Ecce homo
Ich habe Lust auf etwas Neues.
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... .--. .-. .- -.-. .... .?
Nein. Ich behalte all meine Vokale & Konsonanten, - es ist das Andere, Wände & Haut. Die Gedanken. Berlin ist nicht weit weg, es existiert nicht mehr (im Exil existiert nix als dieses X-beliebige); Berlin wartet mit seinen Räuberleitern: Das leere Zimmer der Frau wird zum bewohnten Zimmer des Mannes, - this Room of One’s Own is still unisex, - & was möglicherweise Zukunft sein will, auch sexuell, auch beruflich, auch künstlerisch, auch politisch, & auch auch, das man an alle gestellten Fragen hängt, diese Zukunft ist alles; schlicht ein Wollen, das größer ist, groß & unermesslich, mehr als jedes X & i grec, mehr als neue Möbel & neue Ideen, denn nein: Berlin wartet nicht, es hat nie gewartet, auf Niemanden, Berlin hat mich nie gewollt, uns alle nicht, darum sind sie alle dort, diese Menschen, darum wälzen wir uns durch diese Straßen, darum suchen wir & suchen, & finden keine Antwort auf die wichtigste aller Fragen.
Qui?,
quiquiqui?,
qui je suis?
Striche, gezogen aufs weißeste Papier, folge dem Stift, folge der Quadratur des Kreises, & du siehst, siehst du?, ich meine mich?, siehst du jenen, der auszog, um der Welt das Fürchten zu lehren, & der stattdessen selbst zum Ängstlichen wurde?, - das ist alles längst Geschichte, es ist alles längst gewesen, wir haben uns gejagt, & wir jagten die Liebe, aber das Neue, - schön wie schrecklich, - wartet nicht auf unsre Beute. So gehn die Tage, genauso geht unser ganzes Leben, wir warten & sehn zurück, ständig sehn wir zurück oder wir sehn zu weit vor, denn ja, wir planen, wir setzen uns Ziele, wir setzen unser Leben aufs Spiel, jeden Tag, aber darüber sprechen?, es sagen!, dieses Danke, dass du da bist, dieses Ich liebe dich, dieses Du hast mein Leben verändert, wir sagen es nicht, stattdessen lassen wir die Zeit vorübergehn, unpathetisch & logisch, wie diese Welt nun mal ist, wie sie nun mal im Chaos versinkt, in Krieg & Hunger, die uns an den fremdesten Gestaden stehn lassen, bei den stillsten Kranken, den Schlaganfallopfern & plötzlichen Herztoten, bei den Anachronisten, die uns vom Wetter erzählen, vom vereinzelten Regen, der ja doch nie so kommt, wie er vorhergesagt wird, & was?, & wie? Das Neue überrollt uns mit seiner Unachtsamkeit. & nichts ist mehr, wie es war. Niemand bleibt unberührt. Alle andren erstarren zu einer Säule aus Salz.
Also sag mir nicht, was logisch ist. Nichts an dieser Welt war je logisch. Nichts an unserem Tun, nichts an unseren Worten, in denen sich der Tod ins Freie nagt, ist es, denn Logik ist nur ein Prinzip von vielen, also setz dein Kreuz dahinter, du hast es gehabt, du hast es gelebt, du hast es verloren, so sind wir alle Teil deines Verlusts, aber Abersagen, aber das Trotzdem fordern, nie diese Ruhe, nie dieses Fallengelassene!, hier, das gesuchte Gold im dunkelsten aller Minenschächte!, eine Ader reinen Golds, das ist es, was wir Hoffnung nennen, nicht?, & so reißen wir uns die Kleider vom Leib, so haben wir Sex, so zeugen wir Kinder, so geben wir unseren Kinder die Namen von Heiligen, auch wenn sie nie heilig werden.
Ich sitze im Exil & betaste die geschwollene Mandel, ich sitze im Exil & denke an Berlin, wie es ist & war, vor allem, wie es sein wird, denn neue Menschen stehn vor der Tür & verlangen Einlass, - manche haben auch ein Anrecht darauf, - noch Namenlose, i grecs, sí, - & ich, der ich nicht länger ich bin, nicht länger der, der ich war, nicht?, einer, der müde ist vom Vielen, müde von sich, ja, & zum Teil auch müde von allem, was kommen wird, - dem Umzugschaos, der Arbeitssuche, - ich, der Jimmy versprach, nicht mehr zu jammern, ich, der ich A. bin & A. liebte, & I. liebte, ich, der ich mit all den M.s schlief, den ungezählten Marien, ich, der sich immer nur um sich selbst dreht, hier, im Weiß, ich, der lauter wird mit jedem vergangenen Tag im Nichts&niemalstun, einer der sieben Herrscher des Universums der Angst, manischer Chaot, Narziss (sic!), ich, der müde ist & niemals müde, ein Hund, der seinem Schwanz nachjagt, Phantom, Antipode,
moi
moimoimoi
je dis: au revoir.
Das Neue kommt.

