supposed to be. 12

Ich hatte nur die Liebe, weil ich dachte, sie würde genügen, und heute glaube ich: Sie war mehr als genug. Vielleicht war sie auch das Schlimmste von allem, das Zerstörerischste, ich weiß es nicht. Die Liebe ist manchmal wie ein Rammbock, - sie bricht sich durch alles hindurch, und lässt nichts als Splitter übrig, als zersprengtes Gestein, als gebrochene Herzen. Was ist nur der Reiz einer eroberten Festung, einer in Besitz genommenen Trutzburg, wenn die Tore nicht mehr richtig schließen? Welcher Mörtel kittet nur den angerichteten Schaden?

Es dauerte, - es passierte nicht plötzlich, aber es bahnte sich an. Wie eine Lawine, wie ein einstürzendes Bergmassiv. Vorsicht Steinschlag! Vorsicht Lebensgefahr! Kein Schild, das einen davor warnt. Keiner, der sagt: Du lebst, bekomm es in den Griff. Denn man hat es nie. Man streckt sich danach, und greift und greift, und bekommt es letztlich doch nicht zu fassen, - es streift vorbei, ein Hauch, ein Kitzeln, ein kleines Stück nur, dann beginnt es, dann hab ich es, und es fliegt weiter. Nach draußen, an den See, in eine Erinnerung, in einen Traum. Liebe mich, und die Schale zerbricht, ein unschuldiges Eindringen gibt es nicht.

Ich hab es geschehen lassen, all das. Die Steine, den Rammbock, die Selbstzerstörung. Ich sollte viel zu spät an der Brücke stehen, zu spät die Türe öffnen, zu spät begreifen. Es war alles schon passiert.

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