Eine Fuge: together we will live forever
Ich bin so müde.
So bleiern gegossen hinab
sinkend, zu Boden, los
schwebend, nach unten.
Ich schließe
Fenster und Augen,
und bei jedem Weckerklingeln doch wieder das Blei.
Nichts. Nur die Zweifel. Nichts als Zweifel. In allem, was ich denke, sage und mache; überall hingestreut und wie im Gehen verloren, - unachtsam, lieblos: das ist dein Leben? Warum fühle ich mich so, als wäre alles gescheitert? Als wäre alles nur ein Gähnen im Aufzug und ein Kondolenznicken, ein Schulterklopfen, Anstupsen, Weiterschieben, - das sind keine Berührungen. Das geht weiter, durch und durch, und bleibt niemals stehn. Nur links ein Schmerz, der mich im Kreis drehen lässt. Nichts, nur chronisch, begleitend. Eine Schwalbe am Himmel. [Freiheit].
Ich kann mich nicht zusammensetzen. Die Steckbausteine bleiben nach Farben sortiert, aber einzeln. Das ist kein Ganzes. Nur ein flüchtiges Streben, ein Griff nach dem roten Stoppknopf, ein Abrutschen an der Eisenstange im Bus, und dann die fliehenden Blicke der Passanten. [Ich bin so müde]. Du bist nicht gut genug, sagt mir der Wind, du bist nichts genug, weder schön, noch intelligent, und trotzdem von allem zu viel, - nur von dir selbst bist du zu wenig. Ich sitze stehend liegend neben mir und verpasse, vergesse, verliere den Blick. Für alles. Irgendwie. Nur ein Haschen nach Wind, sagt das Buch, und es bleibt nur das Gähnen, und Zweifeln, und Suchen. Leise, und wie aus der Ferne: Das bist du, und dir gehört auch der nächste Moment. Müdigkeit. Sterblichkeit. Sich gegenseitig verfolgend, verschlingen sie Sterne und Mond. Küss mich. Leben. Muse. [Liebe!]
Küss mich, irgendwer.
Und gib mir ein Ziel.
Nur eine Richtung, in die ich laufen muss. Es reicht auch ein Wink mit der Hand, ein Finger, im Sonnenschein badend, tief, eingesunken, in den Wind. Ohne Fugen, los geht's, hinaus in die Welt. Aber wo? Wo, wo, wo? Mein Gott, nirgends ein Ziel.
Und dann, nur leise, buddhistisch geflüstert, von draußen, irgendwo über das offene Fenster: drop the thought, mate, und dann überkommt mich der Schlaf. Morgen. Morgen wieder. [Ich brauch einen Weg].

