l'enfer c'est les autres.

Über »Geschlossene Gesellschaft«:

Ich wollte sagen: Die Hölle, das sind die andern. Aber dieses »Die Hölle, das sind die andren« ist immer falsch verstanden worden. Man glaubte, ich wollte damit sagen, dass unsere Beziehungen zu andren immer vergiftet sind, dass es immer teuflische Beziehungen sind. Es ist aber etwas ganz andres, was ich sagen will. Ich will sagen, wenn die Beziehungen zu andern verquer, vertrackt sind, dann kann der andre nur die Hölle sein. Warum? Weil die andren im Grunde das Wichtigste in uns selbst sind für unsere eigene Kenntnis von uns selbst. Wenn wir über uns nachdenken, wenn wir versuchen, uns zu erkennen, benutzen wir im Grunde Kenntnisse, die die andern über uns schon haben. Wir beurteilen uns mit den Mitteln, die die andern haben, uns zu unserer Beurteilung gegeben haben. Was ich auch über mich sage, immer spielt das Urteil andrer hinein. Was ich auch in mir fühle, das Urteil andrer spielt hinein. Das bedeutet, wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in die totale Abhängigkeit von andren. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle. Und es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die in der Hölle sind, weil sie zu sehr vom Urteil andrer abhängen. Aber das heißt keineswegs, dass man keine andren Beziehungen zu den andren haben kann. Es kennzeichnet nur die entscheidende Bedeutung aller andren für jeden von uns.
S.61

Geschlossene Gesellschaft
Jean-Paul Sartre




Das ist etwas, über das ich nachdenken muss.

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