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Von Wahrheit und Sehnsucht

Der Rauch dieser Kneipe lässt mich denken, ich könne von vorn beginnen; also dichte ich in Asche einige kitschige Verse, die mich sicher lachen ließen, wüsste der Verstand nur von den Fingern:

Frau meines Lebens
- (Kichern) -
gebe, was das Bier mir verspricht,
nenne es Wein:
Was Dir Lachen ist, verdrehe ich sehnend zu Seufzern,
Frau meines Lebens, - Leben, das Deines ist,
was weißt Du vom Tanz, was weißt Du vom Fallen?,
Du reihst mir in Zahnreihen endlos viele Worte,
löst Zahlen voneinander, die unsere Städte auseinander reihen,
reihst mir Häuser neben Traumruinen.
Ich nenne Dich heilig
während Du mich nur mit einem Namen rufst.
Frau meines Lebens, eines Lebens, Deines Lebens,
was weißt Du vom Lieben?

Dann wird die Zigarette vom Glas zerdrückt zum Stummel und ich ziehe die Kreise nach, die das Glas auf dem Holztisch hinterlassen hat; wir reden heute vom Vergangenen, vom Endlos-Immergleichen, aber da steckt keine Sehnsucht drin, das vergeht während dem Aussprechen zu Fragmenten: Weißt du noch?, - schon sagt man: Polaroid, man sagt: Nintendo Entertainment System, man sagt: Walkmen und so weiter, und nichts ist mehr als dieser Augenblick, obwohl uns Jahre voneinander trennen. (Gott sei Dank ignorierst du, der du mein Saufkumpan bist, meine Wiederholungen von der Frau meines Lebens).

Rede noch, wer reden kann.
Wir alle überleben auf unsere Art.

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