Interlude: hail of [mind] bullets, Pt.1

Und dann ist es ganz plötzlich schrecklich laut. Eintausendfünfhundertvierzehn Tage Geschrei, - verwirklicht in einem einzelnen Moment.

Es folgt: Manisches Auflachen meinerseits, weinerliches Nachsalzen seitens der Welt, und ich zähle an meinen zehn Fingern die Möglichkeiten ab. Die Jahre, die Stunden, die Herzschläge pro Minute, und was ist das da schon im Vergleich?

Erstens hungere ich wirklich, ohne hungrig zu sein.
Zweitens verfolgt keiner meine Schritte im Sand, weil die Welt das Meer ist, und ich nur der Wind. (Ich bin vielleicht frei, aber berührungslos; erst wenn ich tobe, entwickle ich einen Körper, ein Bewusstsein, erst dann reiße ich alles mit, stoße alles um, entwurzle, entweihe, bringe dein Haar durcheinander, - und flache dann irgendwann doch wieder als Brise ab, als Hauch, als flatternder Rockzipfel, als schwebendes Blatt).
Drittens denke ich nichts zu Ende.

In meinem Kopf geht etwas vor sich, das noch lange nicht neu ist, und es überschlägt sich mit Worten. Es ist zu viel für ein einziges Leben, es ist zu wenig, es ist, --

Weil ich es kenne.
Weil ich mich drehe, um die Notiz zu sehen, die mir auf dem Rücken klebt, und die ich doch nie sehen werde, - egal wie schnell ich mich drehe.
Weil ich so selten lächle.
Weil ich zwanghaft anecke, weil ich eckenlos rund bin, weil ich rundherum um Ecken schiele, weil ich gerne nach dem Apfel greife, der am höchsten hängt, weil ich stundenlang atmen kann, und doch nicht zum Luftholen komme, weil ich lese, ohne zu flüchten, weil ich liebe, ohne da zu sein, weil ich nicht weiß, welche Nummer eigentlich die richtige ist, die ich für den Telephonanruf meines Lebens wählen muss, weil ich nicht das passende Kleingeld finde, weil ich nicht weiß, welches das eine Lied für meine Beerdigung ist, und welches Buch mein Lieblingsbuch, weil ich verschachtelt bin, ohne dabei komplex zu sein, weil ich mir so vieles einbilde, weil ich so vieles erfinde, weil ich nichts zu Ende bringe, weil ich mich zu selten traue, weil ich nicht springe, weil mein Kopf da ist, wohin er gehört, und trotzdem an der falschen Stelle sitzt, weil alles, alles, alles ist, wie es ist, wie es ist, wie es nicht ist, weil ich.

Weil: Ich.

Macht mich das Glauben, es ginge voran?



[Sabotage! schreit jemand hinter dem Vorhang, und das bin ich. Inspiration! schreit jemand anderes, und ich ahme nur nach, kopiere nur, zähle die Kacheln im Badezimmer, und sonst nichts].



Ich ziehe die falschen Schlüsse.

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