Interlude. (001)
1.
Manchmal denke ich darüber nach, wie es im Alter werden wird, - wenn die Beine nicht mehr so einfach die Schwerkraft überwinden, wenn die Haut Falten hat, und keine Elastizität, wenn all die Menschen tot sind, die ich geliebt habe, und der Tod nur eine weitere Nummer auf der Liste. (Grabreden. Glockengeläut. Blumen). Ich frage mich dann: Sind 21 Gramm in einem Seufzen vertan? Oder reicht ein Gedanke, - ein einziger nur, - damit dem Tod kein Reich mehr bleibt?
2.
Manchmal sitze ich auf Friedhöfen und lese Dostojewskij.
3.
Manchmal verliebe ich mich in eine Welt, die nicht meine ist. Eine abstrakte Welt. Eine subversive Welt. Eine substrakte Welt, voller verspäteter Rückschlüsse. Darin gleichen sich Tag und Nacht, und ich selbst bleibe verschieden. Wie ein Blick in ein leeres Zimmer. (Ich bin Princips rechte Hand).
4.
Manchmal verbrenne ich armenisches Papier; es vertreibt den Geruch bitterer Mandeln, der meine Liebe ist.
7.
Manchmal verzähle ich mich absichtlich.
5.
Manchmal beobachte ich Menschen beim Reden, damit ich das Gefühl fürs Sprechen nicht verliere. Ich mache es heimlich, und beiläufig, und träume im Nachhinen oft, ich hätte doch etwas gesagt.
6.
Manchmal habe ich schreckliche Angst, und verliere mich in mir selbst, - Stunden, Tage, Wochen, - nur weil ich nach etwas suche, was ich schon längst habe.
7.
Manchmal ist es zwei Uhr morgens, und ich wünschte, ich hätte jemanden zum Reden.
8.
Manchmal stehe ich am Meer, und erkenne, was es bedeutet, aus dem Meer zu kommen. Dann zähle ich Wellen, die meine Füße küssen, und hinweg wischen, und atme Salz, das sich in meinen Lungen absetzt, damit ich es immer in mir trage, - und bin glücklich.
9.
Manchmal schneidet ein Lächeln meinen Blick entzwei wie eine Rasierklinge, und ich lächle zurück. Zahm, zaghaft, zögerlich, zeige kaum Zähne, lächle nur mit meinen Lippen das Lächeln gedankenloser Liebe, - und möchte doch nur küssen.
10.




















