Amok me and amok you
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nullte stunden,
aus blau geschältem, halb real,
in eineinhalb stunden, dreiviertel getaktet:
gib mir sehnsucht ein, im dämmer-
licht
bei der kirche drüben,
wo niemand ist,
niemand außer dem regen,
der immerhin etwas ist.
nullter herzton,
männermund,
abgrundblick.
nullte berührung im café, nulltes wort,
bücherseiten tilgen den schwindel;
in der tasse der zucker, im glas noch das bier,
gib mir stille ein, im durst-
strudel
im mund, der gierig wird,
trocken und spröde, was soll man sagen?
nulltes leben,
anfangspunkt und ende.
nullnummer-
spiel mir, jukebox, ein geglücktes lied.
*
Ich zerdrücke mir Worte mit spitzen Fingern. Wenn es keiner macht, machen es dann alle? Drüben, auf den Straßen zur Zionskirche, - beim St.Oberholz, dessen Menschen so fein und sauber sind, so ordentlich in ihren Elitefarben, - in einer Befürchtung, - in einer Besinnungslosigkeit; ich gehöre nicht dazu, das ist okay, das hatten wir schon. Been there, seen that. Sitze im grauen Pullover im Eck, vielleicht, lese Das siebte Kreuz von der Seghers, versuche es aus A.s Augen zu sehen, diesen Italieneraugen, diesen verdammten, - versuche zu sehen, was er in Männern sah, für heute, nur für ein paar ungezwungene Stunden, - einfach, weil sie mir das Herz gebrochen hat: Sie, deren Lippen mich zum Abschied auf die Wange küssten, erst in Tubinga, dann in Berlin.
Dann in Berlin.
Seltsam, wie sich alles fortsetzt, von der Vergangenheit hinein in diese unmittelbarste aller Gegenwarten. (Meine). Seltsam, wie man manchmal alleine ist, alleine mit der Liebe, die einem allein gehört. Und dann geht die Türe auf, und ein bisschen Regen kommt mit rein, ins Dämmerlicht des Cafés, schlägt die Buchseiten um, verwirbelt Haar und knickt den Jackettkragen, und ich denke: Ich werde es nicht schaffen.
Und seltsamerweise ist es trotzdem okay.

