Umzugsattacke. Pt.1
Mit Moloko (The time is now) packe ich Kisten.
Mit Daft Punk (Crescendolls) hänge ich Bilder ab.
Mit J.J. Jefferson (Johnny has got Coffein) verliere ich meinen Kopf.
Es fühlt sich komisch an, die Bücher in kleine gelbe Pappkisten zu legen, - sie mit braunem Klebeband zu versiegeln, sie in Ecken lieblos aufeinander gestapelt zu sehen, - und irgendwie will mir nichts leicht fallen. Ich brauche ewig bis ich die CDs eingepackt habe, ewig bis das Regal, das sie bisher getragen hat, von der Wand geschraubt ist, ewig bis ich die dazu passenden Schrauben auf den Boden streue und vergesse, - bis ich plötzlich auf sie trete.
Und so humple ich dann durch den Ausnahmezustand.
Links und rechts stehen kleine windschiefe Kartons, der Spiegel und die fünf, sechs Bilder lehnen an leere Regale, die Wände werden weiß. Mein Kleiderschrank hat seine Türen verloren. Ich spüre Panik aufsteigen, wenn ich das alles längere Zeit ansehe. Umzüge stressen mich, haben mich schon Zeit meines Lebens gestresst. (Und ich glaube mittlerweile, je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir). Die To-Do-Liste fordert viel zu viele Kleinigkeiten, - Strom ablesen, Hausmeister anrufen, Post ummelden, etc., - dabei ist das größte Problem immer noch rein logistisch. Erstens: ich habe keine Wohnung. Zweitens: ich habe (noch) keine Transportmöglichkeiten. Drittens: mir fehlen jede Menge Kartons, Helfer, Valiumtabletten. Die Liste der Dinge, über die ich nicht nachdenke, ist lang. Zu lang für meinen Geschmack. Aber gut, guuuhut, verdammt, was hilft's? Ich schlucke die Panik immer wieder runter, und rede mir ein, dass das alles überhaupt nicht viel ist. Nur Kleinigkeiten eben. Und das Gefühl, dass mir allmählich die Zeit ausgeht? Tja, äh. Das verliert sich hauptsächlich im Wein, denke ich.
Dabei. Naja. Es sollte eigentlich gar kein Zeitproblem geben. Bis zum 31. Januar ist es noch. Nein, eigentlich nicht lang. Aber der Plan bis dahin ist recht straff.
Am Freitag (21.12.) fahre ich zu meinem Vater ins Allgäu, um ein bisschen Vor-Weihnachten in nostalgische Geschenke zu verpacken, und um das Gröbste bezüglich des Umzugs zu klären, - dann verschwinde ich am 23.12. nach Stepford-Ville, um mit dem Muttertron und meinem Bruder Weihnachten zu feiern (!), fahre mit ihnen am ersten Weihnachtsfeiertag zu meiner Tante und meinem Onkel (samt Cousinen, juhu), und fahre dann am 26ten wieder zurück nach Stepford-Ville, wo es dann ein Wiedersehen mit Unverstand und einer Erbin Avalons (Mirjam) gibt, mittags, und dann wahrscheinlich abends mit Chaos und dem Requiem der Kreise. Am 28ten treffe ich mich mit der alten Clique. Was an Silvester passiert weiß ich nicht. Verschiedene Einladungen warten auf meine Annahme, aber ehrlich gesagt empfinde ich bei keiner echte Lust. (Frankreich, Belgien, München). Wahrscheinlich werde ich in Stepford-Ville bleiben.
Im Laufe der ersten Januarwoche geht es dann nach Berlin. Der Wohnung wegen. Ich hoffe, dass sowohl das Suchen als auch das Finden nicht länger als diese eine Woche dauert, denn spätestens am 15ten Januar will ich die Möbel aus der Sturmhöhe raus und in der neuen Wohnung drin haben, - was mit den Kisten, usw. passiert ist mir gerade noch egal. Das sind zwar viele, aber sie sind klein, und können zur Not auch in Pkws transportiert werden. Die Möbel dagegen nicht. Dann relaxtes Leben ab 1ten Februar. Ha...ha, ja ... genau. So ist der Plan.
Ächz. Lebendig sein ist anstrengend. Aber würde ich es anders wollen? Wahrscheinlich nicht. Ich hoffe nur, dass mir das Chaos nicht über den Kopf wächst, - Kopfchaos gibt es schon an anderer Stelle, und das ist besser als meines, - und ich spätestens in siebenunddreißig Stunden in einer Lache Wein aufwache. (Das wäre zwar prinzipiell mal ne Abwechslung, aber schrecklich destruktiv). Dabei weiß ich nicht, was mich so sehr in Panik versetzt. Die Tatsache, wirklich diesen Schritt zu gehen. (Eher nicht). Oder dass ich Stück für Stück Alltag an die Umzugskartons verliere. Mir fehlt der gewohnte Blick auf meine Bücher, - ich finde, Bücher haben etwas unglaublich beruhigendes an sich, - und meine Bilder, die mich von den weißen, schrecklich weißen Wänden abgelenkt haben. (Allmählich nähert sich die Wohnung wieder ihrem Urzustand an, und der ist nicht nur unpersönlich, sondern lebensfeindlich). Als letztes Bollwerk bleiben meine Filme, - sie hab ich noch nicht eingepackt, und ich sträube mich auch dagegen, das zu tun. Warum auch? Ist erstens schnell verpackt und zweitens ... ich könnte ja in der Zwischenzeit noch mal Lust bekommen, einen Film zu sehen. (Spätestens dann, wenn ich in Stunde 23 volltrunken über den Fernseher falle).
Na, ist auf jeden Fall alles Blödsinn. Umziehen und all das. Viel Gestresse wegen dem Bisschen Lebensramsch, der sich zwischen den Jahren angesammelt hat, und dann das Schleppen und Schieben und Aufbauen und dann stehen die gleichen Dinge an anderen Stellen und auch wenn man dann nicht mehr auf Schrauben tritt, eine Teppichfalte wird zum Stolpern schon reichen. Scheiße. Eigentlich sollte ich doch den ganzen Kram verbrennen. (Außer die Bücher).
Okay. Neuer Plan. Irgendwie reich werden. Dann Möbel entsorgen.
mehr braucht man nicht :nick:
undbevor du deine (nicht bücher-)schätze verbrennst: vererb sie uns (;
gott, diese kaffee-läster-nachmittage werden mir fehlen ._.
& fehlen, ja, wird mir auch was. es bleibt dann doch immer ein teil zurück.























was ich in b! tun werde ... ja, gute frage. ich schätze, dem werde ich noch ein extra eintrag widmen (müssen). ist ja dann doch nicht gleich gesagt.