[>>]

Sonntag, 9. August 2009

Youth without Youth

.
.


.
.

Next: Youth without Youth.
Man sitzt davor und denkt: WTF?! Zuerst leise, dann aber immer lauter werdend, besonders, weil der Trailer so nach Suspense-Kino aussieht. (Der Soundtrack, Mann, der Soundtrack!, & davon hab ich im Film nicht eine Note gehört). Aber das wird akzeptiert. So eine Geschichte muss sich ja entwickeln, denkt man. Auch wenn Untertitel bei so einer Entwicklung manchmal hilfreich gewesen wären. (Zwar ist mein Italienisch nicht ganz so perfetto, gereicht hat es dennoch; mein Sanskrit hingegen ist, naja. Ähm. Genau). Okay, okay. Weiter. Give it to me, Coppola!, & das tut er. Aus dieser zuerst recht offensichtlichen Hitler-versus-Der-Rest-der-Welt-Geschichte, die durch Blitzschlag & übernatürliche Lernfortschritte im Vakuum zu zerschrumpeln droht, wird dann etwas anderes, - völlig anderes. Nein, nicht diese viel umworbene Liebesgeschichte, & ja, genau diese viel umworbene Liebesgeschichte (mit der erschreckend deutsch akzentuierten Alexandra Maria Lara, die alles andere als deutsch sein will). Es ist mehr. Eine Mischung aus Dorian Gray meets Dr. Jekyll meet Mr. Hyde meets Dr. Faust meets, & da wären wir auch beim richtigen angekommen: Professor der Sprachwissenschaft, Dominic Matei.
Die Ursprünge der Sprachen. Darum geht es. Um die Zeit, die man nicht hat. Um die Liebe, die man verliert, die man opfert. Um das Gute, das Böse, & um den Preis, den man zahlt, um eines dieser beiden moralischen Prinzipien auch wirklich durchzusetzen. Um das Wissen, & die Jagd danach, & was es wirklich heißt, zu wissen.

Die tausend Fäden der Geschichte sind verworren; sie gehen von Rumänien in die Schweiz nach Indien, Italien & Malta; sie wechseln Zeit, Raum & Sprache; Perspektive, Gehalt & Zweck. Das kann ermüdend werden, ja, & teilweise war's das auch für mich. (Besonders dann, wenn Veronica, eben: Alexandra Maria Lara, Sanskrit murmelnd ins Gebirge geht). & das Ende, nunja, das Ende findet zudem noch in drei verschiedenen Gehirnen statt. (Eins: Dominic Matei; zwei: Francis Ford Coppola; drei: meins). Aber okay.

Man kann sagen, er sei visuell beachtenswert. Schauspielerisch ist er uneindeutig. (Auch wenn ich Bruno Ganz wirklich bewundere, seit jeher schon & vermutlich für immer). Uneindeutig deswegen, weil zu viel passiert. Zu viel in zu vielen möglichen Wahrscheinlichkeiten, auf vielen sich überlagernden Ebenen. Ein moralisierender Film? Nein. Ein Geschichtsfilm? Nein. Ein Superheldenfilm? Nein. Liebesgeschichte? Nein. & doch auf alles ein Ja. Nur eben kein lautes. Nur ein verwirrtes, unentschlossenes. So richtig weiß man's eben selbst bis zum Ende nicht.

Fazit: Entweder ist es ein verdammter Kultfilm. Oder abstrakt gewordener Scheiß, den man als Kult verkaufen will. Ich bin mir noch nicht sicher, wo ich es persönlich einordnen soll. (Ich tendiere eher zu ersterem). Tatsache ist: Das Buch steht jetzt auf der Liste. (Denn ja, es ist wieder eine von diesen gottverdammten Literaturverfilmungen, bei denen man erst am Ende herausfindet, dass sie tatsächlich auf einem Buch basieren). Auf keinen Fall suspense. So viel ist klar.

mrs. (Gast) - 10. August, 16:48

und woher

hast du die ganzen filme? gerne auch privatantwort. ;-)

morbus - 10. August, 18:01

das ist ja fast so, als frage man den mond nach seinem licht. gekauft, geliehen, gestohlen. geraubt & bezahlt mit den augen einer privatvorstellung, einem freund von kinobetreiber abgesehn, zersehn, hinter roten vorhängen stehend, durchleuchtet wie ein manischer es kann, genommen als wäre es meines, keines, ein stück unlauter gewordenes, dem überall gehörigen geld; wie kommen die dinge in unseren besitz? wir tauschen sie aus.

entschuldige, die frage verlockt mich zum uneindeutigen.
das macht spaß. :D

gegenfrage: ist das denn je relevant gewesen?