mother globalia is eating fat men

Die Wut im Bauch frisst sich nach oben, durch den Hals direkt ins Gehirn, und wischt alles weg. [Hauptsächlich den kleinen Hunger für Zwischendurch]. Das hat gleich mehrere Gründe; manche mit mehreren Unbekannten.

X 1 Nordwestpassage,

Y 2 Frankreich vs. Iran,

Z 3 Abschuss frei.

Da wäre also erstmal das Wegschmelzen von Tonnen von Eis, das letztlich sogar bejubelt wird. [& irgendwie mag es auch gar nicht überraschen, dass Russland gleich Besitzansprüche erhebt]. Juhu, endlich können wir den Norden viel schneller durchqueren! Los: bauen wir Häfen!
Frachtschiffe sind Teil des Problems, cos Mother Globalia is eating their children. Daher feile ich an [so etwas wie] einem Traktat, für mich selbst: Was kannst du in Kauf nehmen? Wie weit darf Globalisierung letzten Endes gehen? Und warum springt die Gesellschaft eigentlich auf den Naturschutzzug auf, wenn der doch mit Methangas und Kohlenstoffdioxid betrieben wird? [Da lob ich mir nuklearbetriebene Züge, made by North Central Positronics]. Immerhin sagt mir jetzt schon der Waschmaschinentabshersteller, dass mit seinen Tabs weniger Wasser verbraucht wird, und der Soda-Club will mir erklären, dass ich moralisch verwerflich handle, wenn ich nicht ihre Produkte kaufe. [Es sei der Transport]. Dabei jubelt mir Volvic doch schon Anträge für Spendengelder unter, die ich gar nicht bewusst unterschreibe; ich kaufe eine Flasche und baue in Afrika einen Brunnen? Super. Es bleiben Fragen über Fragen, die in den Nachrichten nicht gestellt werden; stattdessen blendet man geschickt über zu Britney Spears letzt so verunglückten Auftritt. [Mein Gott, ja, arme Britney; du benutzt einfach nicht die richtigen Tabs].

Nicht genug.

Wie ich es prophezeit hatte: die Regierung Sarkozy bückt sich gierig für den Schwanz Amerika. War doch im Grunde auch zu erwarten, oder nicht? Da schlägt man eben noch mal in dieselbe Kerbe und hofft, dass der Iran vielleicht dieses Mal zur Räson gebracht wird. Von ... ähh, ähm, wie hießen sie noch? Den Friedensboten des Krieges. [Und im Hintergrund rumpelt Schäuble, und betont, wie nah die Gefahr atomarer Erstschläge für uns Deutsche ist: Es ist nicht die Frage, ob, sondern die Frage, wann, - haha]. Dieses ganze Projekt Nahost bleibt fugenlos, letztlich undurchdacht. Schon seit Jahrzehnten versucht der Westen Frieden zu stiften, und bringt nur einen nach dem anderen gegen sich auf. Was früher Saddam war, ist heute Usama, was heute Al-Qaida ist, sind wir morgen selbst. [Das ist der Knick in der Optik, der den Terror nach dreißig Jahren :Ruhe: ins eigene Land trägt].
Okay, okay, dann drohen sie jetzt mit Krieg. Verschärfen den Ton. Die Episoden des Friedens haben in Europa ja auch viel zu lang gedauert, - also brauchen wir wieder die reinigende Kraft des Wahnsinns Krieges! Ich warte auf das erste Statement der lieben Frau [Merkel]; es ist ja nicht so, dass wir Leute irgendwo stationiert hätten, und nicht wüssten, wozu. [Aufbau einer Demokratie in einer Kultur der Knechtschaft, heißt es]. Danach ist das Schreien wieder groß. Ach, die Deutschen und ihr Gejammer. Richtig so.

Wäre ja dann auch der dritte Punkt. Dass Jung hier mit einem Recht des übergesetzlichen Notstandes hausieren geht, hat etwas perfide Züge an sich. Oder fühle ich mich als einziger an die dumme, dumme Vergangenheit erinnert, - bei der, zugegeben, nichts so wie heute war. Notstandsgesetze befähigen jeden zu allem, scheint es, und Dummheit schützt nicht vor Machtmissbrauch. Was will man auch tun, wenn man jeden Tag auf den Fallout wartet? Flugzeuge abschießen klingt gut, macht es vermutlich besser. Wir folgen ja dem amerikanischen Modell. [Dem folgt Europa irrsinnigerweise immer noch, und ich frage mich, weswegen].
Es bleibt auch recht widersprüchlich. Sie legen ihren Finger auf die Deutschlandkarte und sagen: Hier droht Gefahr! Sie sagen es ganz ruhig, in ihren kleinen schicken Limousinen, - auch die fahren nicht mit Wasser, im übrigen, - und sprechen in einer dieser Debatten über den Terror, vor dem sie uns schützen wollen. Doch der eigentliche Terror entsteht doch in unseren Köpfen, mit jeder Warnung schürt man Angst, schürt man die Paranoia, und auch Intoleranz. Da mag es fast an Debilität grenzen, dass man vor Atomerstschlägen warnt, aber nichts gegen den Rechtspopulismus unternimmt, der sich wie ein Flächenbrand weiter durch die Gesellschaftsschichten frisst. [Die Konzentration der Dummheit ist hoch, - ein Schluck davon und es ist zu spät].

Warum sind sie also so wütend, die Terroristen, die bisher so gut in Deutschland geschlafen haben? Wegen den paar Einheiten im Nahen Osten? Wegen den zwei, drei Hubschraubern? Wegen unseren Amerikasympathisanten? Oder weil sich eine Lobby nach der anderen um Besitztümer streitet, die ihnen nicht gehören? Es fließt ja immer noch Öl in Afghanistan, im Iran, im Irak, und rundherum. [Wo ist eigentlich Russland in diesem Konflikt?] Es werden immer noch Autos hergestellt, die Benzin verbrauchen, auch wenn andere Technologien auf dem Tisch liegen; es wird immer noch Plastik gebraucht, und Platinen; wir brauchen das Öl für alles, scheint es, oder zumindest haben wir das früher in der Schule gelernt. In allem steckt irgendwo das kostbare Öl, das einfach nicht an den richtigen Stellen versiegen will. Es führt zu Widersprüchen, viel zu vielen Widersprüchen; diese ganze Politik, die uns zusammenhangslos zum Abendessen gereicht wird, verfügt in Wirklichkeit über genügend Zusammenhänge. [Letztlich geht es immer nur darum].

Das schmelzende Eis in der Nordpassage hat genauso mit dem Öl zu tun, das wir so dringend brauchen, wie mit unserem Kohlenstoffdioxidausstoß und dem Methan [letzteres scheint man anscheinend immer zu vergessen; liegt vielleicht an der Massenzüchtung und -haltung, um den Hunger der Welt zu stillen]; das Öl ist [mitunter] ein Grund für die Kriege, und letzten Endes auch für den Terror.
Es bleibt paradox, dass wir einerseits befürchten, das Klima könne kolabieren, dann aber auf der Automesse in die Hände klatschen, weil ein neues Auto feilgeboten wird, das eventuell dreimal so viel Benzin verbraucht. Stattdessen laufen im Fernsehen die Werbespots, die mir sagen, ich solle mich ändern und ihre Produkte kaufen; dazwischen ein paar nette Sendungen über Frankreich und den Iran, ein bisschen Kabarett und eine Serie oder zwei, und draußen eruptiert die Sonne über der Nordhalbkugel und erhitzt den Ozean. [Dadurch sterben nicht nur Fische aus, - im übrigen auch eine Ernährungs- und Einnahmequelle; man mag es kaum glauben]. Ich habe in der Vergangenheit gesagt, im Winter die Temperaturen des Sommers zu bejubeln, sei so, als applaudiere man zu einer Atomexplosion. Es ist eigentlich noch schlimmer. Jetzt segnen wir das Schmelzen der Polkappen mit wirtschaftlichen Vorteilen.

Die Atombombe vernichtet wenigstens in Sekunden das Leben in Nähe der Detonation. Das hier, - dieses langsame Erhitzen, Aussterben von Nahrungsketten, alles in allem: der Klima-Holocaust, - das wird dauern.

Also applaudieren wir jetzt lieber zu Krieg und Abschussgedanken.

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