it's the buzz
sie ist in der stadt.
in dieser, in meiner stadt. sie. (sie!)
es reicht nicht, dass ich sein gesicht auf dem plakat in der friedrichstraße sehen musste. auf dem weg nach hause. groß wie es ist, retuschiert, die augen mit photoshop grüner gemacht als jemals zuvor, aber unweigerlich er. die lippen zum ernsten strich, die haare mit gel geglättet: dieses zweidimensionale leben einer erinnerung.
nein, es reicht nicht, ihn für bvlgari werben zu sehen, - jetzt ist sie in der stadt, sie. ein e.mail beweist es, ein bild zeigt es, und alles, alles ist so weit weg, in meinen augen zerfurcht, endlos.
sie fragt, ob ich nicht zeit hätte. für sie. zum reden, natürlich nur zum reden, was auch sonst?, aber wie furchtbar ist das reden?, eigentlich? wie furchtbar dieses ganze erinnern sollen, dieses vergessen wollen, vergraben müssen, & dann: a night of the living dead.
also schreibe ich chris, schreibe chris, er solle mich von ihr befreien, aber chris ist nicht da. der ist in südamerika. bei javier. der ist weg, bei javier, bei javier, das geht mir endlos im kopf herum, und je öfter ich es wiederhole, desto weniger erkenne ich den klang der worte, desto weniger kommt es in meinem kopf an, desto weniger wird die wirklichkeit. jetzt. ausgerechnet jetzt?
jetzt: ich trage schwer an der entscheidung für jerusalem. ich trage schwer daran, weil ich mich vor den zwei monaten fürchte, - die es mittlerweile sind, - weil ich mich davor fürchte, mein leben etwas in die hand zu geben, das mir nicht schicksal genug ist, weil zwei monate so viel zeit sind, und ich so vieles muss, das nicht warten kann.
jetzt: ich habe einen neuen job ab april, und muss sehen, ob ich gut darin bin, ob ich aufsteigen kann, ob das überhaupt alles von bedeutung ist. weil ich es will?, oder: wollen soll. (ich weiß es nicht).
jetzt: von verlustängsten gequälter, resozialisierter, strauchdieb unter den sträuchern, das alles will sich nicht fügen, weil es keine fugen mehr gibt. es kann jederzeit etwas passieren, was mir die existenz verändert. ein umzug, eine nachricht aus der ferne, freunde, die umziehen, - nichts, wirklich verdammtnochmal überhaupt nichts! bleibt stabil, sobald ich danach greife. alles ist mürbe, und ich bin der mürbigkeit müde.
jetzt: armut. jetzt: hunger. jetzt: das wispern der gleise.
das jetzt ist überhaupt kein guter zeitpunkt. ich bin raus aus der manie, bin raus aus der systematik meiner psyche und nehme die andere seite freiwillig hin. ich bin so müde, zu müde für mein alter, - denke ich, - den aufgaben, den zielen, dem drehen dieser schiefen flächen; ich wiederhole meine fehler, ... ich durchbreche den kreis nicht, in dessen quadrat ich lebe. (it's the buzz).
aber wie auch immer!, nicht sie. nicht so. nicht jetzt.
I got this heart burn, and it won't go away with shiny words. there is the bottom of the sea I am living at, and the shells are not for free.

