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    <title>Der manische Versuch Mensch zu sein : Rubrik:fort-laufend</title>
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    <dc:publisher>morbus</dc:publisher>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:date>2008-05-30T08:49:51Z</dc:date>
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    <title>Der manische Versuch Mensch zu sein</title>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4935564/">
    <title>kleinSTADTtheater</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ein Sommer &lt;br /&gt;
ein einzelner! &lt;br /&gt;
reicht, um die Ferne&lt;br /&gt;
um die Liebe zu schmecken, &lt;br /&gt;
und ein Kuss, &lt;br /&gt;
ein Blick&lt;br /&gt;
ein einzelner?&lt;br /&gt;
im Supermarkt um die Ecke reicht, &lt;br /&gt;
- und hakelige Tasten, die einrasten, ohne sich zu lösen,&lt;br /&gt;
reich[t], all das?&lt;br /&gt;
Finde die richtigen Steckverbindungen, &lt;br /&gt;
und dir ist die Außenwelt gegeben? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[please repeat]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es das, was der Rücken trägt? &lt;br /&gt;
Kleinstadtpoesie &lt;br /&gt;
zur Weltkugel gerollt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders: &lt;br /&gt;
Der iPod spielt längst andere Alben, und Lenin wird wohl für immer ein Sternchenthema bleiben, aber immerhin: Don Quixote im Wartezimmer. &lt;br /&gt;
Ich bin nicht in Berlin, momentan, auch wenn ich morgens oft aufwache und mich nach Berlin &lt;s&gt;fühle&lt;/s&gt; sehne, - dann, wenn der Kissenabdruck nicht nach Lavendel riecht, sondern nach Augensalbe, - aber die Momente sind selten. Ich bin südlicher. Dort, wo es schwer ist, eine Internetverbindung zu kriegen. (Ha!, überlistet). Dort, wo alles der Muttertron richtet, und die Mittage unter brütendheißen Dachgiebeln ausgeschlafen werden, - es fehlt nur das Heu und die hochgekrempelten Ärmel, die Kühe auf den Weiden und meine wettergegerbte Haut. Stattdessen? Vergangenheit, die mir als Milchkaffee auf das neue Jacket tropft, und irgendeine Form der Zukunft, - fleischgeworden in Frauen, die mir auf den Arsch glotzen, der meistens ein stückweit höher als meine Hose sitzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe mir Kirchen an, in klammen Kleidern, und mit schmerzendem Rücken, und denke mich frei. [Überhaupt, all das: Ich habe sehr viel Zeit zum Nachdenken. Über-Denken, manchmal]. Egal wie sehr mich die Sterblichkeit schüttelt: mein Wahn versiegt, und dann gibt es doch wieder einen Blick hinaus, und die Möglichkeit ist nichts im Vergleich zur Wirklichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Ich habe endlich den ersten Satz gefunden]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt vieles, was sich ergibt. (Strasbourg). Es gibt vieles, was ungenutzt blieb. (Jena). Es gibt vieles, was mich durstig macht (Bier), und vieles, was mich sättigt. (Eis). Es gibt tausendundeinen Traum, und immer noch Jeff Buckley. Berlin ruft mich zurück, - erst leise, aber von Tag zu Tag lauter, - aber ich kann hier noch nicht fort. Es gibt noch so vieles auf meiner Liste. [Also doch, dirty south]. Die Großstadtpossen müssen warten, die Welt dreht sich gerade (nur) auf meinem Rücken. Nirgends sonst. Also: Geduld. Also: Atmen. Also: Sommer.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-19T10:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4878260/">
    <title>Interlude: Oh wie schön ist Panama</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4878260/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ein Anflug von Hitler; Skype: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich will, dass europa mir gehört, &lt;br /&gt;
&amp; sei es nur für die hälfte meines lebens.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was? &lt;br /&gt;
Naja. Der Kontext ist ein Gespräch (mit dem Chaosmädchen) über Panama. Oder genauer gesagt: über das Suchen &amp; Finden des persönlichen Neverlands, über das Reisen schlechthin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fakt ist, dass ich kein Tourist sein will. Nicht für den halben Preis. (Das hat mir der Tsunami damals gründlich ausgeredet). Ich will kein Hotelleben führen, gründlich und von den Putzfrauen am Abend wieder hergerichtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich will erkunden, mich in etwas einleben, es mir zu eigen machen, die bevölkerung beobachten, sie studieren, mit den &quot;eingeborenen&quot; reden, lachen, weinen, weiß der teufel, auch dreckigen sex haben, wenn&apos;s sein muss, aber ich will nicht von leben zu leben springen, &amp; nirgendwo wurzeln, also: wurzeln nicht im sinne von stehenbleiben &amp; verweilen,&lt;/i&gt; [...]&lt;i&gt; ich möchte, wenn ich woanders bin, so viele erfahrungen wie möglich machen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfahrungen. Kein Plastik, kein Photoalbum, kein &lt;i&gt;I &#9829; NYC&lt;/i&gt;-T-Shirt. Ich will keinen Abenteuerurlaub für 99 Euro, plus Rückerstattung, keine klimatisierten Bustouren. In Marokko will ich den Sand in meinen Poren, in Brasilien den unmittelbaren Schweiß der Gefahr. Es funktioniert nicht anders, - der Wunsch nach Authentizität ist nicht neu; ich will (wenn, dann!) Teil des Landes werden, der Menschen, der Kultur. Es geht nicht nur um ein paar Tage, oder Wochen zwischen zwei Lebensabschnitten, sondern um Lebensabschnitte selbst. (Refinanzier das, du Idiot!) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber: Bevor ich einen auf Entdecker mache, muss ich erst realisieren, nach was ich eigentlich strebe. Was ich &lt;i&gt;will&lt;/i&gt;, oder was ich erwarte. (Wenn überhaupt). Nach was ich mich &lt;i&gt;sehne&lt;/i&gt;. Fluchtpunkte setzt sich jeder selbst, klar, und man erreicht sie proportional zur eigenen Konsequenz, darum geht es auch gar nicht. Tatsache ist doch: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;ich kenne nicht mal das land, in dem ich wohne, aus dem ich komme. ich habe nicht einmal die hälfte davon gesehen. ich will wieder nach hamburg, &amp; nach leipzig, ich will bremen [wieder] sehen, &amp; meinetwegen auch das schwuchtelige köln; [ich habe auch von europa kaum was mitbekommen]. ich will wieder nach strasbourg, &amp; nach spanien; ich will italien bewandern. [ich will nach dänemark &amp; schweden, &amp; nach polen, &amp; england].&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erscheint mir einfach, in die Ferne zu schweifen, sich nach etwas zu sehnen, das weit weg ist, weil man sich an das Gefühl des Sehnens gewöhnt hat, weil man versüßten Schierling trinkt, sobald man bei einem fremden Namen plötzlich denkt: &lt;i&gt;Ach, wäre ich doch nur dort!&lt;/I&gt; &lt;br /&gt;
Ich für meinen Teil habe mein ganzes Leben lang schon das Gefühl, dass ich etwas suche, was ich unmöglich finden kann, aber gerade, jetzt im Augenblick, ist es nicht so schlimm wie in der Vergangenheit, weil ich jetzt hier bin, in einer Stadt, nach der ich mich regelrecht verzehrt habe. Jahrelang. (Und vieles davon war nur projiziert, natürlich, aber darum leidet die Realität noch lange nicht darunter: Ich brauche den Schmutz, den Verfall &amp; die Enttäuschung genauso zum Leben. Manchmal sogar noch notwendiger als alles andere). Vielleicht will ich zu viel, setze mir zu hohe Hürden für mein Leben, das anders viel einfacher sein könnte, vielleicht bin ich auch nur zu selbstgefällig, - ich weiß es nicht. Ich würde wollen, wenn ich müssen dürfte, aber es gibt überall Einschränkungen, und Prämissen, - das Geld, die Zukunft, die Liebe, - aber was sich nicht ändert lässt, erträgt man. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke, die Besonderheiten findet man nicht im Tui-Katalog, die Wunder geschehen nicht, weil man sie bucht. Ja, mehr noch: Man entkommt dem eigenen Leben nicht, indem man den Standort wechselt, - man riskiert nur einen neuen Blick darauf, verschiebt das Okular und sieht eine andere Perspektive. Und was ist dann Panama? Ich meine: Lehrt es dich Zufriedenheit? Oder Gelassenheit? (Falls ja, dann: Oh wie schön ist Panama). Oder kommt es darauf an, in Bewegung zu bleiben, um Bewegungen auszulösen, im Inneren wie im Äußeren? Fakt ist doch: das Streben nach einem anderen Leben in der Ferne vereitelt das eigentliche Leben in der Nähe. Wie soll ich richtig leben, wenn ich nur danach strebe, dem zu entkommen, und mich dann auf die wenigen Fluchtpunkte fixiere, die es mir bietet? Heißt das auf Dauer nicht: Unglücklichsein? Und weniger: Leben? &lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-21T19:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4703329/">
    <title>Interlude: Berlin, ma destinée ...</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4703329/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://farm2.static.flickr.com/1017/1463359498_438a0c9743_m.jpg&quot; width=&quot;108&quot; height=&quot;240&quot; alt=&quot;Fernsehturm&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ich bin glücklich. &lt;br /&gt;
Einfach so. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Haare locken sich im Nacken, meine Augen sind gerötet, und ansonsten bin ich furchtbar verwahrlost. (Bart). Ich esse unregelmäßig, - meistens viel zu spät und meistens auch viel zu wenig, aber dafür lese ich seit Tagen wie besessen. Insoweit also kein Unterschied zu vorher. Dass ich jetzt &lt;i&gt;hier&lt;/i&gt; wohne, ändert allenfalls etwas an meinem Selbstbewusstsein. An meiner Lebenseinstellung, vielleicht. Ich weiß nicht. Ich fühle mich frei, - ganz ohne Superlativ. Und was braucht es mehr? &lt;br /&gt;
Mir macht es nicht mal mehr etwas aus, dass ich kein Geld mehr habe, - gar keins, nicht einen müden Cent, - dass mein Notebook wieder (!) zur Reparatur muss, und dass mein Handy nicht mehr richtig funktioniert; es macht mir nichts aus, dass Teile der Wohnung völlig dem Chaos verfallen sind, und dass vieles noch lange nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Erwartungshaltungen? Die hab ich abgegeben, als ich diese Stadt betreten habe. Ich bin arm, und erfülle völlig das Cliché. (Vielleicht des Träumers, des Idealisten, des Schriftstellers oder des Idioten. Keine Ahnung). Ich brauche nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stehe unter Generalamnestie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Ich kam während des Umzugs (natürlich!) nicht ohne geistige Ausnahmezustände aus, - so meine cholerischen Versuche, ein &lt;i&gt;Billy&lt;/i&gt; zusammenzuschrauben, - aber es hielt sich alles in allem in Grenzen.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-15T19:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4600504/">
    <title>onde quadre</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4600504/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Berlin. &lt;br /&gt;
Ich höre &lt;i&gt;Gogol Bordello&lt;/i&gt; auf voller Lautstärke, und rieche dabei die vertrockneten Cannabis-Blätter, die in Vincents Zimmer auf dem Boden verstreut liegen, und die kalte Asche. Überall riecht es nach kalter Asche. Ich inklusive. Überall sind Zigarettenstummel in gläsernen Palästen, fettige Pizzaschachteln in der Küche, einzelne Haare, die sich auf meinen Socken zu einem Fell verdichten. Hier bin ich, und nur hier. Ich weiß schon gar nicht mehr, seit wie lange schon. Vier Tage, oder sind es schon fünf? Ich weiß nicht mal, ob wir heute Dienstag oder Mittwoch haben, und vielleicht ist das tatsächlich nicht mehr wichtig. Ich bin hier. Im Mittelpunkt, am Weltenende, Wedding. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnung, für die das Chaosmädchen und ich morgen (hoffentlich) den Vertrag unterschreiben werden, liegt in Moabit. Naja. Zwischendrin eigentlich. Irgendwie überall &lt;i&gt;zwischendrin&lt;/i&gt;. Nur zwei Minuten von der S-Bahn entfernt, in einem Altbau von 98 Quadratmetern, und einem Gefühl von, -- Möglichkeit? Ich weiß nicht. Meine Überzeugung bezüglich der Wohnung kippt im Minutentakt; ich frage mich seit gestern Abend, ob ich die Sache nicht überstürze, aber selbst wenn: ich habe auch ein Recht auf überstürztes Verhalten. Ich muss, ich werde, ich kann. (Die Uhr tickt bis zum 31.01., verstehste?) Die Wohnung ist schön, die Miete beträgt fast die Hälfte von Rottencom, und wir sind innerhalb des Rings. (Auch wenn ich mich eigentlich in die Wohnung in Schöneberg verliebt habe, - aber gut. Ein andermal). Diese Wohnung hat ein gottverdammtes Potential, und auch wenn mir der Straßenname noch ungewohnt auf der Zunge liegt: ich kann es mir vorstellen. Berlin, verdammt. Zukunftslos, und hoffnunglos naiv, aber glücklich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Gedanken sind (noch) flüchtig(er) geworden. Ich denke kaum noch an A., ich denke nicht mehr an I., ich denke nicht mehr an Tubinga, mia disgrazia, weil das Leben mich &lt;i&gt;hier&lt;/i&gt; packt, und nicht mehr loslässt. Maria ist ewig Gestriges, die Hörsäle, die Projekte. Bäng, hier, &lt;i&gt;du brauchst nichts anderes als deinen eigenen Willen&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Natürlich muss ich zwischenzeitlich mit Widerstand seitens meines Vaters kämpfen; aber ehrlich gesagt bin ich es leid. Ich lasse nicht mehr mit mir über etwas diskutieren, das mir zusteht. Ich lasse mich nicht mehr sabotieren]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde allmählich von Vincents Kreativität gefressen, seinen Ideen, und ich sitze mit dem Chaosmädchen beim Frühstück über dem Kaffee und male mir in Ungeduld das Morgen aus, gehe mit ihr im Sog der Straßen von einem Punkt zum nächsten und verliere mich sogar in den trüben, von Sorgen gezeichneten Gesichtern der U-Bahn-Passagiere, und sitze dann abends am Tisch, esse, trinke ein Glas Wein, höre Musik, und fühle mich erst jetzt (!) wieder richtig lebendig. Mir gefällt die Vorstellung, - jede Vorstellung, selbst die trostloseste. Selbst die trostloseste Vorstellung beinhaltet Leben. Das ist kein Vergleich zur Vergangenheit. &lt;br /&gt;
Daher lache ich endlich wieder. Lese wieder. Es ist nichts mehr so verhangen, ich kreise nicht mehr nur um mich. (Pah!) In Gedanken richte ich die Wohnung ein, in Gedanken fahre ich zur Uni, gehe Schrippen kaufen, verliebe mich in den Alltag neu. Ich muss nicht mehr dieselben Vierwände sehen, dieselben Straßen, dieselbe Abgeschlossenheit. Ich habe das Gefühl, ich könne mich dieses Mal tatsächlich mit dieser fremden, dieser harten und unpersönlichen Außenwelt vermischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lächle über einen Mann in der U-Bahn, - er trägt seinen roten Schal nachlässig, und die obersten Knöpfe seiner Jacke stehen offen, - denn er wiederum lächelt sanft, jugendlich, als er diesem Zeitungsverkäufer seine klimpernden Münzen in die Hand drückt. Ich lächle über den Emojungen, der mir schräg gegenüber im Bus sitzt, weil er immer wieder flüchtig Augenkontakt sucht. Ich lächle, über die unpersönliche Stimme der Verkäuferin hinter der Theke, und liebe sie für eine Sekunde so sehr, - ihre vertrockneten Lippen, ihr strähniges Haar, ihre fleckige Bluse, - dass ich mich über den Tresen beugen, und ihr einen Kuss auf die Wange hauchen möchte. Ich freue mich über das Mädchen in Schöneberg, das uns fragt, ob wir Hilfe brauchen, weil wir so verloren aussehen, mit unserer überdimensionalgroßen Stadtkarte, und den vom Wind verwirrten Haaren. Ich freue mich über die Musik in den Schächten unter der Erde, die weit und lang hallt, freue mich über kurze Frequenzen Sonnenschein genauso wie über das Blitzeis, das die Straßen zur Eisbahn macht, auf der Alt und Jung, Gangster und Unbescholtene gleichermaßen rutschen; ich freue mich über das knarzende Parkett unter meinen Füßen, freue mich, berauscht, orgiastisch, und manchmal sogar recht körperlos. Ich bin endlich zu Hause.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-09T14:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4550036/">
    <title>(I&apos;m the) wind</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4550036/</link>
    <description>&lt;center&gt;&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2075/2066252476_144ed4b072.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;281&quot; alt=&quot;wind&quot; /&gt; *&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;


&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;THE CENTER OF ATTENTION&lt;br /&gt;
IS LIVING ON THE EDGE.&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unterwegs. frei. &lt;br /&gt;
FREI! (verstehst du, was das bedeutet?) &lt;br /&gt;
ich bin endlich frei, von dir &amp; mir, von der vergangenheit; ich bin frei von avalon, frei von tausend kilometern immergleichen kummers, frei von den fachwerkhäusern, die mir die sicht auf den himmel nahmen, frei von der erinnerung an das bessere gestern, als noch alles neu war, - frei von tubinga, mia disgrazia, frei vom süden, &amp; der liebessabotage. keine obsession, keine hyperchondrie, kein wahnsinn. (es ist alles abgehakt &amp; von der liste gestrichen). frei. o gott endlich frei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp; niemand kann mich fassen. &lt;br /&gt;
(es wäre nur das haschen nach wind). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(* taken by andrea paoli).&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-04T10:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4426374/">
    <title>Interlude: Io vs. Me vs. moi vs. Ich</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4426374/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ankommen ist weniger wichtig, denke ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Halbdunkel sitze ich zwischen Kondomen und Notizbüchern, eine Topfpflanze steht auf der Kante eines Lattenrosts, - sie steht da nur vorläufig, weil auf dem Schreibtisch, dort wo sie sonst immer steht, kein Platz mehr ist, - daneben: das ungemachte Bett; da liegt das Buch &lt;i&gt;Das Wunder des Theismus&lt;/i&gt; von John Leslie Mackie, und ich glaube, es wird noch eine ganze Weile ungelesen bleiben, und dem schräg gegenüber der &lt;i&gt;Playboy&lt;/i&gt;, - das ist ein kleiner Ausschnitt dieser Wohnung, und ich werde ihn vergessen. &lt;br /&gt;
Draußen ist es dunkel, drinnen vorläufig auch. Ich lerne nicht genug, denke ich. Ich fordere nicht genug von mir selbst, und clicke mich über das Profil eines der Fremden, die in der Ferne arbeiten, leben, - lieben! Zweiundzwanzig, sagt die Haut, sagen die Zahlen auf dem Plastikkärtchen, sagt, -- wer? Die Welt? Niemals. Die Jahre, die vergangen sind, erscheinen mir ewig, unwiederbringlich ewig, und doch bleibt alles zeitlos, ungekannt, namenlos. Verspannung, ich lieg allein im Bett. &lt;i&gt;Memorandum&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie löffelt den Kaba aus dem Cappuccinoglas. &lt;br /&gt;
Tippt eilig Zeilen in virtuelle Welten. &lt;br /&gt;
Spricht ins Mikrophon, und hört hinein, in das Rauschen der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nur Geduld&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich fühlt sich alles &lt;i&gt;gut&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;richtig&lt;/i&gt; an, und ich expandiere, entferne mich von mir selbst, distanziere mich, in dem ich die Vergangenheit bewältige, und so weiter, und so weiter, und in der U-Bahn in Tokio schläft ein junger, gutaussehnder Mann ein, angelehnt an die Fenster im Rücken, - sein Kopf sinkt ein Stückchen tiefer, zur Seite, um danach wieder ein Stückchen hochzukreisen, -kreiseln, immer wieder, und von vorn, und ich bin nicht. Ich sehe sein schwarzes T-Shirt, mit dem Totenkopf-Aufdruck (der Totenkopf trägt eine kleine Schleife), und sehe einen der schönsten Sonnenuntergänge (m/) seines Lebens, sehe den McDonalds, in dem sie lachen und dann folgt ein &lt;i&gt;Ave Maria&lt;/i&gt; auf der Autobahn. Ich &lt;i&gt;weiß&lt;/i&gt;, dass er Atheist ist, genauso wie ich weiß, dass &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; Agnostiker bin, und trotzdem erscheinen mir die Heiligtümer nicht lächerlich, nicht kindisch, auch wenn sie es vielleicht sind. (Ich dulde Gott nicht, Spiritualität schon). Wir gehen aneinander vorbei, ohne uns zu grüßen, fahren in Zügen, fliegen in Flugzeugen, ohne uns zu kennen, und mal ist das wunderschön, wie ein Lächeln, oder ein Wort, das beiläufig zur Seite fällt, - erst recht ein &lt;i&gt;Danke&lt;/i&gt;, - und mal ist es schrecklich, enttäuschend, da ist es ein rechter Haken mitten in die Fresse rein, und am besten noch ein Tritt in die Eier, -- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann gibt es noch den anderen, den Schatten des Menschen, den ich kannte, vom Sehen, vom Reden, vom Hören kannte, und er flirrt vorbei, - ich frage, wie es ihm geht, und er antwortet, er studiere, und ich verstumme gekonnt gleichgültig. Keine Aufdringlichkeit mehr, keine Obsession, - es ist. Weitergehen. Prozess der Aufarbeitung. Der Rest ist bloße Naivität. Also sitze ich vor dem Messenger, und sehe eine Weile seinen Namen an. Es ist seltsam, wie die Welt geworden ist, denke ich, und überschlage meine Freunde mit pulsierendem Herzen. (Für mich steht die Welt still, wenn ich mit euch spreche). &lt;br /&gt;
Also sehe ich stattdessen dieses wunderschöne Mädchen an, - sie hat Augen, für die ich morden würde, Augen, Diamanten! kleine strahlende Scheiben, in denen sich Licht zu Farben bricht, namenlose Farben, nichts, mit dem man spielen kann, - und sie lächelt nicht; sie berührt nur ihren Honigmund mit den Fingern, und streicht sich Haare aus der Stirn, und es gibt keine Erwartungshaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind Menschen, Menschen sind, - das ist alles. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen brechen wir auf, zurück ins One-Horse Town, Stepford-Ville, und dann am Montag geht es (schätzungsweise) fürs erste nach Berlin. (Es wird eine Zeit kommen, da werde ich diesen Namen nicht mehr schreiben müssen, juhu). Wohnungssuche, Lebenssuche, zieh weiter Nomade, zieh endlich weiter.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2007-11-08T17:50:00Z</dc:date>
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    <title>Röhrenatmen.</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4185097/</link>
    <description>&lt;center&gt;&lt;img src=&quot;http://farm2.static.flickr.com/1261/1184866663_334c797748.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;305&quot; alt=&quot;Le (n) nut&quot; /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;


&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Es sind immer diese Tunnelwände, &amp; die Bilder, die unter ihrer schützenden Hand entstehen. Es ist dieses Röhrenatmen, Bremslichtleuchten, - es ist die Klaustrophobie, die sich in einem hellen Punkt am anderen Ende des Tunnels bricht. Entkommen, frei sein, aus dem Verschwommenen heraus, &amp; in den Teil der Wirklichkeit hinein, der unbegrenzt bleibt. Das ist alles, was ich will.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4164342/">
    <title>everything in transit</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4164342/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ja, nichts läuft eigentlich so, wie ich es geplant habe. Alles ist anders, und fremd, und tut im Magen weh. [Vielleicht gehört das so]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist die Zugfahrt morgen, und meine Ankunft um 17 Uhr auf Gleis 7, und mir ist schwindlig. Da ist die Uni und die Wohnungssuche und alles ist größer als es sein sollte. Da bist du, und da bin ich, und die Handbewegung, die alles wieder auseinander reißt. [Sag &lt;i&gt;Bleib&lt;/i&gt; und ich werde gehen]. Die Tage gerinnen zu fester Materie, und der Körper zersprengt zu Atomen. &lt;i&gt;Realität ist, was du daraus machst. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Mich juckt der Gaumen, wenn ich an all das Bier denke, das ich im Laufe der Woche widerwillig trinken werde, und an die Wut, die wie ein Bandwurm in mir nistet und sich an allem Schönen und Lebenswerten satt frisst, das meine Augen mit fließenden Blicken zu fassen versuchen. Nichts gelingt, und alles geht kaputt, gestern heute und erst recht morgen, und ich stehe schräg im Dunkeln und atme kochendes Wasser. Das Denken ist an der Kasse abzugeben, denke ich, und bleibe widerspenstig unrasiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es also lauter Auswege, die tatsächlich begehbar sind, - sie alle führen in Richtung B Punkt. Es folgt nun die Reise in die von mir geliebte Schrägstrich gehasste Stadt der Träume. Das sind begrenzte Baustellen, gefühlte Tiefen, unentdeckte Sicherheitslücken, und jede Menge Schlaglöcher, - es ist, als öffnete sich eine Tür, aber gleichzeitig verschließen sich zwei andere. Die sich Öffnende ist die Zukunft, - die anderen beiden sind Vergangenheit und Gegenwart. Ja, zugegeben: Die Zukunft existiert eigentlich überhaupt nicht; die Zukunft ist nur der unausgesprochene Sammelbegriff für alle möglichen Situationen, die aus dem Jetzt resultieren. Das heißt, die Zukunft ist nur eine Wahrscheinlichkeit, eine Mischung aus potentiellem Erfolg und Scheitern, oder nein, weniger: Nur ein Begriff des Sich-Tröstens. Was ich heute nicht schaffe, krieg ich vielleicht morgen hin. Morgen? Das ist ein Datum ohne Zahlen. Das ist ein Tag ohne Inhalt. Das ist die Zufälligkeit einer Verknüpfung in einem Kopf, - in vielen, in allen Köpfen. Vor allem in deinem eigenen. Da kann man stundenlang darüber nachdenken reden wahnsinnig werden, - das ist eine liegende Acht, die sich quer durch den Weltraum kugelt. Die Zeitfrage ist nicht mehr als eine Interessensfrage. Also vergessen wir das. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stehe morgen zerknautscht auf, erstarre zu einer Säule aus Salz während ich vor dem Spiegel stehe, und dann später vor dem Bahnschalter, um eine Platzreservierung zu ergattern, dann sitze ich müde im Zug, steige euphorisch aus, und bin ganz und gar, und vor allem ein Stück weit weniger Ich als jetzt im Moment. Das ist im Grunde ganz interessant, würde daran nicht der Alltag nagen. Das meiste geschieht aus Notwendigkeit. Die Musik im Ohr, - Nikka Costa und Jack&apos;s Mannequin werden mich federleicht machen, - und der Blick aus dem rauschenden Fenster. Wieder Freiheit. &lt;br /&gt;
Andrea schrieb mir mal, er fühle sich erst dann &lt;i&gt;normal&lt;/i&gt;, wenn er reise. Und ja, genau das ist es. Das denke ich mir auch jetzt noch. Es ist dieses Stück Normalität, das mir Unsterblichkeit verspricht. Vielleicht ist es der Gedanke, ein Atom zu sein, - meinetwegen auch ein Molekül der Einsamkeit, - das durch eine Fülle von Schalen springt, ein ungebundendes Stück &lt;i&gt;Ewigkeit&lt;/i&gt;, das innerhalb eines Lebens aufleuchtet, um dann zu verlöschen. In mir, den Knochen, dem Blut, in den Synapsen, - da ist dieses Denken, dieser Bewusstseinstrom. Ich wache mit dem selben Blick auf, ich ziehe an, was ich vielleicht gestern schon trug, stolpere die Treppenstufen hoch oder runter, und es ist ein Tag wie jeder andere auch: alles zerspringt zu Einzelteilen, die für sich unbeweglich bleiben. Und trotzdem, trotzdem, - Irrationalität!, - geschieht etwas. Unbedeutendes, Alltägliches: ein Nippen am Kaffee, eine Windböe, die an der Kleidung zerrt, die Ampel, die von Grün auf Rot springt, und Menschen, die neben dir in der Synchronität stehen. Da ist es, da versteckt es sich: Was wäre alles möglich? Wer könnte da neben dir stehen? Rütteln, Eisenstreben, die sich kreuzen, um auseinander zu driften, und natürlich verliert sich das alles wieder. Der erste Schritt bedeutet Distanz, in den Häuserschluchten bleibt es windstill, und der zweite Schluck Kaffee ist zu bitter für den Augenblick. Da hilft auch der Pathos nicht. Man reicht mir die Sonne und ich verbrenne mir den Rücken dabei; man reicht mir verschwitzte Menschen, die nach Alkohol stinken, und mir wird schlecht davon; man reicht mir gehetzte, unausstehliche, wütende, unzufriedene Gesichter, und ich werde ein Teil von ihnen. Das ist irgendwie doch unausweichlich. Ich versuche mich an mir festzuhalten: das bist du, und das bist du nicht. Ich versuche mich zu erinnern. Wie war es, als es noch nicht so war. Und irgendwann ... überliste ich mich selbst, und mit mir die ganze Welt. [&lt;i&gt;Nenn es Selbstbetrug, aber was bindet uns ans Leben?&lt;/i&gt;] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin meine eigene Distanz, denke ich. Ich werde mich nie zurücklegen, ich werde mich selbst nie überwinden, - egal wie sehr ich mich auch bemühe. Ich werde es nie so schaffen. Eher anders. Weiter Bauchschmerzen und Verspannungen im Nacken. Aber ich bin bereit. Bereit für etwas mehr Bewegung. Mehr als es versuchen kann ich nicht, - daher: los, vorwärts, mehr, und niemals zurück.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2007-08-14T20:20:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4131777/">
    <title>Mrs. Dalloway is falling through the looking glass</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4131777/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Wieder zähle ich Tage. [Noch elf, dann zehn, schließlich über das Wochenende gerettet, dann in Papiertüten geatmet: Noch sieben Mal schlafen]. Die Seine ruft mich in glitzernder Schwärze, und mit ihr ganz Paris: &lt;i&gt;Komm, Nomade, komm &amp; finde, was Du suchst&lt;/i&gt;. Suchen? Finden. Immer dieses esoterische Geschwätz, ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ich noch hier in Deutschland bin, - morgens halb und halb in fröstelnder Wärme vergraben, mittags mit offenen, saugenden Augen das Leben jagend, abends mit bleiernem Herzen die Möglichkeiten atmend, nachts befreit in verschiedenen Selbstentwürfen, - da schrecke ich zusammen. Bin ich. Könnte ich. Nichts verfügt über Substanz, - alles wankt und wackelt, drückt an den falschen Stellen ein, zerfließt, zerfällt, geht unter, nichts bleibt in der Form. [Das ist doch das falsche Rezept für den richtigen Kuchen]. Also gut. Die Strecke Paris-Berlin-Frankfurt höhlt mich aus, - schlägt mir Löcher in Kopf und Magen, - und ich bin die meiste Zeit schrecklich verkrampft verspannt verschreckt. Sehen so die Optionen aus? Willst du denn das alles wirklich riskieren? Mein Bauch sagt laut &lt;b&gt;Jein&lt;/b&gt;, und weist weiter auf den stotternden Verstand. Wie? Herz, sagen Sie? Das Herz. Ja, das pumpt weiter lauwarmes Blut durch meine wippenden Beine, durch meine verschlungenen Arme, in meinen abwesenden Kopf. Da bleibt wenig Inhalt. Stattdessen sitze ich also vor &lt;i&gt;dem Plan&lt;/i&gt;, und schiebe ein paar Zeittafeln von links nach rechts, - meist in der irrsinnigen Hoffnung, ich bekäme dadurch mehr Strukturen, - und irgendwie. Nein. Irgendwie strengt es mich schon sehr an. Keine Unterkunft, dafür ein paar Tickets. Keine Aussicht auf Erfog, dafür richtig böse Ungewissheiten. Die Sprache kippt mir klappfassadig gegen Stirn und Nerven, und ich denke nur: &lt;i&gt;Du hast nicht mal deinen Métro-Plan bei dir&lt;/i&gt;. Was weiß da schon das Herz? [Das Herz flüstert über Kopf und Bauch hinweg: &lt;i&gt;Ach, das wird schon werden&lt;/i&gt;]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur noch ein paar Nächte, und dann sitze ich wieder in einem neuen Jahr, in einem neuen Fragment, in einer anderen Zeitgeschichte. Notre Dame, - da will ich wieder sitzen, an genau &lt;i&gt;demselben&lt;/i&gt; Fleck, auf der steinernen Brüstung, mit dem städtischen Grün im Nacken, und ich will wieder unter dem launischen lastenden Augusthimmel das Herz im Anschlag spüren. [Peng, peng, und du bist tot, - nur vorher lebst du zwischen zwei Ewigkeiten]. Das Carré will ich wieder schmecken, - viel zu nah am Marais, aber mit Leichtigkeit! Et le Caveau de la Huchette. Und so weiter, und so weiter. Ich will nicht das letzte Jahr in neuen bunten Tüten, auch wenn sich die Zeiten überschneiden: ich will mehr von dieser Stadt, - ich will mit dieser Stadt Unzucht treiben, - und dann spottend arrogant und voller Demut ein Denkmal bauen. Ich will zu denen gehören, die Kurznachrichten aus Italien schreiben, die nach Hamburg ziehen, die ein Leben auf den Kopf stellen, - nur für eine Weile, vielleicht, nur für einen Augenblick, aber mit einer solchen Unschuld, dass selbst der Wahnsinn innehält. Wenn es nicht so funktioniert, dann eben andersrum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also kaue ich jetzt den Ballast mit knirschenden Zähnen, und denke: &lt;i&gt;Du wirst ein bisschen schiefer vorwärts gehen, krumm vielleicht und schräg, durch die Straßen und an all den Gesichtern vorbei; vielleicht taumelst du, und fällst sogar, und bleibst schließlich dort sitzen, wo es dir auf den ersten Blick gar nicht so gefällt, aber wer weiß? Vielleicht ist das auch dein Platz, auf dieser Welt&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2007-08-02T22:18:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4117017/">
    <title>Zwischenschritte, stolpernd</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4117017/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Eigentlich ist nichts so, wie ich es geplant habe. Alles ist schief: Das Herz unter den Rippen, der Mund mit dem Lächeln, die Pläne, die zwischen zwei Schritten auf der Strecke bleiben. Ich sage, alles ist okay, gerade, und denke trotzdem an die kleinen Katastrophen und Missverständnisse, die während eines Telephonats an die Oberfläche dringen: &lt;i&gt;Was willst du vom Leben?&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will nach Paris, und plane zwei Besuche in zwei verschiedenen Zeiträumen, - Ende August für ein paar Tage, Ende Dezember, über Silvester; mit Makko auf der einen Seite, mit &lt;i&gt;Chaos und Unverstand&lt;/i&gt; auf der anderen, - das &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;, weil ich es sage. Dann die rippenstoßende Ungewissheit Italiens: ich folge Firenze, Milano, Verona im September, und liege jetzt planend über den Karten. Dann Berlin, natürlich, immer noch und von Herzen kommend, brechend, in Fragmenten über dem Frühstückstisch verschüttet, und Frankfurt. [Letzteres nur als Etappe]. Basel muss ich mit Wehmut von der Liste streichen, - dazu reicht dieses Leben nicht, - und stattdessen beziehe ich jetzt ein bisschen mehr Frankreich und Italien in mein Leben ein. Herz, - rasen, über die Straßen, in Richtung Sonnenunter, auf! und die Augen blinzeln in die rotgeränderte Wolkenschlucht über den Dächern der Stadt. Ich will vergessen, die Vergangenheit abschließen, und so kämpfe und wringe ich dem Leben ein bisschen Sinn ab, - absurd verschachtelt und voller Situationskomik: &lt;i&gt;Io e il mio ego&lt;/i&gt;, - das muss Liebe sein. Also lache ich &lt;i&gt;Avalon&lt;/i&gt; entgegen, meiner ehemaligen Schule, und ich lache auch Tübingen entgegen. &lt;i&gt;Nein, dann glaubt nicht an mich, das ist egal; ich brauche eure Zustimmung nicht.&lt;/i&gt; Ich schüttle arrogant und selbstverliebt den Kopf: Es geht nicht darum, die Welt zu sehen; es ist viel mehr die Suche nach ein bisschen mehr Ichheit, mehr Kollektivität, - keiner kann mir sagen, was das Leben sein soll, oder was es sein &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;; daher setze ich mir mein Leben selbst. [Weder Gott noch Geld geben mir, was ich brauche]. Scheiß auf Strukturalismus, wenn du ihn nicht brauchst! Scheiß auf die richtige Wortwahl, wenn sie dich nicht befriedigt! [Jeder will den Ausbruch aus Dänemark]. Das Leben braucht die Toleranzgrenze nicht, sie braucht nur das Atmen von Möglichkeiten. Daher will ich nicht mehr dazugehören, will nicht mehr Teil dieser anderen Welten sein, - lass die Menschen fett und unpassend gekleidet sein, wenn sie es sein wollen; lass sie machen und tun und denken, was sie wollen, - selbst dann, wenn sie sich selbst zerstören. [Nur sei selbst anders, und mehr, als du bist]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist alles ganz praktisch, - es folgt alles den Gesetzen der Physik und Logik. Du bist, was du bist, weil du es sein &lt;i&gt;musst&lt;/i&gt;, - such dir nur die richtigen Optionen aus, und du bist alles, was du sein willst. Das klingt für den ersten Moment unlogisch, und vor allem unberechenbar. Und vielleicht ist es das auch. Logik ist das, was wir erfunden haben. Die Dinosaurier sind nicht aus logischen Gründen ausgestorben. Das besorgt die Welt von selbst. &lt;br /&gt;
Also nicke ich bei &lt;i&gt;Beautiful&lt;/i&gt;, von Lee &amp; Leblanc, und singe mit im Takt. Schief, natürlich. Ich bleibe immer und immer wieder an dieser einen Ecke hängen, reibe mir die Haut von den Muskelsträngen, schlage mir den Ellbogen an der Türe auf, aber das ist wirklich ganz okay. [Ungeschicktheit entpuppt sich manchmal auch als Segen]. Ich denke: vielleicht ergibt alles tatsächlich einen Sinn. Ich, du und die ganze verdammte Welt zwischen uns. Und wenn nicht, naja, dann haben wir immerhin das Glück gehabt, für eine Weile dieselbe Erde, dieselbe Zeit, und dasselbe Leben zu teilen. [Weißt du, wie selten das eigentlich ist?] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ziehe mich an, ziehe mich aus, stehe in Regen und Wind, und denke am Straßenrand, dass es letztlich immer irgendwie weitergeht. Selbst der Tod ist nur eine Option. Damit kann man sich später aufhalten. Vielleicht geschieht das wirklich ganz von selbst. Also date ich jetzt ein bisschen, telephoniere singend mit schiefer Stimme, und plane weiter. Die letzte Woche hat gut getan, im Allgäu, aber es reicht eben nicht. Eigentlich reicht es nie.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-29T12:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4093262/">
    <title>03. trainspotted hearts // veritas</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4093262/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Geschlossene Systeme: Familien, Freundschaften, Beziehungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einundachtzig Photos für 38 Euro 10 liegen neben mir und ich fühle mich, als sei ich in der Klemme. Einundachtzig Formen der Erinnerung: die &lt;i&gt;Caveau de la Huchette&lt;/i&gt;, und das farbenfrohe Seine-Ufer von Paris-Plages, - links: Andrea, der zur selben Zeit dort war wie das Chaosmädchen und ich, und keiner wusste vom anderen;  darauf die Berliner Zoo-Giganten: Makko, wie er die Stange des &lt;i&gt;Los-Angeles&lt;/i&gt;-Schilds hält, und Micha, der auf der Eberstatue reitet, - rechts: ich, mit einer Gans schimpfend; dann das Chaosmädchen, - Mitte, seitwärts, grinsend, mit und ohne Hut, - und ich fühle mich verbunden, eingebunden, &lt;i&gt;abgebunden&lt;/i&gt;: Leinen los! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ist schlecht, - der Seegang in meinem Kopf nimmt mich mit. Das ist die Freiheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Tagen war ich recht fleißig: Klausuren und Hausarbeiten sind geschrieben. Für Pflichtkurse bin ich vorangemeldet. Studiengebühren sind gezahlt. Das Organisatorische ist also mit einem roten fetten Haken von der Liste gestrichen. Ich war mit Julian beim Jugendamt, und vor Gericht, und ich bin so verdammt optimistisch, weil er es tatsächlich schaffen wird.  &lt;i&gt;Und trotzdem&lt;/i&gt;! Das sagt das störrische Herz: &lt;i&gt;Und trotzdem&lt;/i&gt;! [Immer mit einem Ausrufezeichen]. &lt;i&gt;Willst du nicht viel mehr. Ist es nicht eher.&lt;/i&gt; Und es poltert unter der Brust und bringt jedes Wort im Mund in Unordnung: &lt;i&gt;geh weiter!&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sitze ich auf dem Beifahrersitz, und schaue unter der brennenden Sonne den Autos beim Stehen zu. Stau. Draußen wie drinnen. [Der Stau in meinem Kopf macht mich schreien]. Also kaue ich auf der Unterlippe, also überlege ich mit Karambolagen, also trinke ich die Vergangenheit in gierigen Zügen und verschlucke mich letztlich dabei. Dann komme ich an, und es regnet in Strömen. Jetzt bin ich zurück. Kleinstadtkulisse gegen Kulissenkleinstadt: eins gegen das andere, zwei zu eins zu drei: geschlossene Systeme. Jetzt bin ich in diesem anderen &lt;i&gt;Zuhause&lt;/i&gt;, bei meiner Mutter, - der Stepford, - und trete meinem großen Bruder M. ein bisschen auf die Füße. Das tut gut. Sie sind meine Familie, und ich bin dankbar. Für jede kleine Geste, für jede unnötige Sorge, für jedes Nörgeln, denn es geschieht aus Liebe. Ich weiß plötzlich wieder, woher ich komme, wer ich bin, vielleicht, oder wer ich war, und da tanke ich ein bisschen Ruhe. In frischbezogenen Betten, an gedeckten Frühstückstischen, beim Fernsehen. Und doch muss ich weiter. Raus, und vielleicht mitten rein in den Regen. Basel is calling, und vielleicht ein kleines Abenteuer, das keine Fußnoten braucht: Ungewissheit, Risiko, und Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, ohne sie persönlich zu kennen. Chancen! Dann Berlin: es ruft laut nach meinem Namen, und zieht sachte an meinem Ärmel: &lt;i&gt;kommst du?&lt;/i&gt; und ich nicke, und sage: &lt;i&gt;bin unterwegs&lt;/i&gt;. Paris seufzt im Wind, und in jedem Ampelrot: ich sehe im Blinzeln Armelle, und Makko, Jules, das Chaosmädchen und mich. Frei-Sein. Unbeschwert-Sein. Vielleicht bei Andrea ein Eis kaufen. Und weiter. [&lt;i&gt;Eigentlich will ich schon lange weg sein&lt;/i&gt;]. Man lädt mich nach Chile ein, nach Milan, nach Neuseeland, und ja, vielleicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich beschreibe mich als Dandy-Nomaden, der von Leben zu Leben eilt. Von Steckbaustein zu Steckbaustein, in Variation immer anders gestapelt. &lt;i&gt;Hamlet&lt;/i&gt; in der Hosentasche, und ein bisschen Kleingeld klimpernd zwischen den Fingern. [Und mein Zyklopenauge friert die Welt im Blitzlicht ein]. Das ist nicht wirklich interessant, dieses Leben, - trotz der schönen Namen der Protagonisten, oder dem Reiz, in fremden Betten zu schlafen: die Gewöhnung und die Alltäglichkeit kriegen dich letzten Endes doch. Der Tod treibt dir die Flausen aus. Was bleibt sind die Gedanken in der Métro, oder das Sitzen unter launischen Himmeln. Küss mich, Leben. Liebe. Ewigkeit. Die Musik rauscht durch mich hindurch, wie jedes Wort, das ich im Laufe der Reisen schreiben, sagen, denken werde, und es gibt immer ein Stolpern, immer ein Zögern, und Angst. [So viel Angst]. Ich breche nur aus, ein, zusammen, - ich suche nicht mehr als etwas, was mich hält. Etwas, was mir endlich sagt, ich solle bleiben. Und ständig: Sehnsucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nur der Versuch, die Schieflage mit Schnelligkeit auszugleichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nicht so sein, wie man es von mir erwartet. Deshalb halte ich es in Tübingen nicht aus. Deshalb gesunde ich nicht am Uni-Stress. Ich sehe mein Leben durch die Augen des Todes, und denke: &lt;i&gt;Wenn ich sterbe, wird dann irgendwer merken, dass ich nicht mehr gestaubsaugt habe? Dass mein Geschirr noch im Spülbecken liegt? Wird jemand meine Notizbücher lesen, und sie kommentieren? Wird jemand irgendwann und irgendwo verstehen, wer ich war?&lt;/i&gt; und ich denke meist &lt;i&gt;Nein&lt;/i&gt;. Ich werde einfach sterben, und weg: Zahlen auf Stein, die mit den Jahren bis zur Unkenntlichkeit verwittern. Ungekannt, unbekannt verzogen. Ich will nicht gefangen sein, - oder naiv gesagt: ich will mich nicht für einen Job aufopfern, der mich nicht erfüllt; ich will keine Anzahlungen für das Haus, will nicht im Supermarkt mit Namen gegrüßt werden, - ich will es nicht, weil das Leben zu kurz ist. Der Tod umfängt mich in Gedanken, und sagt: Dazu ist das Leben eigentlich nicht gedacht. Geld ist nur mein Mittel, nicht mein Zweck. &lt;br /&gt;
Ich bin 22, und fühle mich alt. Ich bin 22, und fühle mich so, als hätte ich nichts gesehen und nichts gefühlt. Jeden Tag sehe ich die Leute im Zug, ich rede mit ihnen zwischen Cafétaria und Vorlesung, ich lese ihre Zeilen im Internet, sehe ihre Schicksale im Fernsehen, und das ist alles? Also suche ich. Irre ich. Verliere mich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise ist am Ende nur die Enttäuschung, dass es doch nicht mehr gab, dass das Leben tatsächlich nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Zufällen ist, dass es das Schöne letztlich nur in unseren Köpfen gibt, und so weiter, aber dann kann ich wenigstens einen fetten roten Haken auf meine Liste machen, und sagen: ich habe wenigstens danach gesucht. Ich habe auf der Suche danach, ein Leben gelebt. [Ouch, das war jetzt ganz schön pathetisch, - egal, mehr:] Ich brauche das. Keine Urlaubsziele, sondern Lebensziele: monatelanges Pendeln zwischen Städten, Ländern, zufälligen Begegnungen. &lt;i&gt;Komm, besuch mich,&lt;/i&gt; und dann der Stoß in den Rücken. Also taumle ich vorwärts, also steige ich in den nächsten Zug, also fliege ich zwischen den Wolken. Verstehen werde ich es nie, aber ich denke, ich muss es nicht verstehen. [Camus, gib mir mehr!] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font color=&quot;red&quot; size=&quot;6&quot;&gt;*&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheiße. Nächste Woche geht&apos;s los.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-21T18:15:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4077690/">
    <title>02. my personal shortbus // caraid</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4077690/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;i&gt;Wissen wer man ist, und was man im Leben sucht.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe auf, und raus. Baumwipfel, linke Spur, eilende Bremslichter, bald ein gelbes, dann ein rotes Schild, - Stop: ausatmen. Im frühen Morgen hauche ich den Geschmack von viel zu starkem Raststättenkaffee gegen die Fensterscheibe, und später am Abend ist es dann die Sehnsucht. Wieder einatmen. &lt;br /&gt;
Ich sage nicht viel zum Abschied. Ich kann das nicht. Entweder sag ich zu viel, oder ich sag zu wenig, aber die Idealmischung gibt es für mich nicht. Also sehe ich beiden in die Augen, und lächle. Dann knallt die Autotüre, und sie sind weg. Weg. [&lt;i&gt;Lass es dir auf der Zunge zergehen&lt;/i&gt;]. Ich drücke den Schlüssel, ich stehe im Aufzug, die Türe fliegt ins Schloss, - dann reiße ich das Fenster auf und heule mindestens zwei Stunden. Hemmungslos, wie ein kleines Kind, und rational stammelnd. &lt;i&gt;Nein, nein, nein&lt;/i&gt;, immer wieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann hört es auf, aber das Gefühl bleibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Gefühl, plötzlich durchdringend zu sein, durchdringend zu werden, - es ist, als bestehe ich aus Goldstaubpartikeln, die plötzlich explodieren. Licht, das durch trübe Fenster fällt und sich dabei auch noch im Staub verfängt. Ich hänge im Staub. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langsam packe ich aus, und finde zwischen meinen Socken ein kleines schwarzes Notizbuch. Das hast du nicht. Woher? Ich öffne es, und auf der ersten Seite steht: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wissen wer man ist, und was man im Leben sucht, - das kann man nicht bestimmen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ein Bild von ihnen beiden. Und darunter: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wir suchen die Liebe. So unendlich viel Liebe, das es schmerzt. Und ein bisschen Halt, der nicht gleich bei der nächsten Berührung nachgibt. Jeder will geliebt werden. Auch du.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da spüre ich wieder diesen Geschmack auf meiner Zunge. Und ich schlucke übertrieben oft, um nicht darin zu ertrinken. Ich höre eine Gitarre, von unten, und sie spielt ein Lied, das ich kenne. Oder zu kennen glaube. Ich folge blind, nach draußen, auf den Balkon, und höre eine Weile zu. Es riecht nach Sommer. Unbestimmt. Leicht, aber auch dunkel, verlangend. &lt;i&gt;Es könnte gleich regnen&lt;/i&gt;, denke ich, und meine es doppelt. Bleib stehen, Herz. [Liebe, - das ist mehr, als es das Herz verkraften kann]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin irgendwo angekommen. Stehe wieder unter der Dusche, und spüre, wie das kalte, harte Wasser an mir abprallt. Warum? Ich frage es ohne Begründung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke an die Gespräche, die ich mit Andrea und seiner wunderschönen Freundin geführt habe, abends, in diesem kleinen Zimmer, über das Leben, und die Sehnsucht, die uns verbindet. Ich denke an die Worte, die mir Javier über Chile geschrieben hat, und Valparaìso, und ich sehe seine Bilder. Diese ewigen. [&lt;i&gt;quiet and nice&lt;/i&gt;]. Ich denke an Rahel, die mir Hebräisch mit ins Leben legte, und an Armelle, die mir Paris mit Jazz erfüllte. Ich denke an Makko, in Berlin, und die Worte, die uns zu Freunden machte und an Lethe, in diesem kurzen Leuchten. Ich denke an die rothaarige Vanessa, und wie wir uns zum ersten Mal auf der Schultreppe küssten, und an die grünen Augen von Yadé, die mich für einen Sommer so bezauberten. Ich denke an das Chaosmädchen, die Seelenverwandte, und an Marie, mit der ich als erster zum ersten Mal in meinem Leben so richtig guten Sex hatte. Ich denke an alle meine ehemaligen Lehrer, und den Einfluss, den sie auf mich hatten. An meine Mutter, meinen Vater, meine Familie in einem Wimpernschlag, und es ist alles irgendwie eins. Die Bücher, die ich gelesen, die Musik, die ich gehört, die Filme, die ich gesehen habe. Und das Wasser rauscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe. Liebe, ja, gottverdammt. Was denn noch?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;6&quot; color=&quot;red&quot;&gt;*&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nicht da. &lt;br /&gt;
Ich atme gegen den Spiegel, wische Reflektionen, blinzle. &lt;br /&gt;
Ich bin nicht angekommen. &lt;br /&gt;
Ich bin noch unterwegs.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 morbus</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-16T20:47:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4073451/">
    <title>zwischenschritte</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Sie wischt sich gedankenverloren das Abendrot aus dem Haar und lächelt dabei. [&lt;i&gt;Miss Südtirol 2006, und wunderschön wie tausend Morgen&lt;/i&gt;]. Der Füllfederhalter eilt über das Papier, eilig in geschwungenen Zeilen, und immer wieder löst sich währenddessen eine Strähne, immer wieder, hinter dem Ohr lockend, kringelnd: ein Geschmack von Mandeln und Meer, der bittersüß mit dem Wind ins Zimmer strömt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben ihr sitzt Andrea, und streichelt ihr über den Nacken. Sie verscheucht ihn mit fliegenden, flatternden Händen. &lt;i&gt;Lasciami in pace&lt;/i&gt;, sagt sie, und strahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Warum sind sie nur so wunderschön&lt;/i&gt;, frage ich mich auf dem Bett, in meinen haarigen, ungelenken Beinen verschlungen, und ziehe mir mein T-Shirt über den Kopf. &lt;i&gt;Warum sind sie beide nur so wunderschön?&lt;/I&gt; Ich möchte neidisch sein, gegenüber dieser Perfektion, aber ich kann nur staunen. Nebeneinander. Liebevoll. Es ist, als sähe ich zwei Engel, Wundererscheinung, Lourdes in einem Spiegelbildblick zu Feuerwerksexplosionen zerronnen. Gerade jetzt, in diesem Augenblick, mit der leuchtend roten, glühenden Korona der Sonne, dem funkelnden Funkenschlag hinter den Häuserschluchten, und dann der Wind, der ihre Locken streicht, und seine Wangen, und beide schließen sie die Augen für einen Moment. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Verlieb dich nicht&lt;/i&gt;, rät mir das Herz. Und das Gehirn folgt stolpernd hinter her. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;6&quot; color=&quot;red&quot;&gt;*&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich sie so dasitzen sehe, - so zärtlich, so vertraut miteinander, - da ist es, als verschiebe sich Mauerwerk in meinem Inneren. Ich kann es regelrecht spüren, dieses laute Krachen von Backsteinen, die ineinander fallen, das Poltern der Betonklötze, die gegeneinander stoßen, und unter der Last zerbersten. Es ist, als breche sich der Himmel frei. [Ich fühle diese federnde Leichtigkeit blauer Himmel unter der Brust]. Dann atme ich aus, - lang, ungleichmäßig, in einem Herzschlag voller Sommerregen, - und fühle mich ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht zum ersten Mal. &lt;br /&gt;
Selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss fort. Weitergehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen küsse ich sie auf die Wange, drücke ihn gegen mich, und dann hinaus: durch die Tür und weiter, einen Schritt zurück, zur Uni, aber dann in Quanten weiter vorwärts springend. [Ich war noch nie so verdammt optimistisch-idealistisch, verträumt-realistisch].&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://morbus.twoday.net/topics/fort-laufend&quot;&gt;fort-laufend&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2007-07-15T20:25:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://morbus.twoday.net/stories/4071449/">
    <title>01. autopilot // amicizia</title>
    <link>http://morbus.twoday.net/stories/4071449/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ich lege. Schlüssel? Irgendwo klimpert. Das Geld! Ich werfe meine Hände über mich, neben mich, rein in die Hosentasche. Münzen, rasselnd und kühl, von Fingern abgegriffen. Ich spüre die gerollten Scheine. Sicherheit, versprechen diese paar Münzen. Und das Papier. &lt;i&gt;Sicherheit.&lt;/i&gt; Ich lege meinen Rucksack unter den Schreibtisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist mein neues. Also. Hier? Stammeln. Ich reiße das lange, schmale Fenster auf und mir schlägt ungewollt die Stadtluft entgegen. Draußen wackeln Baukrähne, daneben Hausflurruinen, - ich sehe viele offene Fenster, Sommerluftstrom, Ewigkeitsgesäusel, aus dem Stockwerk unter mir dringt Geschäftigkeit. Ist das &lt;i&gt;Our Lady Peace&lt;/i&gt;? Muss. CD. Ich drehe mich auf dem Fuß um, Linoleum quietschend unter meinen Sohlen, und lehne mich ein bisschen gegen den Tisch. Meins. Augen. Sehen was, was du nicht siehst. Eine Regebogenflagge hängt an der Türe. Links und rechts noch zwei weitere, die ich nicht erkenne. Königslilien. Bekränzte Köpfe. Das könnte. War das? Ein Wortspiel. Ich rucke um, gegen den Tisch, ein langer, schmaler Computerlautsprecher fällt um, Kabelgewirr breitet sich unter meinen hektischen Fingern aus, ich versuche doch nur, verdammt noch mal, ich verheddere mich mehr, jetzt hab ich, Gott, wohin denn jetzt damit? Zurück mit dem Kabel. Ich gehe zwei Schritte weiter. Tiefer in den Raum rein. In diesen langen, schmalen Raum. Flur. Da, noch eine Türe, ich luge vorsichtig hinein. Weißgekachelt, Badezimmer-Klappnische, Ausguss im Boden. Klinisch. Hat Andrea vorher etwa? Hier. Nirgends Staub. Ich schließe die Türe wieder. Drehe mich um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Augen fangen das Bücheregal. Langes, schmales Bücherregal. Das meiste italienische Titel. Erkenne nur &lt;i&gt;Ecce Homo&lt;/i&gt;, von Nietzsche, und muss mir das Lachen verkneifen. Da ist so ein hysterisches Lachen, ich weiß auch nicht. In mir. Sodbrennen-Lachen. Ich kann nichts dagegen tun. Wirbeln, da, die nächste Regenbogenflagge, dies Mal mit &lt;i&gt;Pace&lt;/i&gt;, hab ich vorhin wohl. Deine Augen sehen, was du nicht sehen kannst. Ich wusste gar nicht, dass er so engagiert ist. Denk ich. Wusste gar nicht, dass er doch weit mehr ist, als ich verstehe. Meine Blicke rutschen quietschend über. Linoleum. Das Bett, für meinen Geschmack ein bisschen zu türkis, faltenwerfende Mondlandschaft, unter dem Gestell schauen alte Turnschuhe, eine Sporttasche, nein, er hat nicht extra. Hier herrscht irgendwie. Vielleicht ein bisschen Sauberkeit. Ich denke zu deutsch. Sicherheitshalber wische ich mir über die Augen. Besser. &lt;br /&gt;
Hier stehen auffällig viele Stühle. Tische. Drei. Von allem. Ich sehe auf dem mehlbestreuten Nebentisch das Bügeleisen. Dann versuchen meine Gedanken zu kombinieren. Mehl? Irgendwie fallen mir auch nur Clichés ein. Pizzabackeisen. Zu neugierig. Ich bin einfach viel zu. Hör auf darüber. Meine Finger streichen über die Australienflagge. Gott, die. Was? Fünfte. Fünfte Flagge. Was zum Teufel hat er denn mit Australien. Einen Schritt weiter nach rechts, vor den Computer, flimmernd, irgendein Bildschirmschoner mit weißen Leutdioden. Schön. Wieder ans Fenster. Dann tippen meine Finger etwas ungeduldig. Seine Augen sehen, was sie nicht sehen können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann geht die Türe auf. Leise, nur der Windzug verrät Bewegung, wehend, die Flaggen, überall: ein buntes Wehen. Und er, &lt;i&gt;il mio ragazzo&lt;/i&gt;, schlittert nacktfüßig, beinfrei, gleitet. Linoleum. In den langen, schmalen Flur. Grinst. &lt;i&gt;Ciao Bello&lt;/i&gt;, bellt er. Herzend. Mich, Schulter an Schulter, dreht sich um sich, mich, das Zimmer, meinetwegen, und bleibt dann wieder stehen. &lt;i&gt;Nicht sehr groß&lt;/i&gt;, sagt er, &lt;i&gt;aber ich brauche ja auch nicht so viel Platz&lt;/I&gt;. Seine Hände. Bronze. Klimpernd. Das Geld in meiner Hosentasche! Ich darf es nicht. &lt;br /&gt;
Ich nicke. Sicherheitshalber nicke ich. &lt;i&gt;Wo soll ich deiner Meinung nach schlafen?&lt;/i&gt; frage ich und suche nebenbei. Meine Augen suchen. Alle Welt sucht. Ein zweites. Ein Sessel würde ja schon. Ich meine, er hat es mir ja angeboten. Ich drehe mich um mich selbst, ihn, das Zimmer, seinetwegen. Huste verlegen. Vielleicht sogar zwei Mal. &lt;i&gt;Kein Problem&lt;/i&gt;, sagt er und deutet auf das türkise Bett, &lt;i&gt;auch wenn es nicht danach aussieht: man kann es ausklappen&lt;/i&gt;. Seine Hände. Bronze. Fassen danach. Quietschgeräusche fallen mir entgegen. Unten höre ich irgendwo einen Fernseher. Kinderlachen. Hundebellen. Leben, L E B E N, du, irgendwo, ich glaube, ich habe meine Zahnbürste. Gibt es irgendwo? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er knipst lachend den Ventilator an. Wind fächert die Flaggen. Es riecht hier plötzlich nach. Ist das? Unendlichkeit kitzelt die Nase. Orange. Herb. Ein bisschen Lavendel, sogar. Das kann nicht. Nicht-Sein. Ich erinnere mich an Maurice, und werde. Traurig. Aber dann atme ich tiefer den Sommer ein. Vorbei, vorbei. Das ist alles vorbei. Jetzt deutet das Leben in eine andere Richtung. Ich nicke, bekräftigend, dann tanzt Andrea ein bisschen hin und her, streckt seine Füße aus, Eiskunstläuferleben. Ich denke, tastend nach dem Bisschen Geld, denke. Autopilot. Frei-Sein. Heiligsprechung. Ich sollte das Buch vielleicht endlich. &lt;br /&gt;
Er legt mir die Hand auf die Schulter, gedankenverloren suchen meine Augen. Seine Augen. Beide Augenpaare, n. Draußen ein Vogelzwitschern, das sich durch das Autorauschen drängt. Ich möchte jetzt sterben, das ist zu schön. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;amicizia.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
Trost findet man in goldenen Herzen. Das edelt ihn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kann ich für eine Weile bleiben.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>morbus</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 morbus</dc:rights>
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