht; ich erinnere mich plötzlich, wie es war, erinnere mich all der Vergangenheiten wieder, die man in die oberste Kiste zum Staub gelegt hat, zu den Photographien, die irgendwann gelbstichig werden: all dieses bessere Wissen...

Das Bisschen Haut,
das uns vom Herzen trennt.
Das Bisschen Mund und Lippen,
das uns den schlimmsten Kummer bringt.

Am fünften Tag bringst du diese Frau mit, sie heißt tatsächlich Beatrice, und ich kann sie kaum ansehen, so schön ist sie. Mich umgibt zu viel Perfektion seit dem du im Haus bist, sag ich, und du lachst. Was ist an Perfektion schon schlimm? Wir alle wollen von schönen Dingen umgeben sein. Ich stattdessen, ich gehe an all den Spiegeln vorbei, als könnte ich mich an ihrem Bild verbrennen. Perfektion... Was ist Perfektion im echten Leben wert? Wie viel die Geschichten, die Berührungen, das Herzflimmern...?

Ich sitze über den Photos. Zoey. Wie war ihre Liebe leicht, und unbestimmt, ihre Geruchlosigkeit, ihr kaffeenes Haar, die tiefbraunen Augen, ihre Aprikosenhaut... Ich erinnere mich ihrer, als säße sie nicht zwei Meter weiter in der Küche, und spräche nicht mit dieser Beatrice über Tokyo. Komisch, wie die Dinge zu Selbstläufern werden, wie sie unserer Kontrolle entgleiten und einen Wirbel erzeugen, der alles mit sich reißt, alles Wollen und Fühlen, alles Verstehen - warum nicht Zoey, warum nicht sie?

A. legt mir die schmale Hand auf die breite Schulter, und sagt: Komm mit, und ich drehe mich um und sage: Gleich.

Nein. Nicht in die Küche, sagt A., Komm mit nach Italien. Diesmal. Komm mit nach Mailand, ins Haus meiner Tante, es steht jetzt leer bis August nächstes Jahr, direkt an der Porta Magenta, du wirst es lieben. Du kannst da schreiben, denken, ich zeig dir die Stadt.

Eins, zwei, drei - wie viele Herzschläge noch, um mich zurück in Fugen zu setzen? Wie viel Atem, wie viel Blinzeln? Ich habe das Gefühl, die ganze Erde drehte sich um diese Antwort, the shade of things to come, und ich? Sage nichts. Kein Wort.

12.
Wir sind uns Magnet und Eisenspan, sind uns Treibsand und Wanderer - einer verliert immer, wird angezogen, eingesogen - umgebracht. Ich sterbe deiner. Ich kann nicht sagen, was es ist; was mich aufbraucht, mich entzündet und verbrennt, deswegen schweige ich deiner. Ich kann nicht Teil deines Alphabets sein. Kann nicht so sein, wie C., den du erst in Wien, dann in Paris zurückgelassen hast, oder wie I., die vergebens unter dem Flieder gewartet hat, gewartet, gewartet. Auf dich. Alle warten deiner.

Ich nicht.
Ich sehnsuchte nicht mehr.

Im Grunde tu ich überhaupt nichts. Ich gehe durch die Tage und Wochen wie ein Kind, unbedarft berühr ich die und den, verliebe mich schwer und entliebe mich leicht, vergesse Namen, Telephonnummern; ich bin dein Spiegelbild. Den Wind fängt niemand, den kriegt keiner zu fassen. Ich tanze und esse, lese, rede - leicht entschlüpf ich jeder Verpflichtung, ich gehe keine Bindungen ein. Nein. Das Gewicht der Liebe hab ich lang genug getragen, es ist mir zu schwer.

13.
Am sechsten Tag verabschieden wir uns, wie wir uns immer verabschieden. Ich will sagen, es sei jetzt endgültig vorbei, will etwas Pathetisches sagen können, etwas, das den Umfang dieser sechs Tage zusammenfasst, und deren Konsequenz, aber ich küsse dich, umarme dich - und lasse los.

When I am older,
I will change,
back to the way I once was,
when we first,
set our eyes on it.
**


Das ist alles.



*Bush, Mouth
**Panda Su, Eric is dead

Freitag, 18. November 2011

Die Sonne über Montevideo

1.
Zu Hause sein. Überall sein. Ich kann mich nicht konzentrieren. Beschäftige mich mit Kleinigkeiten. Alles ist wichtiger, als Jetzt-Zeit. Besonders abends.

2.
Mit Ian trinke ich die ganze Nacht bis 5 Uhr morgens, und der Gedanke ans Wieder-Arbeiten-Müssen bringt mich um den Verstand.

3.
Im Bett ist die Wirklichkeit immer ein Aufwachen weit weg.

4.
Mein Zimmer wird jeden Morgen kleiner und die Ferne hinter dem Fenster wirkt gigantisch.

5.
Der Himmel ist wie eine Drohung.

6.
Den anderen geh ich beharrlich aus dem Weg. Ich schließe meine Türen leise und vorsichtig, und trete nur mit den Zehenspitzen auf. Eigentlich kenne ich hier niemanden. Es sind Fremde im Haus. Ich finde ihre Krümel in der Küche, ihre Flecken, ihr benutztes Geschirr; im Badezimmer riecht es immer nach Bleiche, und weiße Kochschürzen hängen zum Trocknen über der Wanne. Manchmal höre ich ein Lachen durch die Wände, ein fernes, gackerndes Lachen. Meistens mache ich die Musik dann lauter.

Wie lange geht das bloß schon so?
Ich lösche Lichter und stelle die Heizkörper aus, beharrlich hauche ich Schatten und Kälte in alle Räume. Sehe missbilligend auf die Krümel, die Flecken, das benutzte Geschirr. Ich will nicht sprechen, mit niemandem; meine Sprache ist mir fremd im eigenen Haus.

7.
Du brauchst die Menschen auf, sagt Joseph und reicht mir den Teller. Er hat zu Mittag gekocht, es riecht nach Rosmarin, Mittelmeer, Sommer. Was ist mit diesem Engländer beispielsweise?, oder mit der Belgierin? Ich kaue, sage: Was soll schon mit denen sein? Die leben ihr Leben. Er sieht mich an, reicht mir das Wasserglas, schweigt. Ja... ja, sag ich. Sie sind mir zu viel.

8.
An manchen Tagen geht mir alles ganz leicht von der Hand. Jedes Wort fühlt sich richtig an, die Bücher lesen sich von selbst. An anderen Tagen bin ich selbst zum Aufstehen nicht in der Lage.

9.
A. ruft mich frühmorgens an; seine Stimme ist Kaffee und Croissant, ein Blick auf die Rue Lamarck. Du hast mit Leticia geschlafen, sagt er. Das ist schon ein Jahr her, sag ich. Dann: Schweigen. Dreißig Sekunden, vierzig. Eine Minute Stille und nur ein Atmen in der Leitung. Wann kann ich dich sehn, sagt er. Wie lange bleibst du diesmal, sag ich. Eine Woche.

Ein paar Minuten später, und ich lege eine Platte auf. Erst Chet Baker, Embraceable you. Dann Ella Fitzgerald, April in Paris. Sehnsucht - ein endloses Sterben.

10.
Anders, es muss anders gehen. Alles.

Donnerstag, 17. November 2011

Scharfschützen auf dem höchsten Glockenturm der Welt



Zwanzig Wege - keine Richtung, das ist der Augenblick: Am Mansardenfenster sitz ich mit der Teetasse auf dem rechten Knie und sehe runter, auf die Donaustraße, wo Menschen sind. Eine Hand voll Menschen. Ein Hund an der Leine. Ein Kinderwagen.

Berlin sollte viel größer sein,... Häuser, die einander überragen, die nichts als Schatten auf den Straßen lassen und kein Sonnenlicht - und trotzdem: Immer Helligkeit. Metropolis. Ein lärmendes, ein grelles Ungetüm sollte diese Stadt sein, immer schneller und mehr: Menschen, die sich gegenseitig auf zwanzig Wegen im Weg stehn - und keine Richtung kennen. Blühende Landschaften in Stein gehauen: Verfallene Starbucksruinen, Neonlicht-Leerstellen zwischen Ku'damm und Friedrichstraße, flüchtige Erinnerungen an Aldi und Schlecker. Stattdessen: Dröhnende Musik in allen Straßen...

Der Tee ist kalt.

Sich entwickeln heißt, sich seiner erinnern.
Sich seiner erinnern heißt, aufzuräumen.

Als Zoey ins Zimmer kommt, küss ich sie flüchtig auf beide Wangen, sage: Ich geh wieder heim, und nehme die schwarze, ausgebeulte Tasche bei den Ärmchen. Jetzt schon?, sagt sie, und schaut auf die Tasse am Fensterbrett. Draußen graut die Welt, es ist halb elf. Und was soll ich Joseph sagen? Fremder Hände Fingerknöchel in den eigenen Hosentaschen; ein Geschmack von Minze auf den Lippen; sachliche Leere auf dem Schreibtisch, und die Schallplatte, die sich dreht. Es sind die Fehler, die wir mit Leidenschaft wiederholen, die Dreiecksbeziehungen - in meinem Fall; der Drang nach Ordnung, die Sehnsucht nach Chaos. Ich habe Shakespeare im Kopf: I flam'd amazement: sometime I'd divide, / And burn in many places*. Übermaß, daran denk ich. An Lautstärke und übervolle Räume. Das dicht beschriebene Papier, die Bücher und Zettel, die ausgetrockneten Stifte, die Rechnungen, die leeren Flaschen, die Notizbücher... An mein eigenes Zimmer denk ich. Sag ihm, ich bin wieder zu Hause, sag ich. Und gehe.






*William Shakespeare, The Tempest

Sonntag, 13. November 2011

like marbles on glass



Durch ihr Zimmer geh ich mit seidenen Fingern, mit gefasstem Atem durch ihr Sonnenlicht. Alles ist sanft, und leer, nüchtern und still: Ein Holztisch unter dem Fenster mit zwei Stühlen links und rechts, und auf beiden jeweils ein Kissen; ein Sessel in der Ecke und daneben drei schiefe Bücherstapel; ein weißbezogenes Bett, sonst nichts. Im ganzen Raum: Sonst nichts.

Sie geht barfuß in die Küche, holt eine Tasse mit Tee, der schmeckt nach Honig und Kamille, nach einer Kindheit im Licht, mit der Hand der Mutter im Haar, und ich, an einem Sonntag, bin hier. Trinke. Atme. Schaue die Titel der Bücher durch. Kleist, Hofmannsthal, Rilke, Zweig auf der einen Seite. Nin, Vian, Enzensberger in der Mitte. Nietzsche, Camus, Baudelaire auf der anderen Seite. Sie sagt: Du lebst zu schnell, du bist nichts als Übermaß.

Ich fühle Herzschlag nach und Augenring, dem Raureif meiner Haut, dem kalten Dampf meines Mundes. Trotz aller Kälte ist ständiges Brennen in mir. Ständiges Wollenmüssen, und Nicht-anders-Können... So viel Ohnmacht in meinen Augen. Ich atme bis mein Bauch voller Welt ist, und rühre langsam mit dem Silberlöffel in der Tasse. Sie sieht mich an und mir ist, als sähe mich zum ersten Mal ein Mensch an in meinem Leben. Ganz, und ohne jedes Urteilen. Ihre kaffeebraunen Augen streifen den Wahn, der in mir ist, und alle Wut, sie streifen den Manischen und den Depressiven, alles Vergessen, und - sie lächelt.

Wie still es ist, im fünften Stock, mit dem Blick auf die Mansarden der Stadt, denk ich, und sag nichts.

Sie geht mit wiegenden Schritten ins Nebenzimmer, und bringt den Plattenspieler mit und ein Lied, das nach Herbst klingt, nach fallendem Laub und Wärme im Drinnen, und schenkt mir eine weitere Tasse ein. Was für eine Ruhe. Was für ein Frieden, denk ich. Und wackle ein bisschen mit den Zehen.

Sie legt sich auf ihr Bett, liest laut:

Et pourtant aimez-moi, tendre cœur! soyez mère,
Même pour un ingrat, même pour un méchant;
Amante ou sœur, soyez la douceur éphémère
D'un glorieux automne ou d'un soleil couchant.*

Und Joseph betritt den Raum - groß und schlank und den Bart voll Sägespänen -, und setzt sich zu mir an den Tisch, sagt: Warum beißt du dich an dir nur so fest?

Später. Wir liegen zu dritt auf dem Boden, die Platte dreht sich unermüdlich, und immer von vorn. Wie viele Stunden?, wie viele Tage und Jahre, - ich bliebe für immer.




*Charles Baudelaire, Chant d'automne

Dienstag, 8. November 2011

Das Unglück von Blei und Tafelsalz

Ich dämpfe jedes Licht, und trinke den Southern Comfort direkt aus der Flasche. Schreibe Matthieu eine Kurznachricht, sage: Ich muss ganz viel vergessen; leben, und er antwortet nicht. Ich sitze im stillen, warmen Dunkel meines Zimmers, rieche nach McDonalds und Theater, nach fremder Leute Lachen, riech ich, nach unermesslich viel Zukunft und Möglichkeiten, und trinke. Ein Cliché, ein ganzes, statt bloß einem halben, ein voller Mund statt einem leeren: das ist genau das, was von mir erwartet wird; das ist, was ich tun muss.

Ich lege The Sparrow and the Crow auf,... Kratzen erst, dann einzelne Töne, dann Weite und Hall. If You Would Come Back Home schneidet tief,... und tiefer, aber eigentlich fühle ich nichts, niemanden, kein Doppeltes im Einsamen. Das ist, was bleibt. Die Genugtuung der Gesunden, die höfliche Distanziertheit der Unbeteiligten. Ein bisschen Smalltalk zwischen Kaffeemaschine und Müslischüsseln, eine Hand, die eine andere tätschelt. Vergessen, unbewusstes, unsinniges Vergessen, und eine Schaufensterreflektion, die sich dreht und dreht...

Drei Telephonanrufe bringen Unglück und Absurdität.
Einen beginnenden Schwanengesang, ein Sterben aller Nervenzellen. Einen Todgeweihten. Es bringt aus der Ferne alles an Schicksalsschlag und Krebsgeschwüren, was einem Genetik und Umweltverschmutzung bieten können. Und in Wedding stehen alle im Halbkreis um die angetretene Hundescheiße. Ich sehe allen ins Gesicht, reiße am Jackenkragen, weil mir die Luft ausgeht bei all dem Starren, und -- nichts. Gar nichts. Nichts als verzweifelte Zeiten, in denen jeder dem peinlichen Schweigen mit gemischten Gefühlen aus dem Weg geht, und lauter lacht, als es dem Raum zukommt, - der Raum der sich ausbreitet zwischen einzelnen Händen, und Geschlechtsteilen. So müde. Denk ich. So müde. Nichts als Gewöhnlichkeit, die nach einem greift und nivelliert und ins Nirgendwo zurückstößt, irgendwo irgendwer und ein Lächeln.

Als ich nach Hause komme, steht Joseph da und nickt, aber ich sehe keinen Joseph, Joseph gibt's nicht mehr, ich zerblicke ihn zu Asche und nichts als Asche, danach schmeckt er auch. Also geh ich an den Kühlschrank und hole die halbleere Flasche - halbleer, nicht halbvoll: nur noch wenige Schlucke -, und schlage die Kühlschranktür so fest zu, dass alles scheppert und wackelt, Ketchupflaschen, Olivengläser. Alles. Die Stimme sagt: Was ist denn mit dir los?, und ich antworte noch: Krebs, immer: Krebs, er frisst sich durch mein ganzes, beschissenes Leben - dabei weiß ich, dass mein Leben nicht beschissen ist, dass ich glücklich sein könnte und zufrieden, dass der Tod all jene bisher verschont hat, die ich liebe, und den ganzen emotionalen Scheiß, aber ich will es sagen, ich muss. Das ist meine Rolle: die des Schauspielers, der sich selbst spielt.

Am blinkenden Anrufbeantworter, wo aller Kummer gespeichert ist in Einzeilergedichten, geh ich vorbei und will ins Zimmer, da hält er mich fest, dieser Joseph, der so gerne in meinem Zimmer liest, weil da alles Ordnung ist, und Sinn. Jetzt werfe ich die Jacke von mir ab, und werfe sie zurück ins Dunkel, und die Flasche knall ich auf den Tisch und belle: Was willst du?, und er sagt: Was ist mit dir los?, und es ist mir ganz egal. Meine Finger riechen nach Pommes und gerade geschlossenen Türen, nach Selbstmord.

Raus aus meinem Zimmer, sag ich, Raus aus diesem Haus, und meine Stimme fühlt sich fremd an, geliehen. Durch mich spricht Vergangenheit und Unglück. Durch mich spricht nichts außer ich selbst. Aber das ist genug. Das reicht. Und er, dieser Joseph, der lässt meinen Arm los und geht rückwärts aus dem Zimmer, dem warmen, stillen Dunkel, wo die halbleere Flasche auf meinen Mund wartet, auf meinen Durst.

Auf meinem Handy ist auch ein Anruf von A.
A.
Ausgerechnet, und immer alle halbe Jahr.

Wie sich der Boden unter mir verschieft und verkrümmt, wie die Decken ins Ziellose gehen, und die Fenster krumm und wütend sich beugen. Ein Anruf, zwei, drei - viele, und alle bringen sie mir Salz und Gleisgewisper, bringen mir die Vergangenheit in einem einzelnen Seufzen und Müdigkeit. Das ist es?, dein Leben?, das ist die Summe der Gewöhnlichkeiten, und ich trinke einen weiteren Schluck.

Matthieu schreibt: Na aber gerne doch, und ich fühle mich erlöst. Für eine, für zwei Sekunden. Dann wuchert es weiter, das Dunkel, die Krankheit - ein Schicksal. Es wuchert und wuchert, es vergiftet mir die wachen, die hellen Stunden. Aber: Abschütteln, es von sich stoßen. Weitergehen. Wieder mal zu den besten Pornos wichsen. Sich auf der Party gehen lassen. Mit irgendwem Sex haben. Random Slut Behaviour. Nichts fürchten und böse sein, gewissenlos über den treusten Freund hinwegstolpern und ihn ein weiteres Mal zu Boden reißen, fressen und fressen und am lautesten lachen, obwohl uns die Ferne trennt, die Kilometer, das eigene Ich, das niemandem gehört. Auch einem selbst nicht. Lesen. Kotzen gehen. Weiter machen. Immer, und immer.

Das ist die Moral von der Scheißgeschichte hier: Du musst immer weitermachen. Egal, was dir zum Essen gereicht wird. Ob Blei. Oder Tafelsalz.

Freitag, 4. November 2011

Rückkopplungen

1.
Anfangs, würde ich irgendwann sagen, anfangs war alles noch ungewohnt, aber dann, ja, irgendwann, da war's dann fertig, die Pläne realisiert, die Ziele erreicht, und das ganze Chaos hätte sich mal wieder nur als Phase herausgestellt.

Und das Papier auf dem Boden, und all das Papier auf den Lippen, und das Papier in jedem einzelnen Gedanken würde sich sammeln und sammeln, bis Bücher draus würden, die irgendwer dann endlich ins Regal stellen könnte, und nichts wäre wie früher...

Alles ist später.

Ich schiebe Später vom Fenster zur Tür.
Schlafe, rede, schieb es nirgendshin, raus.

2.
Joseph sitzt mit dem Rücken zur Heizung, und liest Zola. Im Hintergrund läuft dieses Lied; die Sonne ist ganz müde und macht das Zimmer dunkler statt heller, - ich weiß nicht weswegen. Ich sitze bei der Ecke im Eck und esse. Vergesse. Zupfe mir Haar von der Zunge, träume. Frage irgendwann: Was machst du in letzter Zeit eigentlich so häufig hier?, und Joseph legt das Buch zu den andren und lächelt, sagt: Ich lese. Ich lese deine Bücher. Ich lese sie hier, weil ich dein Zimmer mag. Weil hier alles so klar ist, alles ordentlich und geordnet, weil ich hier weiß, wo die Dinge anfangen, und wo sie enden,... Stört es dich denn, dass ich hier lese?

Nein-nein, nur --
Schlafen - sterben - träumen vielleicht.
Hamlet.

Nein, sag ich, und schweige. Zwischen meinen Zähnen klirrt Abschied. Immerzu Wiedersehenwollen, und Sehnsucht. Selten Ankunft. Ich bin nirgends, selbst daheim nicht. Das sag ich nicht, das denk ich nicht. Ich fühl's nur.

Wie ganz sein? Wie nicht fremd werden? Und an der Welt erkranken,... ?

Ich stehe auf, und gehe ziellos von Buch zu Buch und greife nach Seiten. Lese. Atme aus. Atme ein. Gott, ein ganzes Leben in diesem schalen Atem.

Eine ganze Generation voller Genies in diesem Atem,
und ein Jubeln,
und Sterben,
etwas, das die Welt noch nicht gesehen hat,
ein Sterben, das keine Leichen lässt.

Wie wenig ich noch hier bin, wie wenig Mensch, und wie viel Welt stattdessen, wie wenig mir dieser Atem noch ist und meins, und mir und mich...

Joseph sieht rüber, und mich ansehen ist wie den Namen vergessen, wie Aufwachen und nichts mehr von den Träumen wissen. Ich negiere, und verschatte, was morgens blieb, ich dunkle der Welt wie ein Unglück,... Und Joseph fragt mich, was los sei, und ich sage, ich weiß nicht... Und weiß es nicht. Wenn Hamlet nicht Hamlet ist, wenn Hamlet sich entfremdet hat, dann ist er nicht schuld an seinen Taten. Doch wenn er's nicht ist, wer dann? Sein Wahnsinn.

3.
Ich zittere plötzlich.
Sein Wahnsinn.
Atme. Atme. Atme.

Die Welt baut sich auf, rings um uns her baut sie die Bühne,
Stein um Stein setzt sie ihren eignen Fall in Fugen, -
wer denkt, wer spricht, wer legt die Hand noch zum Herzen?,

von dem Buch blick ich auf, morgens um halb neun, und seh den Mann da liegen, beim Bahnhof liegt er quer zum Weg. Noch brennen mir die letzten Worte im Auge, aber ich seh ihn doch: den Mann, der auf der Straße liegt, in dünner Kleidung, einem Hemd vielleicht, ich weiß es nicht, mit Pappe unterm Kopf, - ganz jung, ein Kind in alter Haut, - und einem Bart, der nicht dichter ist als meiner, und mit Frost in beiden Augen, der liegt und schläft und schläft nicht mehr, und weiter, weiter!, los!, der Bus fährt viel zu schnell, er nimmt die nächste rote Ampel mit, Hupen!, so schnell sind wir, so schnell, dass es kein Halten gibt, durch die nächsten Straßen, wo der Wind heult, - und heult, - die ganze Welt ist nichts als Heulen - nur jetzt leuchten die Plakate, groß und größer und nirgends bleibt ein Himmel frei. Und nirgends Gott. Stattdessen steigt diese alte Frau ein, ich weiß nicht, wo, die riecht nach Verderben und Straße, die riecht nach Müll und Unrat, die stinkt nach Verfall; und so geht sie von Sitzreihe zu Sitz und schreit bis der Busfahrer kommt und sie drum bittet, den Bus zu verlassen. Das, was mal ihr Gesicht war, ist Fratze. So zieht es am Fenster vorbei, wo die Zigeunerkinder bettelnd sich um sie scharen, sie hüpfen und lachen und spucken mit Grimassen, und weiter, weiter, durch das Dunkel fährt der Bus, ich seh's ganz genau, alles, immerzu seh ich, und bin zum Sehen noch verdammt. Lucia? Lucia! Nichts, kein Wort. Dabei haben die Heiligen längst ihr Schweigen gebrochen; jetzt ist ihr Schreien überall. Wir sind ertaubt, wir hören's nicht. Es dröhnt und rauscht und brüllt die ganze Welt. Nur sehen. Nur sehen, das ist's, was wir müssen: Müll wirbelt im Wind, peitscht gegen Glas und Menschen. In den Zeitungen schreiben sie, in Athen drohten die Schatten, in Athen ausgerechnet. In den Zeitungen schreiben sie, Europas Politiker schacherten um Macht. Sie schreiben, die Einnahmen des Staates Deutschland sprudelten kräftiger als angenommen. Sie schreiben und schreiben, alle Worte fliegen mit dem Müll die Gehwege enlang, wo der nächste auf der Straße hockt und bettelt. Immer mehr seh ich von ihnen, immer mehr, sie kommen aus Finsternis und Asche, und strecken ihre Klauen, die einst Finger waren, zum nächsten bisschen Leid. Aber ich bemitleide nicht. Ich fühle nicht. Im Gegenteil. Ich entleere. Leere jeden Tag. Versuche Normalität zu wahren. Den Anschein von Funktionalität zu erwecken. Lächeln. Nach dem Wochenende fragen. Einkaufen. Die Rückkopplung vergessen, die ja doch trotz jeder Vorwarnung geschieht... Reden, und reden, und am Ende alles dabei belassen, nichts ändern. Wieder einkaufen. Wieder darauf hoffen, der Einkauf hätte einen wenigstens jetzt zum besseren Menschen gemacht. Hätte geadelt. Und hätte geholfen. Und dann noch mehr Müll, der die Straßen entlang peitscht, wo der nächste Wahnsinnige wartet, mit faulen Zähnen und zittrigen Fingern, die nach Pfandflaschen suchen - unermüdlich.

Im Büro feiern sie mit Schampus und Luftschlangen den nächsten großen Clou. Es wird gelacht, man jubelt, es gibt Applaus. Die Band auf der Titanic spielte noch beim Untergang. Nearer my God to thee, nearer, nearer...

4.
Als ich aufwache, ist Joseph nicht mehr da, und eine weitere Woche verging in Rausch und Müdigkeit.


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Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober, 10:27

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