Interlude: !!!
Letzten Endes kriegt dich Woody Allen doch.
Am aschenen Fenstersims ergreift mich plötzlich die Verzweiflung. Darf ich hier überhaupt glücklich sein, wo doch eigentlich nichts geschieht? Bin ich in den tiefsten Tiefen meines Herzens doch einsam und erbärmlich, vielleicht depressiv und zwangsgestört, oder ergänzungsweise auch vieles, vieles mehr, was man auf der Couch mit energischen Handbewegungen erzählen sollte? Ich weiß es nicht, aber der Taxifahrer unten auf der Straße schreit mir irgendetwas entgegen, was ich nur mit gebleckten Zähnen und Mittelfinger erwidern kann. Deine Mutter, Alter, deine Mutter.
Das ist irgendwie ein Ja auf alle meine Fragen.
Es ist irgendwie ganz egal, dass ich allmählich von den Gitterstäben meines eigenen kleinen perfekten Lebens müde werde, denn die Müdigkeit geht zweifelslos von dem Teil meines Charakters aus, der nicht rechnen kann, und der auch nicht logisch denkt. Da kann der Rest noch so oft beteuern, wie gut es ihm geht, wie viel er noch vorhat, und was er alles noch tun muss, wie glücklich er ist, - verdammt!, setz doch endlich ein Ausrufezeichen hinter diesen gottverdammten Satz, - denn nachts hat er scheinbar völlig den Verstand verloren. Wie sonst erklärt sich dieser Totalausfall in dem Mail, meine Kurznachrichten, und meine flüchtigen Chatfensterdialoge? Kann alles andere als gut sein.
Ich führe zu viele Monologe, und rede zu laut, zu schrill, zu arrogant. (Daher auch die Idee mit dem Trenchcoat: mit Männern im Trenchcoat spricht keiner gern). Ich sollte wirklich mal zum Friseur, denke ich, und gewöhne mich an diesen Gedanken jeden Tag ein bisschen mehr. Ich sollte so vieles, und verliebe mich dann in das Gefühl des Tun-Müssens-Aber-Trotzdem-Sein-Lassens. Das ist wie Morphium.
Ich höre
Robert Randolph mit Ain't Nothing Wrong With That
Lizz Wright mit My Heart
Lightspeed Champion mit Dry Lips
alles ein bisschen zu laut, aber ich fühle mich frei dabei.
Ist ein Mensch überhaupt dazu gedacht, auf lange Sicht glücklich zu sein? Ich meine, wie viel Glück erträgt ein Mensch überhaupt, bevor er wahnsinnig wird? Oder ab wann beginnt er sich wieder selbst zu sabotieren?
Ich denke, ich brauche darauf wirklich ein paar gute Antworten.






















