Interlude: Berlin, ma destinée ...

Fernsehturm
Ich bin glücklich.
Einfach so.

Meine Haare locken sich im Nacken, meine Augen sind gerötet, und ansonsten bin ich furchtbar verwahrlost. (Bart). Ich esse unregelmäßig, - meistens viel zu spät und meistens auch viel zu wenig, aber dafür lese ich seit Tagen wie besessen. Insoweit also kein Unterschied zu vorher. Dass ich jetzt hier wohne, ändert allenfalls etwas an meinem Selbstbewusstsein. An meiner Lebenseinstellung, vielleicht. Ich weiß nicht. Ich fühle mich frei, - ganz ohne Superlativ. Und was braucht es mehr?
Mir macht es nicht mal mehr etwas aus, dass ich kein Geld mehr habe, - gar keins, nicht einen müden Cent, - dass mein Notebook wieder (!) zur Reparatur muss, und dass mein Handy nicht mehr richtig funktioniert; es macht mir nichts aus, dass Teile der Wohnung völlig dem Chaos verfallen sind, und dass vieles noch lange nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Erwartungshaltungen? Die hab ich abgegeben, als ich diese Stadt betreten habe. Ich bin arm, und erfülle völlig das Cliché. (Vielleicht des Träumers, des Idealisten, des Schriftstellers oder des Idioten. Keine Ahnung). Ich brauche nicht mehr.


Ich stehe unter Generalamnestie.









Ich kam während des Umzugs (natürlich!) nicht ohne geistige Ausnahmezustände aus, - so meine cholerischen Versuche, ein Billy zusammenzuschrauben, - aber es hielt sich alles in allem in Grenzen.

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