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From beneath you, it devours.

Im Halbdunkel tropft der Honig auf den Boden, umgekippt läuft das ganze Glas aus, & der nackte Fuß berührt ein Stück der Traurigkeit; zugegeben: So etwas passiert. Aber Niemand geht aus dem Raum, - wer berührt das Kinn mit Zuckerfingern, - fragend: Was geht hier nur vor?, & plötzlich steht der junge Mann im Viereck Helligkeit. Sein Schatten ist wie die Hand im Haar. Das weiße T-Shirt ist zerlöchert von Mottenmündern, die Ärmel schlottern an den Muskelsträngen, das ist ihm egal, keiner sieht's, keiner hat's je geschmeckt, was sind schon Löcher in so ein bisschen Stoff?, was geht's dich an, Junge, der du da hockst wie ein indischer Prinz auf seinem Elefanten?, was willst du von mir?, ein Kinderlachen?, ein Tasten von Haut an Haut, - nur die im Sande verlaufene Meeresgischt allein vermag das Geräusch des Herzens nachzuahmen, - in diesem Blick, das Auge, von den längsten Wimpern verzahnt, in diesem Blick-Auge, das sich im Grün verliert, im Blau, im Braun, Moment!, was hast du gesehen?, Porzellan?, ach, was weiß der leere Teller am Morgen, der leere Teller der Nacht, was weiß der Kühlschrank, dessen Licht nichts anderes beleuchtet als Senf & Kaffee, was wissen sie zu sagen?, nichts anderes als: Geh, berühr ihn am Arm, dann schließt sich die Welt, die Türe fällt ins Schloss & der Zeh, der eine, er klebt weiter im Honigteich, zerlaufen auf weißen Fliesen.

Du sprichst vom Haus der Götter, in dem die Kinder niemals schlafen; ich sitze im Schneidersitz zwischen Bücherstapeln & streife mir Brotkrümel vom Revers. Hast du je, -- Willst du, -- Ein Funkeln im Fenster unterbricht unsere Sätze immer an den glattesten Kanten; Staub schwirrt dabei im Takt eines ruhelosen Tages, eines Verkehrunfalltages, - selbst die S-Bahn tickt nur noch alle zwanzig Minuten, & die Menschenmassen schieben sich durch's dünnste aller Nadelöhre, - aber darum geht's unseren Händen überhaupt nicht, oder etwa doch? Du sprichst vom Feuer, von Spiegeln, vom kaltgewordenen Kaffee, der zwischen den Kerzen steht, & ich sehe uns schon wieder im Bett, stundenlang, wochenlang, für immer, - nur deine Halsschlagader, dein Schlüsselbein spricht davon. Deine Augen lügen. Deine Worte tun's.

Ich verzeih es.

Der Hunger auf den nächsten Morgen wächst mit jedem Abendrot. Ich, wie ich mich aus Traum & Kissen schäle. Du, wie du verschlafen meine Brust berührst, in diesem viel zu schmalen Bett liegen wir, & dein Bein wickelt sich um meines, dein Haar riecht nach Lavendel, meines riecht nach Salzwasser, & der Wind kräuselt die Vorhänge. Träume ich?, war ich je ein anderer Mensch?

Du sagst, es sei 23 Uhr.
Ich sage, es sei zu früh für den letzten Kuss.
Du sagst, es sei zu früh, um Gedichte über uns zu schreiben.
Ich sage, es ist zu spät,
& das Honigglas zerschellt mit leisem Knacken.

Plötzlich bin ich müde, die Augen sind zu schwer. Alles ist Schwanz & Durst, alles ist Herzschlag & Nomenklatur, alles ist im grünen Licht des Kopierers, alles ist im Handschlag nach drei Bier, alles ist alles ist alles ist in der Tiefe, kommt zu verschlingen, denn das Dunkel kommt aus umgekippten Gläsern, der Schrecken tropft süß auf viel zu kalte Böden, & Niemand rührt am Brustbein, niemand holt die Haare aus dem falschen Winkel zurück in die perfekte Frisur, - der Wind ist viel zu stark, - es bleiben nur zwei sanfte Lippen, im letzten Atemzug versiegeln sie Welten. Alles, was danach kommt, ist ein Abstieg.

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