supposed to be. 13

Sie sagte, sie wolle uns einen Kuchen backen, und vergaß schließlich die Eier. Also ging der Kuchen nicht richtig auf, und es blieben nur trockene Brösel. Und Äpfel, jede Menge Äpfel, in dünnen Scheibchen, die mit der Zeit braun wurden. Sie hatte ja auch den Zitronensaft vergessen, mit dem sie sie hatte beträufeln wollen. Naja, sagte sie. Naja, wozu sich darüber ärgern? Es hatte ein Apfelkuchen werden sollen, und jetzt waren es eben nichts als Brösel und braune Apfelscheiben. Sie lachte, und wischte sich das Mehl von der Nase, und sagte, sie kaufe uns jetzt diesen gottverdammten Kuchen. Und das tat sie auch, es war ein Pflaumenkuchen.

Er mochte keine Pflaumen. Ich dafür umso mehr.

War sie zufrieden, wie es lief? War sie über den Fortschritt glücklich, dass er nicht mehr trank? Freute sie sich darüber, dass er seinen Tablettenkonsum herunterschraubte? Vielleicht. Habe ich sie gut gefickt, richtig gefickt, habe ich sie befriedigt? Hätte ich ihr ein Buch statt eines Armbands schenken sollen, wo sich in unserem Leben doch eigentlich alles um Bücher drehte? Hätte ich ihr sagen sollen, wie sehr ich sie, -- nein, unmöglich.
Manchmal blieb nur ein einzelner Gedanke zurück, und sie lächelte müde. Manchmal drehte sie sich um, und blickte hinüber, durch die Wand auf die andere Seite des Ozeans, und spann eine ihrer Strähnen zu Gold. War es das Herz, das immer kernlos ist, und nur mit Blut gefüllt? Stundenlang saß sie so am Fenster und blickte zur Sonne, bis es halb vier wurde, und dann ging sie zur Arbeit, oder sie kam wieder, und die Sonne ging auf. War es das Gehirn, das niemals rastet, niemals nicht mit sich selbst kommuniziert? An manchen Tagen lachte sie, an anderen nicht.

Manchmal erschien sie mir wie ein flackerndes Licht. Eine Glühbirne mit Wackelkontakt. Sie nahm ihr schwarzes Buch und schrieb stundenlang enge grüne Zeilen, und dann warf sie es fort, in irgendeine Ecke, und ließ es dort liegen bis ich es ihr wieder auf den Tisch zurücklegte. War sie wütend? War sie unglücklich? Ich erwischte sie eines Abends, wie sie mit einer Schere spielte, - einer großen schweren Schere; sie strich sich damit über die Wange, gedankenverloren, und übernächtigt von der Spätschicht in der Nacht zuvor. Atropos, diesen Namen hatte ich gedacht, als ich ihr die Schere aus der Hand nahm, sie schaute mich irritiert, aber freundlich an. Atropos, die Moire, die den Tod bringt, die den Schicksalsfaden kappt. Ihr langes Haar floss wie Pech aus ihrem Schopf, wie Schlangen sich windend, dunkel, grausam, unberechenbar.
Sie sagte, sie hätte Kopfschmerzen; sie sagte, sie hätte keinen Hunger; später scherzte sie darüber, und lachte. Ihr Lachen war wie eine Insel, auf die man sich retten konnte, - aber über ihre Stirn zogen auch stets Falten, die sich flüchtig darauf kräuselten, - so, wie wenn sich das Meer zu Wellen kräuselt, die anschwellen, und größer werden, und die die Insel dann versenken. Ihr Blick ging nach außen, raus, zu den Vierwänden hinaus, in den Himmel, immer zum Himmel, als läge dahinter die eigentliche Welt.

Ich erinnere mich allmählich wieder.

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