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    <title>Der manische Versuch Mensch zu sein : Rubrik:egotrip</title>
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    <dc:publisher>morbus</dc:publisher>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:date>2009-05-09T09:44:35Z</dc:date>
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  <image rdf:about="http://static.twoday.net/morbus/images/icon.gif">
    <title>Der manische Versuch Mensch zu sein</title>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5663328/">
    <title>Der Punkt.</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5663328/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;frieden finden als sei er verloren, - in der parochialkirche beispielsweise: dort, wo das mädchen ihre tasche abstellt, um zu singen. (ihre stimme ist donnergrollen &amp; sirenengesang). sie ist ganz im licht der bleiglasfenster. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann mit den blicken dem wind nachjagen bis die blätter in den bäumen zu funkeln beginnen. kitsch &lt;i&gt;sans luxe,&lt;/i&gt; natürlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich finde wunder: eine frau, die mich ohne zu zögern an der kasse im supermarkt vorlässt, obwohl ich mehr in den händen halte als sie im wagen hat. ein mann, der mir ein bier schenkt, abends, auf der admiralsbrücke, - dort sitzen die menschen auf der straße, warten bis das letzte bisschen licht verlischt, &amp; trinken &amp; lachen &amp; spielen musik. (&amp; die schnorrer sammeln die flaschen). in einem der antiquariate in der oranienstraße das buch von edward bellamy finden, - auch wenn es niemand je gesucht hat. dazu &lt;i&gt;den besten kaffee&lt;/i&gt; der stadt trinken &amp; darüber lachen. den ersten spargel des jahres mit messer &amp; gabel zerfasern &amp; über das nachbarskind lächeln, das am fenster zum hof wieder mal tanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die motte tanzt ebenfalls: sie tanzt nachts um augen &amp; lippen, weil durch blinzeln &amp; atmen so viel licht entkommt; dann spricht man leise, flüstert ins telephon, damit die schatten es nicht hören. dabei geht es um nichts anderes als die nacht, die ewig verführerische, &lt;i&gt;es ist schon kurz nach zwei, bald geht wieder die sonne auf&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich denke an die &lt;i&gt;egglise de portovenere&lt;/i&gt; &amp; spüre die gischt im gesicht. &lt;i&gt;nur dort&lt;/i&gt;, sagst du, &lt;i&gt;nur dort&lt;/I&gt;. aber ich  wünsche mir, die laternen am hermannplatz würden jetzt zu goldfunken zerplatzen. vielleicht ist das ja zu viel verlangt. aber der wunsch macht mich glücklich genug. &lt;br /&gt;
dann sagst du: &lt;i&gt;komm mit, für ein paar monate. irgendwann im sommer. ich zeig dir die stadt&lt;/i&gt;, &amp; ich spüre es, spüre wie sehr mir die ewigkeit das haar zerwühlt, &amp; denke an das geschirr, das noch zu spülen ist, &amp; an die t-shirts, die man noch waschen muss, &amp; denke an das ganze ganze wissen, das ich mir anzueignen habe, - über die oktoberrevolution in russland, über die französische revolution, über spanien, über die diskurstheorie; ich muss mehr über bergson wissen, &amp; derrida; vom schreiben &amp; organisieren ganz zu schweigen. aber darum geht es überhaupt nicht. das ist nicht der punkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der punkt ist das ende alles bekannten. &lt;br /&gt;
was danach folgt, ist die ungewissheit.&lt;br /&gt;
das, was man &lt;i&gt;abenteuer&lt;/i&gt; nennt. &lt;br /&gt;
es beginnt im kopf &amp; endet nie.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-24T07:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5614509/">
    <title>Beim Übertreten der Grenze</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5614509/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;1.&lt;br /&gt;
Ich schlafe mit geöffneten Augen, rotgeränderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. &lt;br /&gt;
Klardenken. Klarsehen. Klarwerden. Was heißt das anderes als eine Art der Durchsicht zu erreichen, - die eigenen Handlungen betreffend?; eine Art &lt;i&gt;Masterplan&lt;/i&gt; für den eigenen Verstand. &lt;i&gt;Falls A, dann B, du verstehst?&lt;/i&gt; Und doch: Auch in meinem Verstand tobt Asterion, - ihm (&amp; nur ihm) gehört das Haus der Krankheiten, in dessen leeren Zimmern ich wohne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. &lt;br /&gt;
Das Leitungswasser ätzt mir die Lippen. Ich trinke es wie flüssigen Sauerstoff. (Rezitiere Dylan Thomas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4.  &lt;br /&gt;
Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Generell, mein ich. Wenn etwas zu gut läuft, dann sabotiere ich es. Wenn du mir das Glück kochst, dann schmecke ich noch das Un- darin heraus: Ein bitterer, galliger Geschmack, der mir die Zunge lähmt. Wenn du sagst, du könntest ewig bleiben, dann sehe ich dich gehen. Wenn ich es sage, dann lüge ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit meinen Schraubenzieherworten und Zangenfingern verdrehe ich der Wirklichkeit Schrauben und Muttern: Je länger jemand bei mir sitzt und meinem gierigen Mund zuhört, desto weniger Realität bleibt dabei übrig. Ich bin der Dieb aller Anfangsbuchstaben; jedes meiner Worte haust in fremden Köpfen und schlägt bei Bedarf die Augen ein, um als Rauch zu entkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. &lt;br /&gt;
Es geht ums Planen. Planenplanenplanen, sagen sie. (Die Anderen). Und sie geben Funktionen und Alternativen, - die Blaupausen decken allerdings nie den Alltag ab. Also umgeht man Ecken und Kanten, zerschlägt Wände zu Türen und Fenster, - dabei übertritt man die Grenze: Was &lt;i&gt;dir&lt;/i&gt; möglich ist, muss noch lange nicht &lt;i&gt;möglich&lt;/i&gt; sein. Träumen ist einfach. Das Leben kümmert sich nicht darum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. &lt;br /&gt;
Gib mir eine Minute, und ich nehme dir den ganzen Monat, ich nehme dir ein ganzes Jahr. Fakt ist: Ich habe aufgehört an die Bedingungslosigkeit der Zeit zu glauben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. &lt;br /&gt;
An jedem dieser endlosen Tage übertrete ich Grenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. &lt;br /&gt;
Ich will die Geschichte der Verlorenen erzählen, - &lt;i&gt;der Traum vom Tod zweier Liebender&lt;/I&gt;. Ich arbeite daran, auch wenn jedes Wort wie Leitungswasser ist, klar, ohne Geschmack, aber ich gebe ihm meine Traurigkeit ein, die sich unter meiner Zunge sammelt, lege ihm die Scherben zu Füßen, die mir Vergangenes sind: Die Party ist vorbei, die Gläser sind leer, aber der Taumel, die Besinnungslosigkeit haben mir nicht die Stille ersetzt, die mir die Erzählung ist. (Sie macht mir die Happen zu Steinen, die Träume zu Visionen, und das Herz, das Herz, das viel zitierte, spricht zur Abwechslung überhaupt kein Wort meiner Sprache mehr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9.&lt;br /&gt;
Charlotte Marie-Anne Corday gibt mir das Messer.&lt;br /&gt;
Schneide, schneide, sagt de Sade. &lt;br /&gt;
Und ich schneide. &lt;br /&gt;
Ja, ich bin ein Schlächter.&lt;/p&gt;

10. &lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;black&quot;&gt;Ich habe Angst.&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-29T18:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5609762/">
    <title>&lt;center&gt;Ich habe den Job.&lt;/center&gt;</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5609762/</link>
    <description>&lt;center&gt;Ich habe den Job.&lt;/center&gt;</description>
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    <dc:date>2009-03-27T08:00:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5608134/">
    <title>Reflex(io)</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5608134/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Wie etwas ist?, &lt;i&gt;etwas&lt;/i&gt;, - was soll das sein?, na, hier, bei dir im Zimmer, in deiner Wohnung, in deinem Leben, - dein Alltag, ich kann mich dir nicht vorstellen, wie du deinen Alltag lebst, - du willst wissen, wie es so läuft?, ja, ich will wissen, was du so machst, was du &lt;i&gt;tust&lt;/I&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich teile meine Freunde in Alltagsgegenstände ein: Der Stahlschwamm, der Garderobenständer, und ein Spiegel, was ich allerdings selbst bin, weiß ich nicht. Möglicherweise nichts als ein Fenster, durch das man sieht; etwas, das da ist, und nicht da ist; etwas, das seine Existenz durch seine Nichtexistenz rechtfertigt. Nein, so &lt;i&gt;etwas&lt;/i&gt; meine ich nicht, was meinst du dann?, das Andere, die Normalität?, ja. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf meinem Schreibtisch stapeln sich die Bücher, - Lovecraft auf Mann auf Lenz auf Tschechow auf Miller auf Zweig auf Canetti auf Melville auf de Sade, - und drüben, auf den Brettern der Regale: dasselbe Bild. Ich bin papiernern. Überall liegen Notizblätter, gelbe, viereckige Post-Its zerkleben mir Tischkanten und Wände, und ich bin so unersättlich, so maßlos, - andere sagen, ich hätte es übertrieben, in den letzten drei Monaten; sie sagen, ich hätte jetzt mehr ungelesene Bücher in meinen Regalen als gelesene, - das stimmt!, - aber ich bin kein Sammler, weil ich den Besitz brauche, die Existenz. Ich sammle Erfahrungen, Wissen, etc. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intellektuelles Gewichse, das will ich nicht hören, was denn dann?, ich kann nur über mich schreiben, immer ich, immer pures Ego, darum geht es nicht, wie gehen die Tage? &lt;br /&gt;
Sie gehen besinnungslos und in Armut: In einem Stoffbeutel von Neckarmannreisen klirren und klimpern die Münzen, Dank derer ich lebe, - schlechtlebe, wenn man&apos;s bedenkt. Ich bin schrecklich arm, ich hungere, ich vertreibe den Durst durch gekochtes Wasser und Bier, das mir R. ausgibt, - beim einen verbrenne ich mir die Zungenspitze, beim andren schreibe ich Schuldscheine aus, - und manchmal schickt mir die Mutter Fresspakete aus dem Süden; und doch: Ich wähle die Armut, den Hunger selbst, denn ich kaufe im Antiquariat tonnenweise mehr Bücher, - die letzten Silbermünzen werden rausgehauen, ich denke nicht darüber nach. Mein Kopf ist gierig, gieriger als es der Magen je sein kann. Aber die Tage gehen in Glück, in Aufregung. Ich verschulde mich, und überziehe mein Konto für ein Leben, das sich irgendwo zwischen Vorstellung und Realität abspielt, und das mich selbst mitten im Platzregen lächeln lässt, ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was tust du?, was ich tue?, ja. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wasche Wäsche, spüle Teller und Gläser, ich renne draußen von Kneipe zu Kneipe und diskutiere, diskutiere, - es ist anders als in Tubinga. Das alles ist größer, schneller, hässlicher, - manchmal, - aber es geschieht aus Notwendigkeit. Aber das erklärt nicht, was du tust, mein Gott, was soll ich tun?, ich existiere im brandenden Wahnsinn, im Pochen von Blasphemien, ich zergehe des nachts vor Sehnsucht, und beiße mir die Lippen blutig, weil die Sehnsucht keinen Ort mehr kennt, keine große (gescheiterte) Liebe, weil ich fort bin, von Keinemortnirgends entflohen, weil ich kein Exilant bin. Nichts beschreibt mich, nichts definiert mich, und trotzdem kann ich Seiten damit füllen; das ist ermüdend. Für alle. Also überlege ich viel. (Oder rede mir das Überlegen ein). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lebe in einer Welt über der echten. Ich bin unwirklicherweise so real wie man als Skizze nur sein kann; wie der Lebensentwurf aussah, damals?, vor siebenhundert Jahren, - das weiß kein Mensch mehr, und was würde die Erkenntnis auch ändern? Jeder sieht sich im Spiegel und denkt sich seinen Teil darüber, - über die Nase, das Haar und vielleicht die Zähne, - aber in der Konfrontation mit dem Anderen, mit den Fremden, den Menschen, die jeden Tag aufs Neue mit einem kollidieren, da sind die Überlegungen nichts als Standbilder, nichts als Momente, die von den Augenblicken der anderen überlagert werden, - wer also ist man?, was tut man? Zwischen Geburt und Tod findet eine Ansammlung verschiedener Tätigkeiten statt, - sie kann mein Geist analysieren, in eine Reihenfolge bringen, - aber ehrlich gesagt: Wir wissen alle, dass die Beschreibung nicht lebendig wird; sie ist nur ein Ritual, die nachfolgende Geschichte eines Lügners. Allenfalls. Wir konstruieren Geschichte, wir konstruieren unseren Individualismus, das ist alles, - warum ihn jetzt also so dreist in den Vordergrund stellen?, - weil man es muss?, um zu überleben?, um sich zu rechtfertigen?, um zu erkennen, vielleicht, aber was sagt mir das Orakel von Delphi anderes als: &lt;i&gt;Erkenne dich selbst, und du wirst dich ein Leben lang langweilen&lt;/i&gt;; die Öde der Erkenntnis ist der unausweichliche Ausgang aller Fehlerbeseitigungen, aller Entmenschlichung, - daher reiben wir uns an den Fehlern der Anderen auf, oder nicht? Deshalb blenden wir manchmal unsere schlimmsten Eigenschaften aus, und manchmal verbeißen wir uns in sie: Es gibt uns das Gefühl, alles zu durchschauen ohne dabei einmal zu blinzeln.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-26T13:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5574186/">
    <title>Im schwarzen Spiegel</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5574186/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;An manchen Tagen sind die Gefühle wie in Einmachgläsern. Drum herum pulst Blut, und die Nase läuft über Abzugsschächten; das Glas ist zerkratzt und schmierig; aus einem der oberen Fenster irgendeines Plattenbaus schüttelt eine Frau ihre Bettwäsche. Und das Herz? Und der Verstand? Nichts fragt, nichts leckt sich die Finger (wund), - stattdessen wird genickt und gelächelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein junger Mann, der an der Kaffeetasse nippt. An ihn denke ich. Eine Erinnerung, aufbewahrt in Noppenfolie und Styroporflocken, ganz weit oben, in einem der Regale, an die keiner mehr so richtig kommt. Was ist denn noch darüber zu sagen? Heute. Hier. In einer Welt der Möglichkeiten: Kauf dir einen neuen Pullover, lass dein Auto reparieren, sei nicht traurig, ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haar klebt noch nass an der Kopfhaut, aber die Kleidung ist längst Aschenbecher und Zigarettenstummel: Alles stinkt nach Rauch, &lt;i&gt;atmet&lt;/i&gt; Rauch, ist Zephyr und lockt mich mit Kerzengeflacker. Keine Chance für Kernseife und Meersalz. Kein Raum für Lavendel. &lt;br /&gt;
Im Später trinken die Lippen das Bier, gierig. (Natürlich gierig, denn der Regen macht durstig). Denke: &lt;i&gt;Wie konnte man nur so arm werden, wie konnte das Geld nur zu Kupfermünzen zerfallen, zu Beutelrestbeständen, wie Krümel sammeln die Finger alles zusammen, wie konnte alles nur so weit kommen?&lt;/i&gt;, aber das Bier betäubt Sinne und Zeit. Mehr davon tötet. Ich weiß. Aber wie süß scheint mir mittlerweile das Sterben? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir gehen daher durch eine feuchtkalte Welt, eine schiefgraue, eine grelllaute, eine Zwitterwelt. Als Rauschzustände torkeln wir zu Ängsten und Freuden; das vergisst man nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eleganz des neuen Morgens? Die Beine steigen in zu weiten Frotté-Schlafanzughosen aus einem Gewühl aus Bettdecke und Kissen, der Körper, - halbnackt, weil die Kleidung im Schlaf verrutschte, - ragt hinauf in die Höhe und zieht die Arme hinter sich her, und dann, mitten im Raum, folgt die Erkenntnis des Baggers, der vor der Tür die Straße zerreißt, der Sonne, die Luft und Wind zerteilt, und der Menschen, - ewige, hunderte: sie gehen unter den Fenstern vorbei und schreien gegen den Krach. Der Lärm ist unermüdlich, er setzt sich fort wie Märchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jeden verliere ich ein Fragment.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tage ziehen wie Wolken, und ich, das ungläubige Kind, gebe ihnen Namen und Formen. Kürze! Streiche! Ich verliere die Kontrolle über die Zusammenhänge. Was da draußen geschieht? Amoklauf und Hauseinsturz. Seit Tagen weicht die Erde auf. Montag, Dienstag, Mittwoch: Die Appetitanreger zügeln den Hunger. Donnerstag, Freitag, Samstag: Hunger. Am Sonntag kommt die Übelkeit. Und morgen beginnt alles von vorn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem schwarzen Spiegel sehe ich die Welt, und die Welt bin ich. Was erkennt das Gelee, das mir Augen ist? Was suchen die Zähne anderes als das Kauen? Ich bin hungrig, ich dürste, ich bin einsam im Ewigreden, im Ewigsehen, im Ewigsichbegegnen; das ist kein Gedanke, das kleidet die Worte falsch: &lt;br /&gt;
Im Sprachgewühl schlage ich Vokabeln nach. &lt;i&gt;Chichón. Misia. Orgueil. Crâne&lt;/i&gt;, man geht im Kreis. Niemals: &lt;i&gt;Me and the many&lt;/I&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen könnte ich tausende Namen auf Schnüre fädeln, und mir als Gepränge um Hals und Schultern legen: Unica Zürn, El Greco, Stéphane Mallarmé, César Vallejo, Thom Gunn, und alle Namen sind tot.&lt;br /&gt;
Ich suche sie in Büchern, in Gedichten zerpflücke ich mir Leben und Wahn ihrer tintenklecksigen Finger, ihrer Schreibmaschinenhände, und ich atme auf in Schreiblosigkeit. Das hat schon jemand anderes für mich getan, nicht? (Mein Pedro Páramo). Und doch: Die Namen füllen mir die Notizbücher, sie überfluten mir Herz und Verstand, - aber solange morgens der Kaffeelöffel das Keramik zerfurcht, solange nur die S-Bahn pünktlich fährt, solange der Blick in den Schwarztee fällt, -- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will darin ertrinken, in diesen Todeswassern, meinem Rio Negro, will darin bis zum Grund sinken, ganz tief hinab, bis mir entweichende Luftblasen, - silbern schimmernd, wabernd, - die Lippen kitzeln. (In der Hitze der Unterwasservulkane will ich schwimmen). Schattenreiche, Schattenfluten, -- *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
solange alles seinen Takt und Versmaß hat, (was es nicht hat), und die Bücher mich weiter so zu vergiften lernen, mich wie zärtliche Finger von dem Apfelsinenkern befreien, der in mir verzahnt fremde Münder schreckt, solange geschieht, was geschieht, ist alles weder Rückschritt noch Müdigkeit.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nein. Es scheint nur so, als erleide ich nach und nach Schiffbruch. Es ist kein Fiebertraum, der Wahnsinn hat keine Methode, weil er nicht Wahn ist, und auch nicht Sinn. Ich bin zur Abwechslung völlig real. 
&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-13T19:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5565573/">
    <title>Szenen einer Ehe</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5565573/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Nachts strecke ich schlafend die Hände von mir, &lt;br /&gt;
und sehe in der Ferne die Finger. &lt;br /&gt;
Niemandes Haar rollt sich mir um Handgelenke und Arme; &lt;br /&gt;
jemandes Wahnsinn streicht mir die Lider zurück in den Schlaf. &lt;br /&gt;
Hinten, am Fenster, rauschen die Reifen, &lt;br /&gt;
und Licht sprüht die dunklen Straßen fleckig weiß; &lt;br /&gt;
draußen gehen die Kinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach langem Wachsein entrollt sich die Welt vor mir als wäre sie nur aus Papier. Was gibt den Dingen eigentlich ihre Dimension? Du nennst es &lt;i&gt;Wahrheit&lt;/i&gt;, ich lüge um zu gefallen. Aber wirklich wissen kann es keiner. (Doch!, einer weiß es: Sein Haar ist aschen und knistert im Wind).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie oft kann man die Traurigkeit entfalten, bis sie vollständig in mich passt? Bis sie mich ausfüllt? Bis aus dem Aleph nichts anderes wird als ein Punkt vieler Punkte, von den Augen zerblinzelt, von den Zähnen zerkaut, - ein Endpunkt, ein Omega allenfalls, mit dem man sich die Augenpartie salbt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du gibst mir Adjektive, und reihst sie zwischen andere: &lt;I&gt;Ruhelos&lt;/i&gt;, nennst du mich, und es stimmt: Ich bin nicht fürs Warten gemacht, ich bin nicht als Müßiggänger geboren, und nichts ist mir unerträglicher als im Warten zu müssen. Als im Müssen zu warten. Als zu müsswarten, als zu wartmüssen. (Ich finde kein Wort, das es beschreibt). Es ist die Ruhe, die mich erstickt, es ist das Starren, das mich blendet, - Untätigkeit bekommt mir nicht, daher meide ich dich. (Du nimmst mir die Zeit, und ersetzt sie durch Leere). Meine wippenden Beine nerven dich, weil du die Unruhe nicht kennst, die Rastlosigkeit. Weil du nicht weißt, wie es ist, getrieben zu sein, verbietest du es. Ein Windstoß könnte nicht unbändiger sein. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Müde&lt;/i&gt;, nennst du meine Augen. Und es stimmt. Ich bin müde, verliere Worte, die sich wie weiße, abgestorbene Hautfetzen von meinen trockenen Lippen lösen: Ich zupfe sie ab und lege sie dir zu Mustern, die der Wind, die Rauch und Ewigkeit wieder zerstören, und dann beklagen die Leute mangelnde Liebe. Ich bin den Diskussionen müde, den Belehrungen, den Maßregelungen, dem Besserenwissen. Ich will Unrecht haben, ich will darin baden. Lass mir tausend Allerweltswahnheiten und behalte Formeln und Logik: Ich will im Irrsinn toben und lachen, ich will argumentieren und allen zuvor gesagten Sätzen widersprechen. Ich möchte nicht im Rauch ertrinken, den mir Glaslungen in die Kleidung husten; ich brauche die Luft, die mich nicht müde macht. Ich brauche keine Kompromisse mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Worten &lt;i&gt;Grausam&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Egoistisch&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Undankbar&lt;/i&gt; schmückst du mich als wären es Krone, Zepter und Hermelin, und ich nicke verzückt. Ich bin ein König der Falschheit. Und doch: Im richtigen Augenblick, abends, unter goldenen Decken, drehe ich einen Zwanzig-Euro-Schein aus der Tasche, schenke ihn denen, die mich um meiner selbst willen mögen, und bin schließlich selbst arm. Meine Großzügigkeit ist maßlos: Ich preise alles doppelt und verschenke es ganz. Von dir wird der Rest in Einkaufstüten aufgewogen. In kupfernen Centstücken, die nicht geschätzt werden, bis das Kupfer schwarz ist und die Zahl unleserlich: Über Geld reden wir lieber nicht weiter. Ich will nicht. Ich bin ein Prinz der Armut, ein Fürst des Hungerns. Ich habe nichts, und die Opfer, die ich gebe, die siehst du nicht. (Immer endet alles im Darüberreden, in Einigungen, im Nicken und Lachen, Weinen, aber nichts ist wirklich Loyalität dabei, sondern Verpflichtung). Ich gebe alles, was ich habe, und der Undank ist der Welten Lohn.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Türe kennt eine Schwelle und sie überstolpert man stampfend. Meine Türe kennt kein Schloss. Meine Türe ist der Zugang zu einem Zimmer weit über dem Herzen, und keiner achtet darauf. Immer wieder denke ich an &lt;i&gt;Trutzburgen&lt;/i&gt;, an &lt;i&gt;Wachtürme&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Selbstschussanlagen&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich komme nicht zum Luftholen: Ich schöpfe meine Geduld an der Oberfläche des Tiegels ab, der mein Leben ist, und speie Gift darauf, das sich bitter unter den Worten meiner Verachtung sammelt. Das ist nicht so pathetisch wie man glauben mag; es ist auch keine Poesie. &lt;br /&gt;
Jede Kopie, die man von mir anfertigt, nimmt mir die Kraft. Ich will Trennung, Auflösung, Seperation, - ich will das Einzelne zurück, etwas, das mir Sturm und Vogelgeschrei waren; ein bisschen davon will ich wieder. Für mich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für. Mich. Sein. &lt;br /&gt;
Ganz allein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In eine Welt, die sich nicht in Wachsblasen miteinander verbindet, will ich eingehen, will ich durch die Straßen gehen; ich will nicht Daumen schrauben, will nicht bei jedem Wort unter goldenen Decken abwiegen, will nicht rechtfertigen. Ich führe keine Ehe, ich bin kein Bindeglied. Ohne die Freiheit will ich die Verpflichtungen nicht tragen, ich bin ihnen überdrüssig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die leeren Zimmer durchwandere ich in Adjektiven. &lt;br /&gt;
Aber bald (sehr bald) endet es. Endet die Chiffre. &lt;br /&gt;
Und die Geduld wird abgeschöpft sein. &lt;br /&gt;
Das Hinnehmen. Das Verstummen. Das Nicken. &lt;br /&gt;
Alles wird aus mir herausgetrennt sein. &lt;br /&gt;
Und dann wird keine Stimme mehr &lt;i&gt;Ja&lt;/i&gt; sagen.  &lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-07T13:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5553661/">
    <title>Denkmal</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;[...] was ich realisieren will? mein leben. meine vorstellungen vom leben. ich weiß, klingt kryptisch, nicht ergiebig. aber im grunde ist es nicht mehr als das. ich hab mir zu oft die lippen kaputt gemacht, blutig gebissen, sauber geküsst; das fleisch lag aus, lag überall, auch das mangelt irgendwann. ein bisschen melodramatik mischt sich mit der melancholie, die glücklich machen will. ich wünsche zu schreiben, mein leben lang, tausend bücher. ich will irgendwann aufwachen, morgens, &amp; den wind im haar haben &amp; fremde finger; eine berührung von haut an haut, während die weißen vorhänge über das parkett rascheln; kaffeegeschmack auf den lippen, während der alltag sachte an die türe klopft. ein zuhause. ich hatte nie eins. geborgenheit vielleicht, so romantisch, so verkitscht es klingt. weniger möglichkeiten, mehr realisierung von träumen. nachts rettungsreifen von spreebrücken klauen. im kino sitzen, während eine schlechte komödie läuft, &amp; für alle die pointen versauen, in dem man an den falschen stellen lacht. küssen bis der atem stillsteht. kleinigkeiten. momentaufnahmen. ich war seit jahren auf der flucht davor. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus einem mail an d.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
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    <dc:date>2009-03-03T08:05:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5540901/">
    <title>Der Manie zweiter Teil.</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5540901/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Eine Aufzählung. (Privatnotiz). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin gierig, unersättlich. Unentwegt schütte ich mir Buttermilch in den Rachen, wische mir Fisch auf die Lippen, beiße in Äpfel. Die Zähne malmen weiter. Nach sieben sechs, nach fünf! Stunden Schlaf schlagen die Augen die Bettdecke zurück und die Wände zu Scherben: Die Zähne malmen weiter, weiter und unermüdlich: Die Träume betäuben mich nicht länger, sie rauben mir den Schlaf. (&lt;i&gt;So gehen die Beine angeschraubt auf tausend Metern Stahl über Fließbandbahnen&lt;/i&gt;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santogold speit mir Lieder ins Gehirn. &lt;br /&gt;
Ich knicke Kunderas Seiten mit unruhigen Fingerspitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem ich zugesagt habe, im Sommer nach Jerusalem zu fliegen, dort zu leben, - für eine Weile, - um dort zu schreiben; seit dem mir R. ein bisschen Barcelona in die Augen gestreut hat; seit dem die Gedanken sich wieder an Paris reiben, wie vor drei Jahren, ein Leben lang; seit dem mir Berliner Straßen versus Menschen den Herzschlag in die Höhe treiben, jeden Tag, zu jeder Stunde, -- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da bleibt Irrsinn zurück,&lt;br /&gt;
aufbrechen, Strukturen einreißen, &lt;br /&gt;
Photographien, die von den Wänden fallen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-- fühle ich mich außerstande wirklich zu begreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Körper entmenschlicht mich nicht, obwohl ich genauso wie all die anderen in diesem Fitness-Studio bin, auf fixierten Rädern irgendwohin fahre (ohne dort jemals anzukommen), in Eisenquerverbindungen Quermuskeln trainiere (ohne zu wissen, ob mir dieses Kostüm überhaupt stehen wird): &lt;i&gt;Obwohl&lt;/i&gt;, müsste es heißen: &lt;i&gt;Obwohl&lt;/i&gt; mich mein Körper nicht entmenschlicht, bin ich glücklich. Unbändig. (Nicht niemals so frei wie ich denke, aber frei genug). Trotz den Problemen. Will ich sagen. Trotz oder gerade &lt;i&gt;wegen&lt;/i&gt; den Problemen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den Einzelpunkten schlage ich mir den Kopf blutig. Meine Augen sind so rot wie vor Monaten zuletzt, und ich habe vorhin gelesen, gegen große Poren (auf der Nase) helfe Zitronensaft. Was? Genau. Ich lese über die französische Revolution und sympathisiere mit Marat; ich spiele Schach gegen mich selbst und gewinne immer; ich lasse zerwühlt das Bett zurück und zerwühle mich selbst: Das Haar wächst strähnig weiter bis über die Augen, aber ich schlage es jetzt hinter den Ohren zurück wie Buchseiten; der Bart wird gestutzt, die Oberlippe rasiert, und vielleicht bin ich tatsächlich die Skizzen meiner Aufschriebe. &lt;br /&gt;
Auf dem Tisch (weiß) stehen drei Kerzen (weiß); sie entzünde ich mittags, abends, sie entzünde ich nachts und Celans Lyrik färbt mir die Sprache. Natürlich reißen mir die Finger die Reißverschlüsse kaputt, und ich überlege angestrengt, wie ich jemals besser aussehen soll, wenn mich keine Kleidung schmückt, aber scheiße, ich bin kein Christbaum, also muss mich nichts weiter schmücken; meine Gedanken reichen völlig aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verwechsle &lt;i&gt;Sollen&lt;/i&gt; mit &lt;i&gt;Wollen&lt;/i&gt;, und denke konstant ans &lt;i&gt;Müssen&lt;/i&gt;. So bin ich. Aber damit bin ich gerade ganz zufrieden. Trotz der Armut. Trotz der Zukunft. (Oder ihrer Möglichkeiten). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja. Die Gefahr liegt immer in der Manie. &lt;br /&gt;
Sie zerschlägt alles, sie zerfurcht, sie malmt mir die Zähne. Und ich, - der ich ganz zum Mund werde, der Grübchen lächeln will, und der doch nur Falten lacht, - ich spare mit Erklärungen. Lest zwischen den Zeilen, Mann. Erst dann heißt es: &lt;i&gt;Ach, so ist der drauf?&lt;/i&gt;, ja, hätt ich nie gedacht.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-02-25T11:55:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5511146/">
    <title>Interlude: Die Fahrt hinaus</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5511146/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Habe ich mit dem Fuß gewippt, oder war es das hastige Blinzeln der Augen? War mein Mund trocken, griffen meine Finger ins widerspenstige Haar? Ging plötzlich der Puls in die Höhe, brauchte die Lunge nur mehr Luft? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, was ich (oder mein Körper als Reaktion) tat, als ich gefragt wurde, ob ich nach Jerusalem wolle, - für einen Monat, irgendwann am Ende des Sommers. (Ein bezahlter Flug, ein bezahltes Zimmer). Ich weiß nicht, was mir zuerst durch den Kopf ging. Das Fliegen vermutlich, die Angst davor. Oder waren es die Geschichten, die man sich im Westen so erzählt; die in die Luft gesprengten Busse, die verkleideten Männer mit ihren Bombengürteln? (Ja). Und danach? Der Felsendom. Die Klagemauer. Leben wie es in meinem Kopf eigentlich passieren sollte. Eine Frage zwischen zwei Stunden. &lt;br /&gt;
Und doch: Bisher keine Zusage. Von mir, mein ich. Ich konnte nicht so ohne weiteres &lt;i&gt;Ja&lt;/I&gt; schreien, auch wenn mir R. sagte, ich solle. Ein Monat Jerusalem. Schreiben. Einfach so. Der Herzschlag macht mich schlaflos. Soll ich? (Mit 24, dann). Ist es das? Erfüllt sich die Prophezeiung, die ich mir selbst gegeben habe, so ohne weiteres? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber. Was ist mit der Zukunft eigentlich los? Also: Überhaupt! Mein Nacken ist steif vom vielen Nach-vorne-Sehen: S. redet von einem Volontariat bei Arte. R. erzählt mir etwas von einem Praktikum beim Aufbau-Verlag. Der Muttertron sagt mir, ich solle Suhrkamp nicht aus den Augen verlieren. Und Basels Ideen brennen mir Goldpartikel in die Haut: Ja, zu allem. Zu allem: Ja! Immer wieder. Ich will &lt;i&gt;alles&lt;/i&gt;. (Und das ist durchaus bedenklich).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was war Dänemark noch, was waren die Tage aus Wind und Vogelgeschrei? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nervös. Ich bin unruhig. Spätestens jetzt wippt das Bein gegen den Takt, und die Augen blinzeln zu oft. Sich entscheiden. Sich bewusst werden. Die Möglichkeiten abgleichen, die Situationen richtig einschätzen. Prioritäten setzen. Das Ich ist bedeutunglos geworden: Die Intensität hat alles weggewischt, und auch wenn es jetzt so scheint, dass die Angst geblieben ist: auch das wird weichen. Denke ich. Aber die Überwindung wird nicht einfach, nichts ist wirklich einfach, natürlich nicht, - das ist ein neuer Kampf, ein neues Kapitel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie kann es einfach so passieren? &lt;br /&gt;
(Rhethorische Spielereien). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde ist es ganz egal, &lt;I&gt;wie&lt;/i&gt; es passiert. Ich weiß. Darauf kommt es überhaupt nicht an.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-02-12T08:15:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5501643/">
    <title>Das Lied des Rattenfängers</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5501643/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Sie sagt: &lt;I&gt;Jeden Morgen erwacht man als Ungeziefer aus unruhigen Träumen und nie wird hinterfragt, nie fühlt man sich entmenschlicht: Das eigentliche Menschsein bleibt an der Oberfläche zurück, im Wegwischen der Fühler, im Abschälen des Kissens von der Panzerhaut. Es ist nun mal so: Wir sind nichts anderes als Insekten.&lt;/I&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald zerblinzeln Augen den Staub in den Ecken, bald zertreten die Füße das ausgerissene Haar. Ich gehe als Phantom durch leere Räume, setze mich als Gespenst auf angejahrtes Mobiliar. Im Wind, der durch die Flure geht, die Türen in die Schlösser haut, und verwirbelnd sich in Laub und Müll verliert, höre ich meinen Namen, &lt;i&gt;but the name is gone&lt;/i&gt;: ich bin nicht, wer ich war, ich bin nicht, wer ich sein werde. Als Skizze verlasse ich die Spitze des Kohlestifts, als Entwurf bin ich Vielfalt. So vergehen die Tage, so reihen sich die Stunden blind aneinander. Die Hände, die so tun, als wären sie von tausend Jahren Arbeit aufgerauht, blättern gierig Seiten um, streichen über Türklinken wie zum Abschied und nehmen den Schlüsselbund aus dem Korb, schräg gegenüber des Spiegels, - immerhin sehe ich mich jeden Tag nicht als Käfer, - und öffnen schließlich ein Rechteck Welt, das überall sein will und nirgendwo ist, außer im perfekten Rund der Augen. Die Stille dabei ist wie ein Rettungsfloß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin aus dem Haus, und mitten in der Stadt, immer dort, auf den Straßen; schichte Bücher in kleine Kartons um und denke ans Sterben, rede über Verlage und atme die Zukunft, trinke zu viel Bier und esse zu wenig, taumle als Herzschlag durch die Häuserschluchten, - verschenkt sich so die Ungeduld? &lt;br /&gt;
Ich achte nicht auf das Klopfen an der Türe, sobald der Wind daran vorüberstreicht. Ich achte nicht auf das ausgerissene Haar in den Ecken, auf den Staub an den Füßen, - es ist nicht mein Lebensentwurf, der sich beim Aufstehen um halb vier, am Nachmittag aus dem Warmen ins Kalte drängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also stampfe so lange du willst. Drehe die Musik so laut auf, wie du kannst. Ich bin unerreichbar. Ich bin unberührbar. Ich bin vogelfrei. Ich bin das Lied des Rattenfängers, und da ist die Entführung der Träume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abseits. &lt;br /&gt;
Auf einer Bank in Kreuzberg, - Alkohol pulst mir dunkel im Gehirn; der Himmel möchte sich drehen, - kämpfe ich meine Übelkeit nieder und höre stattdessen dem Spanier zu, wie er über Freiheit, Unabhängigkeit, und Freundschaft spricht, und erkenne, wie sehr ich immer Gebrauchsgegenstand bin, wie selbstverständlich ich war. &lt;i&gt;Monsieur werden schon Zeit haben, Monsieur werden schon zuhören, Monsieur werden es schon richten&lt;/i&gt;, - aber Monsieur, und das ist keine Chiffre, ist kein Monsieur sondern Monster und ich fresse die kleinlichen Ansprüche im Telephontuten. (Hier fragt man sich dann spätestens wer ein Anrecht auf &lt;i&gt;Wut&lt;/I&gt; hat, und inwieweit es der Rechtfertigungen bedarf, - aber mein Motto für das neue Jahr lautet ganz entschieden: Darauf geschissen!) Oder was heißt &lt;i&gt;selbstverständlich&lt;/I&gt;, es ist mehr der Anspruch auf Gleichberechtigung, oder Gleichheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was man so leichthin &lt;i&gt;Ich&lt;/I&gt; nennt, - Identität, - ist instabiler denn je. Ich will pathetisch sein, und mich lieber &lt;I&gt;Wirbelsturm&lt;/i&gt; nennen, aber was würde es ändern? Es ist immer alles nur eine Frage der Begriffe, und wie einfach verdreht sich das Bewusstsein den Nacken, wenn&apos;s ums Verstehen geht: Was dir jetzt richtig erscheint, muss es morgen lange nicht mehr sein. Pah! Moral ist das, was zeitlos ist, heißt es, aber das ist nur Etikette. &lt;br /&gt;
Man erzählt mir, wie wenig selbstlos die Menschen sind, und wie wenig möglich das Gute, - später wird mir meine entschiedene Haltung als Vorwurf ausgelegt. Nein. Am wenigsten dulde ich Inkonsequenz. (Und natürlich zeichnen sich gerade die Menschen im allgemeinen am wenigsten durch Konsequenz aus, nicht? Aber wer sagte, ich duldete die Menschen im allgemeinen?)&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2009-02-08T14:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5384950/">
    <title>Request your audience</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5384950/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Weil ich mich so schlecht entscheiden kann (nicht nur entscheiden, sondern viel mehr &lt;i&gt;einschätzen&lt;/i&gt;): Welcher von den Texten, die hier, in diesem Blog veröffentlicht worden sind, würde sich für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. einen Wettbewerb &lt;br /&gt;
und/oder &lt;br /&gt;
b. eine Lesung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eignen? Oder mit anderen Worten: Welcher Text ist wirklich wirklich gut, hebt sich ab, ist besser als der Rest, usw.? Leute, ich bin wirklich auf eure Hilfe angewiesen.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-12-12T20:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5365787/">
    <title>output</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5365787/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Die langsamen Tage sind nicht für mich gemacht.  &lt;br /&gt;
Sie eilen mit klackernden Schuhen durch U-Bahnstationen;&lt;br /&gt;
sind ganz Wind und Augenblick, &lt;br /&gt;
brausen auf im Tanz zwischen Wolken und Blau&lt;br /&gt;
und vergehen drängend zwischen Rolltreppenmenschen. &lt;br /&gt;
Niemals. Jemals. Bitter wird der Blick. &lt;br /&gt;
Bis rotes Piepen Türen schließt, &lt;br /&gt;
und der Finger sich müde tastend über Lippen schiebt,&lt;br /&gt;
da prickelt Haut, &lt;br /&gt;
das Herz vibriert&lt;br /&gt;
und der Nacken stellt die Härchen auf, weil alles klingt. &lt;br /&gt;
Zwei Gedanken lang.  &lt;br /&gt;
Wie einst im Sommer, wo man am Wasser saß,&lt;br /&gt;
die Hände im Grün, die Beine nass, &lt;br /&gt;
und nackt sich ganz der Sonne gab; &lt;br /&gt;
wo schweres schwarzes Haar sich ganz im Mund verfing,&lt;br /&gt;
und Stille nicht zum Schweigen war.&lt;br /&gt;
Nein, niemand kann das Küssen je vergessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hast du mich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rufen die Spatzen nicht etwas von den Dächern, &lt;br /&gt;
das verdächtig nach Beleidigungen klingt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsichtig. Langsamer. &lt;i&gt;Die Pfützen sind gefroren, und die Liebe ist es auch.&lt;/i&gt; Nicht so stürmisch. Nicht so wolkenverhangen. &lt;I&gt;Alkohol geht ein in den Körper bis alles Blut geworden ist.&lt;/i&gt; Das muss weniger sein. Das muss beherrschbar werden. &lt;i&gt;Rhythmus ist das, was eben nicht im Takt geschieht&lt;/I&gt;. Okay, das reicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man steht sich die Füße in den Bauch, morgens um halb zehn in Deutschland. Leute gehen rein, gehen raus, berühren Schultern zum Abschied und winken kurz bevor sie im Weitweg verschwinden. (Unschärfe ist keine Frage der Optik, das wissen tatsächlich die wenigsten, aber sei&apos;s drum). Kleine Punkte, die in der Ferne weiß werden, weiß und ewig weiß, wie dieser Himmel, der Tag und Nacht das Licht zerstäubt. Frag nicht warum, akzeptier die Bilder einfach, die man dir gibt. &lt;br /&gt;
Ich wippe mit dem Fuß, die Hände sitzen in den Hosentaschen und wühlen sich tief ein in das, was man Wärme nennt, und dann versuche ich ein bisschen den Kopf zu drehen, aber die Welt, ... ja, die dreht sich statt meiner um. Perfekt. Wirklich. Echtzeit einmal völlig anders. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will Bleistifte spitzen, grundlos. &lt;br /&gt;
Ich berühre Glühbirnen und sie knallen durch. &lt;br /&gt;
Sprache und alles was Sprache sein kann, ist Rauschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke nicht wirklich bewusst darüber nach, wie sehr ich Mensch bin. Ernsthaft. Es wirkt vielleicht manchmal so, als zermarterte ich mir den Kopf darüber, ... Und dann trete ich auf knarrendes Parkett und empfinde nur: &lt;i&gt;Leben&lt;/i&gt;, aber diesmal ohne jeden Pathos. Es ist so, als rolle Sisyphos&apos; Stein endlich einmal ohne mich. &lt;br /&gt;
Eine Weltkarte an einer weißen Wand und ein Bücherregal, das nichts anderes als ein langes Brett auf zwei Kopfsteinpflastern ist, auf dem die Bücher wahllos und durcheinander aufeinander gestapelt liegen, - Handke, Wittgenstein und Lessing, Tolstoi, Camus und de Sade, Cervantes, Marx, Bachmann, Calvino, - und eine kleine Küche, in der sich der Dampf ganz in den Wimpern der Spanier verfängt, und ein Blick hinaus, in einen Hinterhof, in dem braune Ranken wild an Häuserwänden wuchern, ist alles. Nüchtern, ehrlich, lebendig. Frei von diesen Ikea-Restbeständen meiner eigenen kleinen Welt, frei von Perfektion, und stattdessen mit Geschichten erfüllt, die einem im linken Mundwinkel Grübchen lachen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufatmen, zum ersten Mal wieder Rauch in die Kleidung bringen, einatmen, wie der Wein im Glas nach dem Einschenken eine Schaumkrone bildet, und Licht tanzt nicht unermüdlich, es neigt sich natürlich irgendwann auch einem Ende zu, und doch: Die Übergänge sind sanft. Sie schließen mir die Augen wie ein Gute-Nacht-Kuss die Gedanken verschließt. Aus schwarz wird ein Blau und das Blau geht über in ein mildes Weiß, das mehr Schnee verspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ziehe mir den Pullover über den Kopf, und nichts ist bloß Hüftknochen oder eine schlechte Haltung, oder ein schartiges Lachen. Die ganze Welt ist so restlos außerhalb meiner selbst, dass es überhaupt nicht weiter wichtig ist, wo oder wer ich bin, oder ob ich das eine Leben führe, das ich führen wollte; es ist, es arbeitet, es wühlt sich durch die Gedärme, wälzt sich als Magma durch die Venen, die sich vom Alkohol weiten, und beim Reden schabt die Zunge über aufgebissene Wunden: Es könnte alles genauso gut falsch sein, verkehrt herum und ohne Vorstellung, und wenn schon? Ich haue das Glas wuchtig auf den Tisch und verschlucke mich halb und halb und huste und huste, und in der Zwischenzeit ergreift mich nicht der Kitsch, nicht die Verklärung, aber auch nicht die &lt;i&gt;Reinheit des bewussten Moments&lt;/i&gt;, - ich bleibe besinnungslos, - sondern mehr die Ruhe, die richtige Ruhe eines rastlosen jungen Mannes, der mit verschlungenen Armen kam und mit offenen Händen ging. Kein Verstecken, kein Angeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raus. Eine neue CD einlegen. Den geringelten Pullover ins Eck werfen und heiß duschen, - solange, bis die Haut rot ist und die Muskeln entspannt. Sich Seife besorgen. Einen Zug für Weihnachten buchen und einen fürs nächste Jahr. Gemocht werden, um seiner selbst willen. Versuchen es zu vernähen. Die Fragmente. Die Einzelteile dieses chaotischen Bastardenlebens.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>egotrip</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-12-04T13:50:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/5341556/">
    <title>Traumfressen</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/5341556/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Weil jetzt der Leihpc auch den Geist aufgegeben hat, ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... der Telephonanschluß abgemeldet ist ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Essen, Lesen, Korrigieren, Organisieren, (generell: das, was ich arrogant et bohèmien: &lt;i&gt;Verlagsarbeit&lt;/i&gt; nenne), Biertrinken (&amp; Feiern mit dem Spanier, har!) die einzigen Inhalte dieser Tage sind ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... ich Dank Márquez wieder in Zweifeln versinke ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... in meinem Kopf eigentlich &lt;i&gt;demnächst&lt;/i&gt; Weihnachten ist ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... &amp; ich auch ansonsten reichlich zeitverzögert bin, ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gebe ich mich vorerst auf. Also nicht im klassischen Sinne des Wortes &lt;i&gt;Aufgeben&lt;/i&gt;. Nicht aus Resignation. Eher aus Zufriedenheit. Vielleicht ist es einfach nur nicht möglich, gerade. Oder nötig. Das Kontakthalten, das Schreiben (gestern erkannt, wie beschissen eigentlich das Strich(er)leben strukturiert ist, - unter anderem), die Liebe im allgemeinen. Es ist anders. Jetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umbruchstimmung kommt auf. Besonders um vier Uhr morgens in Kreuzberg, mit schweren Augenlidern am Alex, im Schneegestöber fast auf die Fresse fallen, - irgendwo in Moabit. Leben, das ist das, was hier ist. Was passiert, unvermittelt, bleilos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wird geplant, wie man abends zusammen Muscheln isst, denkt darüber nach, wie man den Leinenvorhang endlich ans Fenster schafft; man spricht über Literatur &amp; Filme, in Cafés &amp; Bars, die teilweise völlig abgefuckt sind, aber euphorisch machen, - da beißt man fast die Bierflaschenhälse auf, - &amp; danach taumelt man im ersten Schnee des Jahres durch Neukölln &amp; fragt sich nichts mehr, will nichts mehr wissen, ist (Hand)Stand in bewegten Bildern, nur das, nur hier. Einatmen von Bierkristallen, Ausatmen von Möglichkeiten: Warum nicht nach Spanien? Vielleicht, wenn ich 25 bin.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
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    <title>Patchwork</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Was die wenigsten wissen, ist, dass ich ein Familienmensch bin. Ernshaft jetzt. Zugegeben: Ich mag es eher dosiert, - das &lt;i&gt;Vierundzwanzig-Stunden-Aufeinandersitzen&lt;/i&gt; ist dann doch nicht so ganz mein Ding, - und es gibt immer diese bestimmten Situationen, in denen Tobsucht nicht ausreicht, um das Missverständnis oder -verhältnis innerhalb der Familie auch wirklich dauerhaft zu klären. (Im Gegenteil. Die unspektakuläre Erfahrung, dass Tobsucht die Fronten verhärtet, hat mein Verständnis von Leben und Lebenlassen praktisch über Nacht revolutioniert). &lt;br /&gt;
Das sind diese Momente, die man damit zubringt, gewissenhaft das eigene Verhalten verständlich zu machen. Runterreduziert, das Leben2Go sozusagen, und man redet und redet, und je mehr Beispiele man macht, desto gewichtiger wird man. Natürlich nur sich selbst gegenüber. Der andere reagiert da ja lieber gar nicht drauf, - es könnte ja die falsche Reaktion sein, - und gefriert stattdessen ausdruckslos zu Eis. (Dass &lt;i&gt;das&lt;/i&gt; oft die schlimmste Reaktion ist, leuchtet manchen erst im nachhinein ein). Aber sei&apos;s drum. Man lernt, oder ist zumindest lernfähig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was meine Familie anbelangt, so ist sie weder Regelfall noch Ausnahme. (Ich tippe allerdings, dass ist heutzutage normal). Patchwork, nennt man das: &lt;i&gt;Patchwork-Family&lt;/i&gt;. Das sind verschiedene Menschen, die nicht durch Blut, sondern durch ... ja, durch was eigentlich aneinander gebunden sind? Im Idealfall Sympathie. Liebe. Schätze ich. Vielleicht Freundschaft. Bei manchen ist es einfach nur die Ehe, ... Ich mag meine Familie, zumindest Teile davon, - manche erscheinen mir wie Romanfiguren, die tapfer gegen die Widrigkeiten des Lebens ankämpfen, klassische Helden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Tante beispielsweise, die jetzt seit vier Jahren gegen den Krebs kämpft. &lt;i&gt;Gegen den Krebs kämpfen&lt;/i&gt;, das hab ich aus dem Fernsehen. Da sagen die Leute es mit diesem Glitzern in den Augen. Die Frauen, die durch die Chemotherapie das Haar verlieren, und dann mit bunten Kopftüchern in die Kamera blicken, direkt, unumwunden, als gäbe es nichts als den Kampf, als das Überleben. Aber eigentlich ist es kein Kampf. Zumindest nicht für uns Außenstehende. Für mich nicht. Wie Kinder sitzt man vor dem Menschen, in dessen Inneres die Zellen wuchern, und denkt: &lt;i&gt;Warum funktionierst du nicht?&lt;/i&gt;, und dann verrutscht das Kopftuch ein Stück, und man sieht die nackte, glatte Haut, und man weiß: Es ist kein Kampf, der da wütet, sondern der Tod. Der bloße Tod. Man ringt nicht damit. &lt;br /&gt;
Man steht auf, sieht die Nadel in die Haut stechen, spürt es, die Kälte, die in einen eindringt, man taumelt nach dem Aufstehen, erträgt die Übelkeit, man legt sich hin, sobald die Kräfte versagen, aber man steht wieder auf, putzt, geht zum Einkaufen, man lacht am Telephon, und steht wieder auf, weil es nicht anders geht, immer wieder steht man auf, an jedem Tag, und das, während man sich fragt, wie es sein kann, dass man selbst nicht mehr ist, wer man war. Dass man sich verändert, jemand Fremdes wird, der im Körper eines Kranken lebt, - tobt, verzweifelt, Schmerz erträgt. Jedes Mal, wenn die Klinge die Haut zerschneidet und Narben hinterlässt, und man sich fragt: &lt;i&gt;Ist &lt;/i&gt;er&lt;i&gt; wieder da, der Krebs, ist er wieder da?&lt;/i&gt; Und dann nickt der Arzt vielleicht, und es beginnt von vorne. Blutwerte, die man kontrolliert, Tabletten, die man nimmt, und die Tage rollen am Fließband zwischen den Infusionen, dem Aufstehen, dem Einkaufen, und das Lachen am Telephon klingt hohl, irgendwann, weil man nicht ringt, sondern erträgt. Den Schmerz, den Tod, der kommen könnte, der immer kommt. Und man steht auf. Ein Kampf ist für mich das Wählen der Waffen, das Zerstechen und Töten, aber nur der Krebs tötet. Man selbst ist nur im Ausnahmezustand, im Dröhnen der Sirenen und fallenden Bomben; man geht durch ein Minenfeld. Allenfalls das. Wie nennt man das? Auf keinen Fall Kampf. &lt;br /&gt;
Wie auch immer man es nennen mag, meine Tante tut es. Sie tut es manchmal so selbstvergessen, dass es an Aufopferung grenzt. Es wirkt oft so, als habe der Krebs für sie den selben Stellenwert wie eine Erkältung. Von so was braucht man sich nicht aufhalten lassen, das geht schon vorbei. Ich wäre gelähmt, zu Tode erschrocken, am Ende meiner Kräfte. Sie nicht. Macht das Helden aus? Vielleicht ein bisschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gehört da noch mehr dazu. Ihr Mann, ihre Töchter, ihre Schwester, die meine Mutter ist, und deren Söhne. Man nimmt den Schlag hin, keine Frage. Man ist schockiert, man ist kaputt, - denn alles geht kaputt dabei, - aber man wischt sich das Blut aus dem Mundwinkel und sagt: &lt;i&gt;Mach ruhig so weiter.&lt;/i&gt; Wir jammern nicht. Wir klagen nicht über das Schicksal, denn wir glauben nicht daran. Wir hadern nicht. Das ist Familienpolitik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist auch der Muttertron eine Heldin. Auf ihre Weise. Da nimmt man das Neurotisch-Wahnsinnige, das ihr zu Eigen ist, einfach hin. Das Laute, manchmal, das Unberechenbare, in jedem Fall, aber auch das Warme, Selbstlose, - man weiß, wie das Leben war. Bisher. Das Explosive zwischen ihren Worten, das Gefühlsbestimmte, das Ruhelos-Treibende, und diese immense Wut gegen Ungerechtigkeit, - das sah man, als sie sich mit schwingendem Regenschirm dem Rechtsradikalen näherte, der gerade den Türken zusammenschlug und alle drumherum standen; das hörte man, als sie vor versammelter Lehrerschaft (und den Eltern) den unfähigen Lehrer vorführte wie einen dressierten Affen; man spürt es in den Bewegungen, in den Anläufen, die sie unternimmt, - Canossa bewegt sich für sie, - und das ist wunderbar. Wahnsinnig. Exzentrisch. Manchmal kaum zu ertragen. Dann wieder: vermisst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere waren jahrelang ihre Widersacher, die Bösen, ohne dabei wirklich &lt;i&gt;böse&lt;/i&gt; zu sein, - sie waren meist nur egoistischer als die Helden, aber dafür reiner, ernster. Der Schattenvater beispielsweise, der zuerst nach den Zahlen fragte, die der Mensch kostete, bevor es an den Namen ging, und der weder Skrupel noch Mitleid kannte, eine grausame Logik vertretend, frei von jeder Emotion; oder seine Herzkönigin, die wie Grima Schlangenzunge im Hintergrund die Ränke wob, Gift in Worte säuselte, die man dann weiter trug, und ewiglich im Kostüm mit Maskenfratzen tanzte; Bruder Kain, natürlich, und die Schwester im Turm, weit oben, die dem Wahnsinn verfiel. Furchtbare Schreckensbilder waren sie, als ich Kind und jünger war, - menschliche Monstren, schlimmer als alles, was Frankenstein je hätte schaffen können. &lt;br /&gt;
Mit der Zeit allerdings wurden sie menschlicher, das muss man klar sagen. Nicht unbedingt verständlicher in ihrem Tun, - vor allen Dingen: in dem Tun ihrer Vergangenheit, - und es sind 23 Jahre vergangen, in denen sie teils abwesend, teils die Schatten unterm Bett waren, aber man lernt, man akzeptiert: Das Schwarz nähert sich dem Weiß an, ohne dabei je heller zu werden; es wird mehr ein Grau, das sich kaum noch vom Rest abhebt. Man integriert, versöhnt, - versucht zu versöhnen, das Alter mildert doch den Schlag. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man murmelt also: &lt;i&gt;Familie&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade bei den Anti-Helden. Man freut sich, oder versucht es. Redet locker, auch mit den Kindern, - man spielt sogar Fußball mit ihnen, obwohl man diesem Sport vor so langer Zeit abgeschworen hat, - man teilt Sympathien aus, macht kleine Freuden, indem man ein Buch verschenkt, eine CD besorgt; abends geht man weg zusammen, trinkt ein Glas Bier oder zwei; sitzt an einem Augustnachmittag im Garten, isst gebratenes Fleisch an Schaschlikspießen, und versucht es. Mehr kann man nicht. Dreiundzwanzig Jahre sind verloren, oder nein, nicht verloren: sie wurden mit etwas anderem ersetzt. Das ist selbstverständlich so, das kann keiner wieder gut machen. Aber versuchen kann man es. &lt;br /&gt;
Ich habe sie nicht in der Vergangenheit vermisst, und vielleicht vermisse ich sie auch in Zukunft nicht, aber die paar Tage, die paar Monate im Jahr, die man sich sieht, da versuche ich, die Familie in ihnen zu sehen. Nicht unbedingt dasselbe Blut, aber das Wohlwollen von Menschen, die mir nicht zwangsläufig übel gesinnt sind.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am schlimmsten ist es allerdings, wenn das Patchwork seine Flicken neu sortiert, oder ganze Muster ändert. Dann beißen sich manchmal die Farben. &lt;br /&gt;
Das droht jetzt auch dieses Jahr, an Weihnachten, - einem furchtbar kitschigen Fest, eigentlich, das ich seit mehreren Jahren als Schizo so sanft wie möglich zu überstehen versuche; (Schizo deshalb, weil ich die Konsumkonzentration hasse, und andererseits doch so gut wie jedes Jahr mit Geschenken rasselnd &lt;i&gt;Danke&lt;/i&gt; murmle), - weil ich jetzt, außer zum regulären, von Traditionen überlagerten Weihnachtsfest beim mütterlichen Teil der Famile, plötzlich zu einem Weihnachtsfest väterlicher Seite eingeladen bin. (Eine Premiere by the way). Ehrlich gesagt überfordert es mich, und je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer werde ich, - denn der Gedanke, mit dem ich das alles hier eingeleitet habe (&lt;i&gt;Was die wenigsten wissen, ist, dass ich ein Familienmensch bin&lt;/i&gt;) war mir bis kurz vor diesen Überlegungen und Feststellungen selbst nicht klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist tatsächlich so, dass tief, tief vergraben, in mir und meinen Vorstellungen von Liebe und Freundschaft, irgendetwas aufseufzt, wenn ich an die &lt;i&gt;Familie&lt;/i&gt; denke. Meine sogenannte &lt;i&gt;Patchwork-Family&lt;/i&gt; ist verstreut, - von Berlin über Dresden bis Hannover in den Süden des Allgäus hinein. Und morgens, wenn ich mit tapsigen, unsicheren Schritten, - wie wenn ein kleiner Junge in den Schuhen seines Vater geht, - in die Küche stolpere, mir den Mate-Tee aufsetze und vom Küchenfenster aus zum Hof hineinsehe, dann denke ich: &lt;i&gt;Wie wäre es, wenn jetzt dort deine Brüder säßen, deine Mutter durch die Flure ginge, dein Vater sich hinter der Zeitung versteckte, und Kinderfüße, trappelnd näher kämen?&lt;/i&gt; Etwas ganz Konservatives, ja, es haut mich gleich morgens um, noch während der Tee zieht, und das Haar wirr vom Kopf steht. &lt;I&gt;Wie wäre es jetzt, wenn die Abende nicht so wären, wie sie sind, sondern wenn es immer die Möglichkeit zur Familie gäbe, zur Sicherheit, zu Streit und Reibereien, ja, aber zum Leben!&lt;/i&gt;, und ich stehe da, nehme mit der Gabel die Teebeutel aus der Tasse, tropfe mir heißes Wasser auf die Zehen und erinnere mich, wie jung ich bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit muss ich mich austoben. Muss jung sein, jünger als ich mich verhalte, rebellisch, laut!, und das alles mit dem Bewusstsein, dass diese Vorstellung am Morgen nicht deckungsgleich ist mit Möglichkeit und Wunschvorstellung. Diese Familie würde mich in den Wahnsinn treiben, und zwar gleich am allerersten Tag. Zudem könnte man das nicht kitten, was verloren ist. Ich hatte eine schöne Kindheit, anstrengend, aber schön. Warum sollte ich heute nach einer Art &lt;i&gt;momentanem Substitut&lt;/i&gt; suchen? Oder ist es gar der Drang, selbst eine Familie zu gründen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es denn Zeit daran zu denken? Passt es auch nur im geringsten zu meinem eigentlichen Charakter, zu dem, was ich &lt;i&gt;Plan&lt;/i&gt; nenne? Ich, der die Freiheit braucht wie andere das Essen? Ich, den Kinder überfordern, und den die Liebe wie ein Gespenst, ein Phantom von Mensch zu Mensch tasten lässt, - unwissend, in welchem Leib sie steckt, in welchem Herzen sie pumpt? Ich, der seine Beziehungen nach einer Weile sabotiert, weil er sich als zu glücklich wähnt? Habe ich denn je das Potential ein Held zu sein, ein klassischer Held, der seinen Kindern die Schuhe schnürt solange sie es noch nicht selbst können, der Gute-Nacht-Küsse auf Stirne haucht, einer, der das Fieber misst und besorgt am Bettrand steht? Oder bin ich doch das Anti im Helden? Ein Vater, der nie Vater ist, immer auf der Jagd, ein ruheloser Geist, der über die Gräber der Vergangenheit streift, unwissend, was seine Abwesenheit bedeutet? &lt;br /&gt;
Natürlich steckt in jedem von uns das Potential für beides. Und ich denke darüber nicht nach, weil ich glaube, dadurch glücklicher, zufriedener zu werden. Ich habe mir meinen Sinn neu gesetzt, ich ersetze das nicht durch eine Familie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch erschreckt es mich, meine Träume tun es. Aus so ein Bisschen Schleim und Zellen entsteht ein Wesen, das lacht und weint, das mir an den Haaren zieht, das mich vielleicht &lt;i&gt;Papa&lt;/i&gt; nennt. Und wo bin ich? Der, der Bücher schreibt? Der, der sie korrigiert? Der sie verkauft? Alles Fragen, die da sind, unbeantwortet, unkommentiert. Und die Welt ist so groß, sagt der Spanier, und das Leben steckt voller Möglichkeiten. Wisse, sagt Irene. Liebe, sagt Andrea. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Herz? &lt;br /&gt;
Das sagt vorerst: &lt;i&gt;Familie? Ich glaub, bei dir piept&apos;s wohl. Krieg erst ma den Rest in den Griff.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;</description>
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    <title>a short story of homecoming</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;von mal zu mal ist es anders. von mal zu mal ist es gleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das türschloss schabt über den weißen lack des rahmens, mit ein bisschen nachdruck schnappt es ein; dann legt sich flach die hand darauf, spürt das kühle holz, &amp; keinen mensch dahinter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was ist eigentlich verloren gegangen? &lt;br /&gt;
ist denn irgendetwas in einem pappkarton geblieben? steht es jetzt im keller? es ist doch alles aufgebaut in einzelteilen, nur ergibt es auch ein ganzes?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich gehe barfuß über das parkett, fasse mit trockenen, warmen händen an den weißen vorhangstoff, - die sonne scheint tatsächlich golden, für diesen einen moment zumindest als das licht sich im geäst des baums verfängt, der allmählich sein laub verliert, - &amp; denke: &lt;i&gt;so, endlich hier&lt;/i&gt;. genau da wollte ich sein, nicht? &lt;i&gt;homecoming for beginners&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
mir läuft die nase, ich putze sie nicht. die augen jucken, ich reibe sie nicht. &lt;i&gt;aus der leere nimmt man ein bisschen sehnsucht mit&lt;/i&gt;. im bett rolle ich mich zusammen, umfasse mit meinen armen die beine, liege da bis die mittagssonne kommt &amp; geht, bis der abend den himmel färbt, bis die nacht sich über mich legt; erst dann stehe ich auf. dann glimmen draußen die straßenlampen &amp; scheinwerfer leuchten; das rauschen der autos erinnert mich so sehr ans meer. &amp; doch ist es nirgends. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
liebe. sagt ein blick in die s-bahn. &lt;br /&gt;
da sitzt ein pärchen, er wesentlich älter als sie. sie küssen sich in slowmotion zwischen oranienburgerstraße &amp; humboldthain. als der zug schließlich hält, lösen sie sich mit einem lächeln voneinander. es ist halb zwei, es ist kalt draußen, &amp; der wind zerrt unter der erde mit dem einfahren der züge. sie lächeln. es sieht so einfach aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Alles nur eine Frage der Zeit&lt;/i&gt;, sagen die leute denen man auf der straße begegnet. &lt;i&gt;Sie gewöhnen sich schon noch ein&lt;/i&gt;, - &amp; ich nicke. natürlich. ich habe das nie bestritten. aber ich existiere in zwei welten, in drei welten, in vielen welten. wie gewöhnt man sich an einen solchen ausnahmezustand? &lt;br /&gt;
ich kehre jeden tag nach hause, schließe jeden tag die tür hinter meinem rücken; nach sechs stunden wochen jahren landschaft sehe ich die ersten häuser, menschen steigen ein &amp; steigen aus; immer wieder löse ich mich, immer wieder empfinde ich denselben trennungsschmerz, wie in einer zeitschleife gehen türen auf &amp; zu, &amp; eine hand winkt zum abschied durch ein sonnengesprenkeltes fenster. man reicht mir kronen &amp; gelächter, &amp; ich esse ein stückchen hiervon &amp; ein stückchen davon, &amp; dann wird es schon gehen. es ist ja der anfang, der anfang vom anfang, mit ein paar schönen gedanken, die nicht traurig sind, sondern voller leben, aber aber aber, ... ! das ist es nicht. &lt;br /&gt;
gewöhne dich im lauf an das gefühl der straße unter deinen füßen. solange wie dich deine beine tragen. immer weiter, das federn der glieder, immer weiter, das rollen des asphalts. es ist immer wieder ein aufprall, immer wieder ein kleiner sturz, immer wieder krachen die gelenke. so fühlt es sich an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich kehre nach hause, &amp; es ist immer anders. es ist immer gleich. ich bin überall zeitgleich, aber nirgends richtig. das muss aufhören. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;


&lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;width:220px;height:55px;&quot;&gt;&lt;object width=&quot;220&quot; height=&quot;55&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.deezer.com/embedded/small-widget-v2.swf?idSong=1172188&amp;colorBackground=0x555552&amp;textColor1=0xFFFFFF&amp;colorVolume=0x39D1FD&amp;autoplay=0&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.deezer.com/embedded/small-widget-v2.swf?idSong=1172188&amp;colorBackground=0x525252&amp;textColor1=0xFFFFFF&amp;colorVolume=0x39D1FD&amp;autoplay=0&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; width=&quot;220&quot; height=&quot;55&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;&lt;font size=&quot;1&quot; color =&quot;#000000&quot;&gt;Discover &lt;a href=&quot;http://www.deezer.com/en/stephan-eicher.html&quot;&gt;Stephan Eicher&lt;/a&gt;!&lt;/font&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;

ich lege eine pause ein. &lt;br /&gt;
ich hab die schnauze voll von verhaltensmustern.</description>
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