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Affenkinder on repeat

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B
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Ich weiß, weshalb. Ich meine: Für den Augenblick weiß ich es. Draußen geht die Welt zu Grunde, auf die ein oder andre Weise wird sie das vermutlich immer tun; im eigenen Leben reihen sich die Katastrophen aneinander als wär's ne schlechte Soap-Opera, und nichts ist ungewisser als das Morgen, als das Später und Gleich. Was einst Zukunft war, ist jetzt ein Grab; wir werden wie Blumen darauf gelegt, ein Schmuck für die Toten. Und trotzdem:

An der Türe stehe ich, in der großen, hallenden Weite des Kafka-Baus, und gebe meine Abschiedsworte in ein Halbrund aus Gesichterreihen; es sind so viele Namen und Kürzel, das ich sie beim Schreiben durcheinander bringe, und das Gehirn vergisst sie später, irgendwann sowieso alle, - zumindest die, die nicht sagen: Wir bleiben in Verbindung. Dabei sind es gerade diese Verbindungen, um die gekämpft wird:
Ich reiche L. das Blatt Papier mit e.Mail-Adresse und Handynummer weiter, ich würde wirklich gerne mal ein Bier trinken, oder einen Kaffee, vor, während, nach der Arbeit, wie's so schön heißt, würde gerne mal ein Wort außerhalb der Gehirnzangen mit dir sprechen, einfach so, verstehste?, aber ich habe dabei das Gefühl, dass das nicht geschehen wird. Mit der Mademoiselle Manie tausche ich mich da schon besser aus, oder mit Bellona, klar: natürlich mit Bellona, sie gehörte nie in diese Welt, sie war immer Teil des Draußenseins. Dennoch: Während ich im Aufzug nach unten meine Musik sortiere, denke ich: Bei den andren hat sich's so ergeben, bei L. würde ich es wollen. Jaja, die Obsession hat längst begonnen, ich merke es nur nicht. (Die Augen waren's, - weil es zu wenig Menschen gibt, die mir nicht Resonanzkörper sind, weil es zu wenig Menschen gibt, die so eindeutig uneindeutige Signale blinzeln, weil weil weil). Das ist alles Trivia. Es ist nur ein unstetes Herz.

Draußen schält sich das Ich, und doch bin ich nicht befreit. Berlins Himmel lastet so endlos blau über meinem kleinen Kopf.

Später sitzen Bellona, der Don und das Chaosmädchen mit mir zusammen in der Pannierstraße, und wir lachen, reden laut. Die Frauen trinken Gin Tonic, die Männer bleiben beim Bier und nippen später doch noch am Gin, aber weil der Himmel so erschreckend weit ist, wissen wir nicht, wie es alles weitergehn wird. Soll. (Muss). Wir sind wie Kinder, die das Erwachsensein nur träumen. Wir sind wie die Toten, die sich des Lebens erinnern. Krankenwagensirenen rauschen an unsrem Tisch vorbei, und da, genau in diesem Augenblick, da versteh ich es. Für den Augenblick. Da weiß ich weshalb.

Das Trotzdem ist die einzige Möglichkeit, um auf Dauer zu überleben. Es ist die einzige Wahl in einer Fülle von Freiheiten, Verpflichtungen, Bürden. Die Katastrophen kommen. Sie bahnen sich schon seit Tagen an. Es ist nicht so, als hätte ich davor keine Angst. Ich bin starr vor Angst. Und trotzdem. Der Kampf ist die einzige Chance auf Menschlichkeit. Auf Leben.

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