...
Kunst ist Kampf.
(und man selbst ist ... )
1.
Finger zerknautschen mir im Traum das Gesicht, Haare in den Augen, der linke Schneidezahn tut weh. Das ist der ganze körperliche Zustand.
2.
Die Waschmaschine röhrt so, wie ich mir Müllpressenröhren vorstelle, die Boxen für den iPod sind am Arsch und auch die Kopfhörer, - Ausnahmefehler bei Berührung.
Lächeln und still.
Ich höre einen schrillen Ton in meinem Kopf, einen permanenten Alarm, der mich rennen macht, - dabei renne ich nicht. (Selbstbetrug, der). Ich lote das Reißen und Ziehen in dem aus, was man Eingeweide nennt, und von dem ich immer dachte, es könne den Himmel beherbergen. Dabei ist der Himmel in einem selbst viel zu weit weg, um berührt zu werden. Ist das Unendlichkeit?
Ich betäube mich (mein Bewusstsein!) in Tabletten und Alkohol, und suche Ventile für meine Unruhe, für meine stetige Unruhe, die mich nachts aus dem Bett rollen lässt, finde aber nur Ablenkung. Also lese ich, trinke Seifenwasser in der Hoffnung, mich damit zu reinigen, zu desinfizieren, - aber nichts wird sauber, nichts wird wirklich klar. (Wind, Wispern). Nur in der Musik öffnet sich der Kopf für eine Weile, und das Gehirn, die träge Masse an Verstand und Sinn, entkommt. Federfliegendleicht.
Don't reach too far
You will fall over
Don't be surprised what you discover
Don't fear your call
Can't pull us under
You better watch out, run for cover
Also jage ich Motten mit Taschentüchern und zerquetsche ihre zappelnden Leiber zu Staub, - es bleibt als dunkle graue Spur an den weißen Wänden zurück. Ich kratze mir die Kopfhaut und finde unter meinen Fingernägeln ausgerissene Haare. Briefpapier unter meinen Füßen. Nirgends ist Herzschlag, überall ist Herzrhythmusstörung. Ist das das letzte Symptom meines bibolaren Lebens? Teil der manischen Depression? [Analyse? Läuft].
Auf der Straße vor dem Haus ist ein schier unermüdlicher Verkehr. Immer mehr Menschen drängen sich dicht an dicht am Rand, gegen die Fassaden, und auf der Straße selbst dröhnen die Lastwagen, die Autos, die Mopeds. (Run for cover). So viele schöne Menschen.
Ich kenne keine Grenzen; es gibt keinen Abschluss mehr nach außen hin. Ich werde Welt. Ich bin Umgebungsgeräusch, und Lichteinfall. Auflösung, Demontage, Abpfiff.
# Schneide Bananen in mein Müsli.
# # Kaue dann zähneknirschend. Kein Selbstmitleid.
Im Spiegel lacht mein Mund mich aus, und die Augen bleiben klirrend. Unterkühlt, aber mit rotem Rand, - als könnten sie brennen. In mir steht die Welt in Flammen. Aber ich bleibe Fleisch. Fleisch, das sich nur von Pflanzen unterscheidet, in dem es sich bewegt. Ich bin bewegliches Fleisch. (iss mich, und du bewegst dich mit).
In Zukunft gebe ich den Abriss meines Denkens frei.