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no need for oxygen

Ich sitze vor den Namen wie das Kind, das auf der Schaukel sitzt, wie der Hund, der sich, dem Herrchen vorausgerannt, umdreht, - den Kopf schief, die Ohren angelegt, die Augen fragend, - nur um zu sehen, ob da noch jemand hinter ihm ist. Und? Ist die Erde noch unter mir? Ist noch jemand da?

Immer hoch & höher dreht sich die Welt. Alles, was groß sein könnte, ist es auch. Oder. (du verschluckst dich an den fragezeichen).

Der Ozean entschließt sich, keine Grenzen mehr anzuerkennen & frisst die Grenzen auf; so brechen Wellen über den Strand & verschlingen die Kinder samt ihren Sandburgen, verschlingen die Sonnenanbeter, die Walbefeuchter, die großen Schweren wie die kleinen Leichten, - das Meer bekommt sie alle, & das Meer ist in mir. (tauche ein in mir, trink mich aus, salzwasser, das ich bin).

Sachlichkeit! Struktur! Du bittest um beides.

Mir ist, als überflügelte ich alle anderen. (mit ihren kleinlichen worten & gesten & berührungen). Dabei straft der Blick in den Spiegel alles Gesagte Lügen: Ich bin mein Rippenbogen, bin meine Verdauung, bin mein Gesicht. Ich hause nur (& ausschließlich!) in meinen Augen, - mit jedem Blinzeln will ich dem entkommen: Also spucke ich große Töne. Schiebe Haut von einem Punkt zum anderen, & die Adern darunter rauschen im Blut. Ich pflastere meine Finger, weil ich mich beim Spülen schneide. Ich pflastere mein Herz, weil ich verblute. (wir bluten ein leben lang, darling).

Du sagst nichts, schreibst nichts, pfeifst keine Lieder.

Die Perfektion meines Atems reicht dir nicht, um zu Luft zu kommen; daher reibst du dir die Lippen wund, bittest mich um Balsam & ein Taschentuch, & alles, was ich dir gebe, sind meine Finger, die weder rauh sind, noch zärtlich, - Finger, die nichts weiter sind als die Endungen meiner Hände, meiner Arme!, ich bin endlich, (end-ich?, ja, überall). Ich wundere mich darüber, dass ich nicht mit dem Boden verwurzle. Dass sich meine Zellen nicht in ihre Atome auflösen & ich zu Sauerstoff werde. Dass ich mich nicht auflöse, wo doch jeder Traum nichts anderes als Auflösung verspricht. (Im Schlaf kehre ich zu einer Quelle zurück, die nicht mit Worten fassbar ist). Ich weiß. Es ist dir ganz egal. #


ich sitze vor deinem namen wie ein kind, das auf eine belohnung hofft. kann man dir glauben, du schönste aller frauen? kann man dir zum abschied das haar aus der stirn streichen & mit dem haar die bitterste aller zuversichten: dass alles vergänglich ist? kann ich dir die finger in die mulde deiner schlüsselbeine legen & denken: eingehen!, in dich, völlig eingehen & mit dir eins werden?, oder endet diese kleine metapher nur mit den fingerkuppen? mit den offenen enden meiner arterien, die sich zusammenziehen, die sich öffnen, die nichts führen als mein verlangen nach unsterblichkeit.


Nein. Es ist dir nicht egal. Das spüre ich. Du sagst es ja auch. Also sind wir glücklich. Also trinken wir Nektar, essen Ambrosia, tanzen um Feuer, die dem Himmel Funken versprechen, & gehen ein in ein Bild der Seligkeit, ...

Seeligkeit.
Das ist der bittere Irish Coffee, das Glas Absinth zum Abschied. Das sind die Bücher, deren Seiten sich in meine Gehirnwindungen graben, - wieso?, weshalb?, wenn doch dieses Gehirn verfaulen wird?, das ist nicht die Frage, die man sich stellen darf. Das sind die hellen Nächte. Ein Universum verbirgt sich in mir, in diesem Oberflächenmenschen, - mir ist, als sei ich aus Glas, & darunter bricht sich etwas frei, reißt die Schichten auf, & manchmal, in den stillen Stunden, entkommt ein Tosen & Brodeln, entkommt der Himmel & das Meer, entkommt das Gras, dessen Halme meine Füße zähmen, & manchmal ist der Appetit zu groß, & alles geht ein, verschwindet im Munkeln, im Flüstern, im Blick gegen die Spiegelbildmänner, die mir in den Träumen das Augenlicht stehlen. Erreichen!, Zufriedenheit erreichen!, darum kämpfen!



Ich kehre zur Party zurück. Du sitzt auf der Lehne eines Sessels. Die Augen auf Halbmast, verschleiert vom Wein, - die Hände fassen noch das letzte Glas, - und auch deine Lippen glänzen rot. Du sitzt da, redest über das letzte Buch, das du gelesen hast, und lachst. Es riecht nach Asche, überall wo du bist riecht es nach Asche, in die sich Lavendel mischt, und keiner außer mir riecht es.

Ergänze!

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