la tristesse

Sonntag, 15. August 2010

Der Strick

Ich falle auseinander.

Der Strohhalm zwischen den Fingern, Gin und Tonic und ein Blick über den Rand, immer begrüßen einander die falschen Leute. Da ist einer, der gibt mir seine Hand wie ein Metzger das Fleisch dem Kunden reicht, der sagt seinen Namen nuschelnd, der lächelt mit seinem Echsenmaul, - hinter den Zähnen, dort in der Lücke, wälzt sich seine Zunge. Sie tastet nach den Worten, sie greift immer daneben. Der andere, der ist kleiner und blond, der macht die Augen auf und irgendwo fällt eine Türe ins Schloss, der steht dann plötzlich neben mir, und nippt den Rum aus dem Plastikbecher, der nimmt und nimmt, und lächelt verlegen. Die Frau hingegen erzählt eine banale Geschichte, ich verstehe kein Wort.

Es wird angestoßen, es wird geküsst, es wird gelacht.
Hier gibt es keine handelnden Personen.

Jede Fliege schlägt sich den Kopf kaputt an all dem Fensterglas um uns herum, - da sind keine Wände. Kein Anlehnen. Kein Halt. Von links schiebt sich eine Hand vor, es folgt wieder ein Name, den ich geschickt überhöre, weil du daneben stehst, ich kenne dein Gesicht. Das Gesicht der Frau ist mir scheißegal. Wir werden einander vorgestellt, deine Hand ist warm und trocken, ich drücke sie sehr fest, das ist ein Zeichen des Nachdrucks. Sie sagt was mit ihrem Honigmund, den ich zerrupfen will, und es ist banal und langweilig und es riecht nach billigem Schnaps, und ich nicke einmal, maximal zweimal, und bitte dann um Entschuldigung, - der Gin und der Tonic und der Blick über den Rand, - und als ich aus der Küche komme, steht sie samt ihren klappernden Lippen am Fenster und rötet den Filter. Es riecht nach Rauch.

Wir stehen uns plötzlich gegenüber wie Träume.

Oh well the devil makes us sin
But we like it when we're spinning, in his grin.


Der Durst und der Hunger und wieder der Durst. Ich sehe dich an, und du mich, und ich dich, und wir reden. Es ist klar, dass wir uns verstehen. Kerouac und Perec, und Julien Green, wie viele Stunden vergehn? Dein Blick vibriert in meinen Augen, in meinen Nerven, im Gehirn. Sehe ich dich an, spüre ich den Strom in mir. Die Faszination, die zwischen Liebe und Freundschaft steht, sie ist unser Thema, - wir reden und reden und reden, wir verstehen einander auf drei Sprachen, und jedes Herz und jede Zelle und jedes Molekül tanzt. Faszination. Zu wissen, dass es mehr gibt als Begehren, etwas, das sich nicht als Liebe ausgibt, um zu gefallen, das begleitet uns. Die Hände treffen sich zufällig dabei, wir verheddern uns nicht. Irgendwann kommt die Frau wieder und legt lachend ihren Arm dir um den Hals und auf die Schulter, wie ein Strick, wie ein Strick, wie gemacht, um dich durch den Raum zu ziehn, -

du lächelst nicht, du lachst.

Wir wollen im Gold ersaufen, untergehen, vergessen.
Und die Hände lassen nicht los,
die Stimmen können nicht voneinander lassen,
alles ist miteinander verhakt,
und der Strick hängt am Haken,
und am Haken hängt die Welt.

Ich möchte high sein, sage ich, und meine es. Du würdest gerne etwas dazu sagen, aber der Typ mit dem schwammigen Handschlag setzt sich zu uns und spricht über die Wahlen in Schweden; der Blonde nimmt seinen Blick und wirft die Türen ins Schloss; die Frau färbt den Zigarettenrauch, wir kommen nicht mehr zu Wort.

Samstag, 3. Juli 2010

The Elm Song

Du behandelst die Liebe wie ein Waisenkind, du verzärtelst sie, tupfst ihr die Augen trocken & wischst die Sehnsucht ab; der Liebe gibst du einen anderen Namen. Einen fremden, reizlosen, ohne Klang, - selbst deine Stimme ist spröde beim Sprechen: Lieber ich als du, lieber dein Herz als meines. Aber jede Hand, die am Hosenbund zieht, ist fähig zu schlagen. Die abgeschälte Kleidung muss jemand waschen. Es folgt kein Gegenargument, nur die Lippen.

Die Lippen.
& das Bett.

Ich gedenke der Liebe wie einer Toten.

Vor dir sitze ich wie vor einem Spiegel. Alles ist rauh, diesmal, nichts ist so perfekt wie bei den andren. Ich bin ebenso weiß wie du, mein Hemd riecht nicht nach Sommerfrische, es riecht so wie deines; auch meine Socken sind löchrig vom Laufen. Mit dem Buch in der Hand bleibe ich im Bett, während du den Tee am Fenster trinkst. Es ist immer noch schwül draußen, der Himmel lastet in seiner himbeerfarbigen Wolkenfülle. Alle Vögel schreien vor Überhitzung. Es ist kurz vor 5 Uhr. Ich lese, laut:

Love is a shadow.
How you lie and cry after it
Listen: these are its hooves: it has gone off, like a horse.

All night I shall gallop thus, impetuously,
Till your head is a stone, your pillow a little turf,
Echoing, echoing.
*

& du, aufgeschreckt von meiner Stimme, die müde ist vom Ficken, - aufgebrochen wie eine Nuss, & dahinter nichts als ein schläfriger Hunger, - nimmst deine Stimme zusammen & sagst:

The weight of the world
x x x is love.
Under the burden
x x x of solitude,
under the burden
x x x of dissatisfaction

x x x the weight
the weight we carry
x x x is love.
**

Wir sehen uns an wie Fremde. Welche Nacht hat man uns unter die Haut genäht? Wessen blaue Augen sind eigentlich meine? Mit trockenen Lippen wartet mein Mund auf die Ernüchterung des frühen Morgens, auf diesen Geschmack von Minze & Kaffee, von Honig, aber stattdessen sitzt du nur am Fenster.

1. Die Luft ist ihr eigener Raum, - keiner kann ihn betreten.

2. Keiner ist braun gebrannt.

3. Unser Schweiß riecht nicht nach Sommer.

4. Barfuß kommen wir nicht weit, nicht weiter bis zum Alex & weiter noch, bis an die Grenzen der Stadt, - das alles bleibt uns unbekannt.

5. Der See.

6. Das gekämmte Haar vor dem Spiegel.

7. Einzelnes, das jemand fallen lässt.

Wenn du hier bist, dann kann ich nicht mehr schreiben. Jedes Gespräch ist wie abgestorbene Haut. Du siehst mir genau an, was ich denke. Ich bin nicht gut darin, mich zu verstellen. Also nimmst du deine Tasche vom Tisch, ziehst dir die Hose über, die eiligen Schuhe; jede deiner Bewegungen macht dich verletzlich. Ich kann's kaum ertragen. Zum Abschied legst du mir die Hand auf den Kopf & sagst: Friss oder stirb, das kann ich nicht.

So gehst du weg, & ich fühle mich nicht.




* Elm - Sylvia Plath
** Song - Allen Ginsberg

Donnerstag, 11. Februar 2010

Einundsiebzig.

Mit der Verzweiflung lernte ich umzugehen, es war als legte ich ein Buch zu den andren, als öffnete ich die Fenster zum Lüften; die Verzweiflung ging so nahtlos in mich über, dass ich keinen Unterschied mehr zu einem Leben ohne Verzweiflung erkennen konnte: Ich kaufte Seife & einen Messbecher aus Plastik, es gab keinen Sinn darin, keinen Grund, es war Zeug, das sich verbrauchte, das auslief, zerging, selbst die Zahlen auf dem Messbecher würden abgewaschen werden, ich wusste das, ich hatte es schon bei andren Dingen gesehen, der Lack ging ab & darunter zerkratzte sich's weiß, - & trotzdem, trotz dieses Wissens, kaufte ich die Seife, die billig roch, & den Messbecher, den ich in die Ecke stellte. Irgendwie braucht man's ja doch, dachte ich, & brauchte es nicht.

Fünf Bücher hatte ich mir gekauft, sie stapelten sich auf meinem Tisch, drohend. Natürlich wollte ich sie lesen, immer schon hatte ich mir Bücher gekauft, um sie zu lesen. Doch jetzt lagen sie aufeinander, Hustvedt auf Kipling, Woolf auf Onetti, sie alle trieben es miteinander, all diese Geschichten, sie verzahnten sich vor meinen Augen zu Monstern, zu Schlünden ohne Gaumen & Hals, unschuldig wie Kinder, & ebenso maßlos. Bücher dämpften die Verzweilfung nicht, sie spielten mit ihr. Je mehr ich las, desto weniger existierte ich. Das war ihr Reiz. & die Gefahr. Ich dachte damals, mein Wunsch sei die Auflösung gewesen, die Auflösung im Fremden, aber ich täuschte mich. In Wahrheit sehnte ich mich nach Vervollkommnung; der Gedanke an die Entelechie hatte sich auch noch drei Jahre nach meinem Philosophiestudium in mir festgesetzt. Also las ich. Immer. Es war wie ein Zwang. Immer, wenn ich unbeobachtet war, nahm ich die Seiten zwischen die Finger & sog mit den Augen an ihnen bis sie sich leerten; manchmal fühlte ich, wie die Sprache ejakulierte. Es hat oft nach nichts geschmeckt.

An diesem Tag, an diesem einundsiebzigsten, waren drei Briefe für mich gekommen; als ich die Tür öffnete, - zurückgekehrt aus dem Schleierschnee, den der Wind über die Eiskrusten getrieben hatte, - trat ich auf sie wie auf das Eis auf den Straßen: Unvorsichtig, unbedarft, unachtsam.

Der erste Brief kam von der Verwaltung jener Stadt, in der ich gewohnt hatte, bevor ich nach B. gezogen war; man teilte mir darin mit, man habe sich dort aufgrund der Finanz- & Wirtschaftskrise dazu entschlossen, eine Zweitwohnungssteuer einzuführen. Ich wohnte seit zwei Jahren nicht mehr dort. Man hatte mir eine Rückantwort bereits als Anlage vorbereitet. Für eine rasche Antwort wurde sich im Voraus bedankt. Die Briefmarke klebte ich mit grimmiger Geringschätzung auf das Kuvert.
Der zweite Brief kam von A., jenem, der nach Paris gezogen war, um später in Hamburg zu leben, jener A., der zum Abschied die Augen nicht hatte lassen können vom Heulen, ein Fremdgegangener, Fremdverlorener, einer, der von der Liebe gesprochen hatte wie das Kind vom Spielzeug auf dem obersten Regalbrett; er schrieb mir, nach dem I. bei mir gewesen sei, im letzten Jahr, so wolle er jetzt auch kommen, wolle sehen, wie es mir gehe, & eine Weile bleiben. Ich stellte mir vor wie er anreisen würde, in dem Parka mit dem fellig-pelzigen Kragen, aus der ersten Klasse des Zuges mit wirrem Haar gestiegen, die Sonnenbrille ins gepflegte Gesicht gesetzt, - auch wenn sich die Sonne den Auftritt verbat, - wie eine Krone würde er sich diese Brille aufsetzen & lächeln, - lächeln!, strahlen!, ein schmerzhaftes Lächeln mit Zähnen, die sagten: Verloren. Als Freund würde ich ihn umarmt haben, - solange, wie die Arme ihn hielten; das wäre nicht lang. Ich las den Brief dreimal, jeden Buchstaben drehte ich um, dahinter lauerte Weinen. Das Papier raschelte kaum als ich's zerknüllte.
Der dritte Brief kam von Nathalie; sie schrieb mir aus Lyon, sagte, ihr ginge es gut, auch wenn ihre Mutter gestorben sei, jetzt erst, im Winter, & alles, an was sie denke, sei die Frau in der Kiste, die Erde auf der Kiste, die Blumen in der Erde, & darüber ein Himmel, der sich nicht drehte, der immer blieb, immer & immer. Sie starb nicht mit Würde, schrieb Nathalie. Sie starb mit Schmerzen, sie schrie & krümmte sich, sie hielt bis zum Ende nicht still. Keinen hat sie mehr erkannt. Sie starb ganz allein, obwohl wir da waren. Wir alle. Die Tinte ist schwarz, die Linie der Wörter geht strikt nach unten; es endet in einem Satz ohne Punkt: Keine Vergangenheit führt zurück zum unbelichteten Bild

Beim Weglegen des Briefs dachte ich an den Namenlosen, jenen, der sich im Sportstudio immer vor den Spiegel stellte, um sich die Haare zu fönen, die nicht nass waren; seine Frisur & sein Gesicht hatten mich immer schon an A. erinnert, an den Doppelgänger, der ihm nachgelaufen war durch die Stadt, von einem Ärztehaus zum nächsten, auf die Party, auf der man A.s Namen nicht kannte, - man rief ihn Heartbreaker, - & dann in die Zimmer, wo sie sich gewälzt hatten, er & I., die Sirene. Dieser Doppelgänger, der sich vor den Spiegel stellte, um darin einzusinken, mit dem Blick nicht im Gesicht, sondern im Fernen, bei den Beinen der Männer, beim Binden der Schuhe, beim Ansetzen der Flasche an die rissigen Lippen, - diesem Blick war ich begegnet, & dieser Blick hatte mich durch die Tage getrieben.

Beim Schließen der Kiste, in der die Briefe alle lagen, dachte ich an die Frau, mit der sich der Namenlose getroffen hatte, im Zug, kurz nach meinem Verschwinden; sie hatte gelacht wie Nathalie gelacht haben würde, wenn ich sie im Arm gehalten hätte. Ein Grübchen, ein Öffnen der Klammer, ein Funkeln im Auge. Es war verrückt, eigentlich, verrückt, dass ich an sie dachte. An alle beide.

Ich trainierte härter, nahm mehr Gewichte, ich trank viel Wasser, & verzichtete auf Fleisch. Im Grunde ging es mir gut, alles ging gut. Ich hatte mir so sehr die Mechanismen angewöhnt, die Dankbarkeitsbezeugungen, die Hinweise & Ratschläge, die ins Bett gelegten Frauen, die Männer, die an den Türen standen & um Einlass baten, an alles hatte ich mich gewöhnt. So gingen die Tage, manchmal in Ohnmacht, manchmal im Rausch, sie gingen nie in Ruhe, sie setzten sich nicht. Ich las, ich schrieb, ich sprach mit den Freunden, mit der Mutter, mit dem Bruder im Süden, ich sprach & sprach & die Stimme ging mir nie aus. Es folgte immer mehr, die Welt rückte an den Rand aufgrund der Masse an Dingen, immer ein: Irgendwie braucht man's ja doch, & ein Morgen folgte dem gestrigen, & ein Gestern rauschte dahin. Die Seife würde leer gehn, die Zahlen würden verschwinden, eines Tages, das war nicht schlimm. Die Verzweiflung hatte mir ein Lächeln gegeben, & ich benutzte es gern.

Samstag, 19. Dezember 2009

Achtzehn.

Neigen, ausschütten, die Hand greift nach dem trockenen Tuch & reibt die Fläche glatt; unachtsam kratze ich mir Spuren ins Gesicht, erst am Blut an meinen Fingern bemerke ich das Versehen; ein eilender Schatten entfacht in allen Räumen Licht, - Jamie Scott & the Town dröhnt aus der Anlage, die letzten Lieder in diesem Jahr in dieser Wohnung, sie werden jetzt gespielt, - & immer sind die Hände beschäftigt, in den letzten Minuten: Jetzt hämmern sie Worte, jetzt nehmen sie die Bücher (eins von Willa Cather, eins von Kerouac, beide beginnen in der Bewegung), jetzt sortieren sie die Tasche, suchen das Ticket, streichen das Haar glatt & die Kleidung faltig. Nicht mehr lang, nicht mehr lang, du hast es furchtbar eilig; ich schätze, ich muss die Wohnung schier atemlos verlassen.

Verlassen...

Mehr Zahlen werden kommen, & immer mehr.
Das Vermissen hört nicht auf.
Nichts wird wirklich leichter, die Schwierigkeiten wachsen mit der Zeit. & was?, ein bisschen fauler Zauber, ein bisschen Notwendigkeit & der Schnee rieselt, & der Winter pulsiert in den Adern, mit jedem kleinen Schlag der Flocken auf meine Haut tut er's, & enden wird es erst, wenn ich das Meer sehe, wenn ich den Wind spüre, wenn ich wieder ein erstes Buch entgegennehme, das mir rauhe Hände reichen, wenn die Tage rastlos aufziehen, rastlos, aber mit Aussicht, wenn ich verwirklichen kann, was versprochen wurde. Ein Schatten muss zum Menschen werden, ein Augenblick noch. Nur einen. Jetzt ruft mich die Mutter, jetzt sitze ich lachend den Cousinen gegenüber, jetzt nippt der Mund an der Tasse & sieht alten Freunden in die Gesichter, die das Vermissen nicht aushöhlen, die sie nicht als leere Hülle zurücklassen, sondern in andres Licht tauchen, jetzt sehen die Augen, & sie sehen, & sehen, & sehen, & das Herz? Es schlägt in der Erwartung, dass die Zeiten wieder besser werden. Ich hab es nicht begriffen.

Ich lasse das Blut am Finger kleben,
die Feuchtigkeit auf der Fläche wird schon von alleine trocken,
die Tür haut ins Schloss & der Schlüssel dreht sich viermal um,
den Bus erwische ich in der letzten Sekunde,
Berlin,
das ich kannte,
Berlin, geliebtes,
wenn ich zurückkehre bist du fort,
& eine andere Stadt hat dich eingenommen,
jeden Winkel, jede Ecke,
Fremder unter Fremden,
so verlasse ich dich, für heute,
so kehre ich wieder.

Es war ein Jahr wie ein ganzes Leben, denke ich, ein ganzes Leben in jedem Augenblick. Atmen. Nicht begreifen. Nach dem Handy fassen & die Uhrzeit kontrollieren. Niemals begreifen.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Vierzehn.

Die Schwerkraft tut mir Gewalt an, - mit jedem Schritt drückt sich Kreuzberg durch die Schuhe, durch die Füße hinein in den Leib dringt es, hinein ins Fleisch, und dort schiebt es sich mit jedem Herzschlag weiter ins Ungeahnte, Ungewisse, hoch und immer höher. Bis zum Mund; der reziert: Musculus trapezius, Musculus supraspinatus, Musculus sartorius, es schmeckt nach Orangen, nach schwarzem Kaffee, - auf dem Grund: ein Zuckerberg, - aber wer begreift das schon? Wer hat es bemessen?, diesen Zeitraum, dieses Leben? Schnee fällt, Schnee schmilzt, ich lege Hand an mich, und der Schnee wird zu Regen, und der Regen gefriert.

Drehen wir die Worte zurück.
.kcüruz etroW eid riw neherD

Gewissermaßen fühlt sich der Körper wieder wie ein Körper an; er hat Sehnsüchte, er hat Bedürfnisse, er nimmt das Essen auf wie es nur ein Verdauungsorgan tun kann, und ebenso scheidet es alles wieder aus; er greift mit beiden Händen den Schlaf aus den Augen und spürt die kalte Nase vorüberfliegen, Haut an Haut, - es ergibt noch lange keine Liebe, es ergibt auch keinen Menschen.
Ich lache weiterhin, - im Flur stehend, dort, in Kreuzberg, bei einer alten Freundin zu Hause lache ich. Nicht sonderlich laut, zugegeben; ich lache leise, denn das Leise tut mir nicht weh. Aber immerhin. So stehen wir zu zweit und sehen auf ein paar zerrissene Kabel, die keine Telephonverbindung sein wollen, und ich denke nichts, erahne nichts, dieser Moment ist so endlos gereiht in die Selbstverständlichkeit, in eine sanfte Schönheit, die betäubend ist, nahtlos.

Ich, der ich in fremden Betten mich wälze, der sich die Haut von all der Kleidung streift, ein Invertierter, rastlos an die Gravitation gebunden, merke nicht, wie ich mich erhebe, merke nichts vom Tag und seinen Zeiteinheiten, - jede Stunde geht verloren durch ein Dickicht von Reizzuständen, - und möglicherweise hänge ich meine Jacke dann wieder an einen Haken, und gehe rückwärts,
aus dem Haus in ein Zimmer,
das neueste Buch noch in der Hand,
was, bitte? Ein Licht geht an in einem fremden Zimmer, - als goldner Balken fällt er durch die Fenster. Aber wo ist er, dieser andre Mensch? Ich sitze müde im gerüttelten Zug, im zu spät kommenden Bus, und da ist dieser Mann, in der U8 sitzt er, - der Kopf gerade, die Lippen zum Strich, - und seine Augen suchen die meinen, die blicklos sind. Ist. Was. Passiert. Meine Stimme bleibt gleich, obwohl sie in manchen Sekunden schier im Lachen ertrinkt, - und ja, manchmal möchte ich wirklich darin ersaufen, - aber jetzt spreche ich nicht. Ich rücke die Augen zurecht, streiche die Falten aus den Muskeln und rupfe an allen Seiten. Die Vertreibung aus der Hölle lese ich, du hast's mir empfohlen. Das war im letzten Jahr. (Wie ein Echo durchwirkst du die Geräusche der Stadt). Immer wieder frage ich mich, was mit jenen geschieht, die eines Morgens verlassen erwachten. Es stimmt nämlich: Mit dem Vergehen der Tage wird es anders, - nicht besser: die Schwere nimmt nicht ab, sie verlagert sich nur, und auch wenn ich jetzt nicht das Gefühl verliere, weiterhin im Bett zu liegen, - immer und immer, - so weiß die Not daraus schon noch eine Erfindung zu machen. Ich lese weiter, lese und lese, und während das Grau die Stadt wie einen Sarg geschlossen hat, saugen meine Augen an allen Farben, - jedes Rot, jedes Gelb wird zum Fest, jedes Orange macht mich glücklich, und wenn ich könnte, ich würde alle Fassaden bunt streichen; stattdessen gehe ich durch den Wind und den Schrecken, den er mir manchmal bringt.

Was noch stimmt ist, dass ich Kreuzkölln wie ein Gespenst aufsuche: Ich rüttle mal hier am Gatter der Tore, mal klingle ich dort die Menschen aus ihrem gesegneten Schlaf. Oft begleitet mich die Verzweiflung dabei. Und doch erscheint es mir wichtig: Es jetzt zum letzten Mal sehen, noch mit dieser Wunde im Herzen, mit diesem lastenden Grau über den Dächern, es jetzt sehen, mit dem Regenwasser zwischen den Pflastersteinen, dieses Jahr, dieses eine, - denn sieh, die Uhr macht aus dreiundzwanzig Stunden wieder null, jetzt sind es 14 Tage, vierzehn; die Vergangenheit setzt sich wie eine Straße fort... Heute erst berühre ich sie: Am Antiquariat in der Weserstraße gehe ich vorbei ohne die Bücher zu betrachten, noch ist es zu früh dafür; selbst das ORi bringt mich zum Seufzen; ich meide jede Bar, an jeder Kneipe mach in meinen Bogen. So viele Namen, so viele kleine Sekunden, die sich aneinander reihen, wie endlos lange war ein einzelnes Leben, wie flüchtig ist's mir jetzt? Ich gehe weiter, weiter, ich gehe durch den Kiez als gehörte er mir... Die Musik von Beirut und Arcade Fire verschmelzen zum Soundtrack des Jahres, und Bloc Party versengt mir das Herz. So soll es sein, nicht?, so war's erdacht.

Ich vergesse nicht.
Nichts vergesse ich.
Alles ist da. Immer.

Freitag, 11. Dezember 2009

Zehn.

10.34 Uhr. Seit zwanzig Minuten nehme ich mir vor, das Haus zu verlassen; ich starre und starre gegen die Zahlen, begriffsstutzig, Zahlen ergeben keinen Sinn. Zehn. Elf, zwölf, es ist egal, wie spät es ist, denkt der Kopfschmerz. Auf der Straße spielen sie Rapmusik, - ich höre den dumpfen Bass durch die Fenster hämmern. Noch ein Schluck, Vitamin C, Zink, trink langsam, denn das Wasser ist kalt. So gehn die Tage, sie gehen und gehen, - sie nehmen mich nicht mit.

Ich hörte, es ginge dir besser.
Ich hörte, die Straßen füllten sich wieder mit Namen.
Gelacht würde auch, hat sie gesagt, und ich selbst saß lachend vor dem Gesicht und wusste nicht, ob ich eigentlich lachen durfte, aber es geschah, ich konnte nicht mehr aufhören. Dieses Lachen in seiner Unerträglichkeit, wie hat es mich befreit, wie hat es den Dingen wieder Konturen gegeben, eine dritte Dimension. Ich lachte und lachte, und wünschte, dieses Lachen nehme alles mit, jedes Aufwachen, jedes Sichverlorenfühlen, jede Angst, die im Sarg geschlummert hat, aber dann kam die Verlegenheit, und der Augenblick reihte sich ein in die Vielen. Gewogen, gewogen, gesiebt, verloren, - ein Spruch auf Babylons steinernen Toren, und jetzt weht der Sand zu allen Türen und Fenstern rein.

So klingelt das Telephon noch immer, und ich nehme ab und spreche in die Wohnung als sei jemand dort; es wird viel geredet, es wird vermisst, es wird geplant und geplant und ein Tag mehr, ein weiterer, geht spät nachts noch redend ganz zu Ende. Hinter vielen Worten steckt kein Gefühl, kein echter Zusammenhang, aber ich habe gelesen, das sei normal, man fühle sich in der ersten Zeit recht aus dem Zusammenhang gerissen, also denke ich nicht weiter darüber nach, ich denke nicht. Was ist das für eine Stufe, auf welcher Stufe sitz ich jetzt?

10.51 Uhr. Es geht besser, das Quecksilber der Zeit kehrt langsam wieder, denn darum geht's hier, oder nicht?, allmählich schält sich von der Traurigkeit etwas anderes ab, das nicht mehr nur bitter schmeckt, sondern süß. (Ob es giftig ist weiß hingegen niemand zu sagen). Ich erlaube mir kleine Momente der Besserung, wie der Tee, der nach Erdbeeren schmeckt, und die kochendheiße Suppe, die mir die Zunge schlicht verbrennt; ein Lachen und immer neues Lachen; Bücher, - sie tun nicht mehr weh. Es muss weitergehn, es muss, das haben wir so ausgemacht, - wir dürfen nicht erblinden, obwohl die Blindheit jetzt um so vieles einfacher zu ertragen wäre. Wir müssen kämpfen, auch wenn's pathetisch klingt. Kämpfen?, gegen wen?, gegen uns, gegen die ganze Welt, wenn's denn sein muss, die Umstände. Man wischt sich das Blut aus dem Mundwinkel und spuckt das Blut auf den Boden, so nicht, nein, nicht so.

Ich habe die Traurigkeit in mir eingeschlossen, ein bleierner Traum ist mir der Verlust. Ich würde damit weiter machen, weiter träumen, von allem, was verloren ist, würde in der Wut baden wie ein Kind, und Erdbeerteetassen gegen alle Wände schleudern, ich würde mich weiter isolieren, einkapseln in der Wohnung, in dieser von allen guten Geistern verlassenen, und niemals sprechen bis meine Stimmbänder wieder rauh sind und die Stimme blechern; ich würde mich weigern zu sehen, würde im Wahn mir die Augen ausschaben, weil sie niemals mehr ein ähnliches Glück zu sehen vermögen, und würde mich weigern zu schmecken, weil jeder Geschmack nur die schlechte Kopie eines schon geschmeckten Geschmacks geworden ist, - ich würde, ich könnte, aber die Erkenntnis besagt, dass es nichts ändert. Dass alles Wäre, Wenn sich nur irgendwann gegenseitig auf die Füße tritt und fällt, denn hier ist sie, die Zeit, hier sind sie die Tage, - hier verteilst du deine Bewerbungsschreiben, hier gesundet ein Körper von der Grippe, hier zerreißt es einer Frau die Eingeweide sobald sie mit dir spricht, hier wirst du vermisst und vermisst und die leere Stelle bleibt leer, aber nichts ist verloren. Es gibt keine Niederlagen mehr.

So sage ich, und so rauschen die Vorhänge in einem Wind, der noch bis in den Süden kommen soll, in einer Brise, in einer einzelnen, von der Küste soll er über dieses Land fegen und alles Seufzen, alles Sehnen, alle Ermunterungen in sich aufnehmen, - über die Spree ins Landesinnere, über die Stadt und die verlorenen Ländereien, und in den Süden, nach Mainz, wo er zum Sturm wird, dort in der Höhe, dort, wo Lachen und Rauch sich mischen, und tobend hinab, hinab über ein verbranntes Dänemark, das in Wahrheit da im Süden liegt, er soll die Asche aus dem Himmel nehmen, die Asche der verlorenen Tage, und über die Berge, und über die Grenzen noch hinaus sie streuen, soll der Wind, der Wind, reißend an allen Ketten, alle Bäumen soll er schütteln und das Laub aufwirbeln wie ein böser Geist, - erst dann, wenn er die Stadt des Südens erreicht hat, dort am Mittelmeer, soll er wieder sanfter werden, wie Licht an einem Sonntagmorgen, auf den Wellen tanzend, gespiegelt im Auge, und rufen, und sagen: Weiter, weiter, niemals aufhören, niemals Rast.

Auch für mich ist es jetzt Zeit, das Haus zu verlassen.
Ich muss.
Ich gehe im Wind.

Montag, 7. Dezember 2009

Sechs.

Manchmal noch schrecke ich auf. Ich sehe dann zu den Büchern, zu den vielen, und weiß nichts zu denken. Rayuela hat er mir geschenkt, damals, kurz bevor ich ins Exil zur Mutter gefahren bin; Licht im August war das erste, überhaupt; und da ist noch so viel mehr dazwischen, noch so viele Empfehlungen, so viel, über das wir gesprochen haben, so vieles mehr, über das wir hätten sprechen können, und jedes der Bücher bleibt stumm. Alles Ruinen, irgendwie. Ich bewege mich unsicher zwischen ihnen, betaste sie mit leeren Händen. Die Kurzgeschichten von Raymond Carver, er hat sie mir am letzten Tag geschenkt, vor einer Woche, (ich wiederhole es, eine Woche, eine), tun weh, obwohl sie schön sind, obwohl sie mir gefallen, aber ich lege sie zur Seite, weil ich denke: Und mit wem darüber reden?
Es macht mich immer noch traurig, traurig, traurig, wie eine bestimmte Art von Licht färbt mir das Wort die Tage, wie eine Frequenz, die nicht lauter wird und auch nicht leiser, wie ein Stolperdraht, der sich in jedem Raum, auf jeder Straße dieser Stadt verwirrt, - traurig, - aber dabei bleibt es nicht. Es ist das wesentliche Gefühl des Verlusts, des unveränderlichen großen Verlusts und auch des Brudermordes, denn hier soll ich sein, und hier soll ich leben, nicht? Die Tage rollen sich ab, sie rollen wie Steine, und jeder, der sie aufhalten will, wird erschlagen, wird begraben unter der Lawine aus Zeit, und so rennen alle vor den Steinen her, sie rennen und rennen, keiner rollt die Steine wieder hoch.

In den letzten drei Tagen, - das Fieber hat mich schier ausgebrannt, - lag ich im Bett und sah dem Licht zu; ich sah zu, wie der Regen gegen die Scheiben schlug als klatschte er meiner Traurigkeit Applaus, sah zu, wie die Stille sich senkte und Kälte durch die Ritzen der Fenster kroch, - jetzt sehe ich die Sonne, und wie sie Vierecke in die Vorhänge brennt, und was Realität sein will, - diese unmittelbare, die gerade jetzt und hier seiende, - ist so hell, so beruhigend und illusorisch dabei, weil sie mir mit all ihrem Licht und ihren Farben einredet, das Leben gehe unverändert weiter. Geht es nicht.

Ich erinnere mich an das Schöne. Das versuche ich. Es ist fast schon wie ein Zwang. Ein Jahr, ein ganzes. Vom ersten Laub, das den Schritt unsicher macht, weil der Regen sich zwischen den Pflastersteinen sammelt, und die erste Nacht, die man durchwandert, und gleichsam der erste Schnee, der sich auf die Jacken legt, und eine Stadt, eine Stadt, die sich entfaltet wie ein Blatt Papier, in der plötzlich alle Straßen Namen haben und Plätze sich mit Erinnerungen füllen, - mit wichtigen, kleinen, - wie ein Tag am Engelsbecken, an dem der Wind die Wolken ballte und antrieb, und der Kopf der Schildkröte fast vollständig im Wellengang verschwand, und ich reihe Bild um Bild, es gibt so vieles, was man teilt. Und natürlich ist all das Schöne auch immer schmerzvoll, weil es auch immer den Verlust zurück ins Denken bringt, immer das Vermissen, denn sieh her, niemand mehr, niemand, der mit dir die Antiquariate plündert, und niemand, der Freitag Nachts mit dir von einer Kneipe jetzt zur andren zieht, dein Bruder ist fort, denk's dir, aber das Schöne macht den Schmerz auch gleichzeitig ertragbar, - ein bisschen zumindest. Die Erinnerung an das kleine, an das mögliche und vielleicht sogar alltägliche Glück füllt phasenweise die Leere, in die ich trete, in der ich erwache.

Und auch das Wissen um die Notwendigkeit macht es besser, auch nur ein bisschen, aber immerhin. Natürlich wünschte ich, wünschte und wünschte, es geht immer wieder im Kreis, immer wieder bis zu einem gewissen Punkt, was kann ich tun, was könnte sein, was wäre möglich, wenn... Wenn, was? Wieder ein Mensch werden, sagte er am Telephon, - in dieser Nacht, als die Temperatur die 39 Grad überschritt, und ich auch leiden wollte, leiden und verbrennen und alles zurücklassen, und er erzählte von dieser Bosnierin, über die ich insgeheim noch eine Weile nachdachte, und ihrem Kind, und vielleicht, dachte ich, vielleicht sind wir alle doch auf unsrem Weg. Das Unglück, ich meine: das größere, ist so überwältigend, dass es kein Ausweichen mehr gibt. Ja, wir alle haben verloren. Jemand hat den Vater verloren, dieses Jahr, jemand anderes hat eine fremde Frau zur Mutter bekommen; jemand wurde verlassen, Herzen wurden gebrochen, wir spielen alle die Rollen unsres Lebens, nicht? So ist Finisterre noch ein leerer Ort, verlassen, und so wie das Licht jetzt durch das Fenster fällt, könnte ich glauben, dass es wieder gut wird, irgendwie.

Meine Augen suchen das Buch vom Malik-Verlag, Upton Sinclairs Petroleum; es hat viel durchgemacht, dieses Buch. Der Einband ist zerfurcht, abgenutzt von vielen Händen, abgegriffen und ein bisschen auch zerfleddert; es ist von 1927. Es liegt gleich neben mir. Ich sehe es an, sehe eine Vergangenheit darin, die meine eigene geworden ist, die eines Menschen, der einen Menschen kennt, der das Leben des anderen nachhaltig verändert hat, und irgendwie... ist es tröstlich. Ich wurde verändert, ich wurde berührt. Mein Leben ist anders, jetzt. Ich bin ein anderer Mensch geworden. Es macht mich glücklich, es macht mich traurig, die großen Momente, - sie gehn mir niemals aus dem Kopf, - sie geschehen nie so wie wir denken. Jetzt, während das Licht flieht, weil die Sonne hinter den Häusern verschwindet, denke ich, ich sollte wieder lesen. Ich muss, es ist mein Zuhause, und dieses Zuhause teilen wir noch, Bruder, Schwester, ihr beiden in der Ferne, es ist das Zuhause, das ich suche, bis ans Ende, ans Ende dieser Welt, weit hinaus, über mein eigenes Leben noch hinaus, dieses Zuhause, - wenn wir denn nie ein anderes bekommen, - dann ist es dieses, das wir haben, nie verlieren.


Stage 3. Bargaining.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Zwei.

Keines der Ventile lässt sich öffnen, ins Fleisch bohren sich die Fingerspitzen: Wo ist sie nur, die Besserung? Hier drin ganz sicher nicht.

Morgens schiebe ich die Welt ins Innere zurück, mit jedem Vorhangrascheln gleitet sie hinaus; die Blicke gehn ziellos weiter, so endlos & immerfort, sodass sich jeder daran stößt. Jeder? Nein, niemand ist dort draußen, niemand, niemand, wie Grabsteine sehn die Menschen aus, mit ihren kleinen Köpfen & den dazu passenden Körpern, es fehlen nur die Zahlen, die Namen, die man ihnen ins Gestein geritzt, gemeißelt hat. Doch keine Zahl, kein Name hält den Blicken stand. Selbst die Bäume haben längst aus Kummer darüber alles Laub verloren, - es ist ja eigentlich nicht fair, sie als niemand zu bezeichnen, diese Menschen, denn sie atmen doch, sie fühlen, sie könnten die Nadeln spüren, die ich ihnen in die Herzen steche als wären sie nichts als rote Luftballons, - wenn ich Nadeln hätte, - aber sie sehn mich nicht am Fenster stehen, in Schwarz, in Weiß, auch heute...

Heute?, was für ein Tag ist heute eigentlich?
Niemand ruft es mir zu: Es ist Zeit zu gehen.
Was?
Nichts.
Die Zeitung raschelt nicht, - es geht um irgendetwas, irgendwo, ich hab's vergessen, - denn die Stille senkt sich über mich; sie ist wie ein Topf, den ich mir aufsetze, wie ein schicker Hut, & darunter klingt jedes meiner Worte hohl & dumpf & wie aus der Ferne hergeschrieen, - ich weiß, dass nichts durch die harte Schale dieser Stille dringt. Traurig, nicht?, traurig, eigentlich. Alles ist in eine scharfe Traurigkeit gepackt, die man nicht berühren will, denn sieh hin, schon reißt's dir alle Finger auf, die Haut, bis zum Knochen dringt der Schmerz, & nichts kommt dabei raus. Da ist kein Blut in mir. Das ist kein Mensch.

Was ist es denn stattdessen, eigentlich? Eine Hülle geht durch alle Räume, ein Leintuch ist's; es lässt alle Türen offen stehen, es vergisst, die Fenster zu schließen. Die Kälte?, die spürt es nicht. Zum Spüren bleibt zu wenig Platz: Das Telephon scheppert & scheppert, mit jedem Vorübergehen macht es mich rasend, weil die Nummer schlicht die falsche ist; du bist nicht derjenige, mit dem ich reden will, jetzt. Nicht jetzt, vergiss das nicht, nicht jetzt. & wieder von vorn: Weg, weg?, niemand sieht zurück, also habe ich alle Photos von den Wänden abgerissen, in jedem Zimmer spielt Musik, - es sind verschiedene Sender, Lieder, Leben, es ist eine Kakophonie; sie tut mir in der Seele weh. Seele?, wiederhol es ruhig: Seele? Nichts als ein Laib Brot, den man mit Salz & Kümmel bestreut; ich breche ihn mit rauhen Fingern, ich esse ihn mit blutleeren Lippen, ich schmecke nichts.

Was ist es aber dann? Meine Haut riecht noch immer nach Penicillin, & meine Lymphknoten sind geschwollen, meine Augen haben keinen Glanz. Reiß dich zusammen, sagt niemand, & niemand hat Recht, also atme ich tief ins Wirre, tief hinein. Wie viel Tage, sagst du? Wie viele Tage sind vorbei? (Ich wundere mich dabei nicht über den nassen Hemdkragen, es ist auch ganz egal). Erst zwei? Erst zwei. Das kann unmöglich stimmen, die Uhren gehn alle falsch; ich drehe sie zurück. Ich drehe & drehe, aber kein Zeiger geht mit mir mit. (Woher das Salz auf der Zunge, woher kommt das nur?) Verwundert sehe ich auf in den Spiegel, der mir ein Gesicht zeigt, das nicht mehr meines ist.

Nein, es wird nicht besser. Nein, bitte, lass alle Fragen aus. Nein, es hört nicht auf, es geht nicht voran, mit mir, nein, schau mich nicht an; nein, ich habe keinen Hunger mehr, & der Durst?, der hört schon auf; nein, ich ertrage alles nur sehr schlecht; nein, nein, ich kenne keine andren Worte mehr, das tut mir leid.

& dann, wenn ich gerade nicht die Teller fallen lasse, & die Gläser, wenn mir nicht mein ganzes Leben aus den Händen rutscht, dann denke ich: Geh fort, geh jetzt, du hast ein bisschen Geld, fliehe vor allem, & fliehe vor dir selbst, & flieh so weit du kannst, & ich weiß, immer hab ich's schon gewusst, dass all das Fliehen nichts nutzt, dass es nichts besser macht, aber wofür denn noch?, wozu? Alles, was Zusammenhang war, & rote Schnur, ist jetzt gekappt, & ich flattere im Wind, ich falle hoch & immer höher, ach, was für ein Glück, es gibt keine Grenzen mehr dort oben. Es gibt auch keinen Halt. & dann denke ich: Hör auf so wehleidig zu sein, hör auf damit, hör auf, hör auf!, & ich putze mir doppelt & dreifach die Zähne, weil ich den Schierlingsgeschmack nicht mehr auf der Zunge haben will, & ich nehme die gewaschenen Kleider vom Haken, & ich lege sie hin, & falte, & sortiere, & mit keinem Handstrich hört es je auf. & dann versuche ich mich an all das Schöne zu erinnern, an jeden Trost, an jedes gute Wort; ich versuche die Zeilen zu lesen, die mir die andren Freunde schreiben, jedes Kopfhoch, jedes Dubistnichtallein, & das Loch, in das jetzt & ununterbrochen Blut strömt, krampft sich zusammen. Nein, niemand hat je verstanden, was Verlust eigentlich heißt.

Wie Kinder sitzen sie vor mir, sitzen & trinken Kaffee, & sie sagen, sie fänden neue Freunde, & sie empfänden den Kummer durchaus ebenso wie ich, aber sie reden sich ein, dass Distanzen keine Probleme seien, dass gute Freunde immer gute Freunde blieben, dass die Zeit auch alle Wunden heilt, & dass man nie wisse, was das Leben bringt, aber alles, - allesallesalles, - an was ich denken kann, ist: Vorbei. & niemals. & niemand. & die Stadt mit ihren Fassaden, & die Stadt mit ihren Erinnerungen, & die Stadt mit ihren Gesichtern... Sie ist mir unerträglich. Zum ersten Mal.


(Still Stage 1).

Dienstag, 1. Dezember 2009

Null

du hast hier nicht verloren, es gibt für dich keine niederlage. wir haben dich verloren, wir sind unsre eigene niederlage.

-

& weiter?
sag mir bitte jetzt: wie geht es weiter?

heute sind alle bilder von allen wänden abgefallen.
& meine haut riecht nach penicillin.
mir ist wieder schlecht vom gin, ich werd ihn nicht mehr trinken.

-

Sie weinte. Sie weinte den ganzen Tag.

-

Die nullte Stunde,
ein Flugzeug, das in den Himmel steigt.
Ich Idiot schlafe auf der Couch, ich
Idiot, verdammter,
Idiot Idiot Idiot,
niemals entschuldbare Fehler,
sie spielen Lieder auf repeat.
Man verhält sich wie ein Kind.

-

Alles zergliedert, alles fällt, & fällt, der Mensch fällt hinterher.

-

Müde schlägt das Herz, fibernlos erkaltet, & nicht mal Blut vermag es schneller zu bewegen; die Erde drehte sich weiter, sie drehte sich, & alle Sehnsuchtsvögel flogen auf, - wie Krähen sitzen sie jetzt auf jedem Baum. Wie konnte das passieren? Alle Götter sind fort, sie sind verloren.

Meine Lippen sind rissig vom Suff, wenn ich doch nur etwas anderes gesagt hätte, wenn ich nur mehr getan, anders entschieden, mehr gewollt, anders gedacht, lauter gesprochen hätte, aber nichts habe ich, die Momente sind wie sie sind, nicht?, sie waren nie anders als in diesem Augenblick.

Wie ein Wahnsinniger rannte ich durch die Stadt. Der unermüdliche Verkehr, - er hat mich nicht gestört. Jedes Auto, & wäre es noch so blau gewesen, hätte mich erfassen mögen, so wie ich die Ampeln ignorierte, wie ich Fußgänger zur Seite rempelte, wie ich ihnen in die Fersen trat, wie ich den Bordstein überstolperte, & schnell & immer schneller führte mich mein Weg durch den Wind nach Hause.

Dort weinte ich dann, endlich.
Ich weinte & weinte, mir war, als fände ich kein Ende mehr.

-

Stage 1. Denial.

Montag, 23. November 2009

Der fokale Anfall

Er sagt, sein Flug gehe am Dienstag, dem ersten Dezember, und ich frage: Um wie viel Uhr? Der Fuß tritt ins Leere, es gibt keine nächste Treppenstufe. Um acht, sagt er, aber es wisse es jetzt nicht so genau. Ach… also nicht so früh, was? Niemals bleibt ein Wort, nichts ist erwähnenswert. Das Handy legt sich wie von selbst aufs Regal zurück. Ich drehe das Licht leiser, es ist mir zu laut. Nirgends ist ein Gefühl, es ist nichts da. Keine Erschütterung, keine Traurigkeit, - ein Stein, den man in den schwarzen Schlund eines Brunnens wirft, empfindet mehr als ich. Nur die Augen blinzeln müde, die Lider wollen das Gelee zerreißen, in dem mein Ich schwimmt, - ein Ich in Aspik, verfremdet, verwandelt, namenlos, - aber sie reinigen nur die Linse vom Staub.

Ich wasche mir die Hände, es besteht keine Veranlassung dazu, und das Wasser ist zu warm für meine Haut.

Mein Blick geht ins Ziellose. Unbeständig. Kein Spiegel erträgt mein Gesicht.

Ich denke es in die Stille der Wohnung hinein: Nichts geschieht ohne Ankündigung, das ist Teil der Normalität, nicht? Reell wird es nicht dadurch, aber es ist zu erwarten. Die Menschen reden ständig übers Wetter, sie haben nie begriffen, was das heißt, - sie wissen dafür ganz genau, wann sie die Stadt verlassen. Das Land. Dieses. Ein Dornengestrüpp für mein Herz lacht der bittere Mund. Ertrag es wie ein Mann, heiser dringt es aus der Erinnerung. Ein Mann? Hat man mir die Haut nicht aus Eisen geschmiedet, ist dieser Körper nicht aus Stein gemacht? Ach, dieses Blechkannengeklapper wärmt nicht, und solange kein Holz in mir entzündet wird, erhellt sich auch nicht das Meer, an dessen Saum ich stehe, gewappnet mit der Laterne, - ein Leuchtturm bin ich, und der Sturm zerwühlt mir die Tage. Ertrag es wie ein Mann? Ich wische mir Gras aus den Haaren während ich auf das Klingeln des Telephons warte. Wo war ich bloß? Was ist passiert? Trage ich noch den selben Pullover, ist das noch der selbe Leib? Alle Erinnerungen sind aufgescheucht wie Tauben. Wer hat sie vertrieben? Die guten Tage, die ruhigen, die im Zuckerguss begrabenen? Ein weiterer Tag weicht dem noch neueren, eine Autotür schlägt zu und die Hand winkt demjenigen, der gerade noch die Kisten die Treppen hinunter trug, den Schrank, das alte Leben; eine Glastür schiebt sich zwischen zwei Blicke, zwischen drei vielleicht oder hinein in die Tausendsten, und der Mund ruft die letzten Worte, die der Verstand wie eine Rettungsleine erfasst: Komm zurück, komm zurück!, lasst mich nicht allein, aber wie schalldicht ist doch das Glas, wie laut das Dröhnen der Flugzeuge, deren Schatten auf den Straßen lasten, fliehend, fliegend, es bleibt immer irgendwer am Boden zurück.

Ich schiebe die Bücher zurecht, ich atme Heizungsluft ein, die mir die Lippen zerreißt, ich drehe die Musik dunkler, sie ist mir zu hell. Irgendwann bin ich schon an diesem Punkt gewesen, nicht? Ich habe davon geträumt. Abgeschält und nackt hüpfen die Fingerspitzen über leere Seiten. Jedes Wort, jedes Wort, selbst in der fremdesten Sprache mag es noch das gleiche bedeuten. Es verstehen… In es hineinschlüpfen… Des Kaisers neue Kleider… Die bitterste Pille ist die der Rationalität. Von draußen dringt kein Geräusch ins Zimmerinnere, aber sie sind da, diese Alltäglichkeiten, das Rauschen der Räder im Nass der Straße, die Rufe der Mütter nach ihren Kindern, Scheppern und Rumpeln, das Ewiglaute dieser Welt, dieses Landes, dieser Stadt durchdringt jeden Quadratmeter mit der gleichen Intensität. Nur ich, unter die Glasglocke gestellt und die Hände ans Vibrieren gelegt, ich, dessen Augen alles mustern, dessen Mund die Sätze nahtlos spricht, dessen Herz nicht stoppt, ich bin es nicht. Aber kein Grund zur Sorge. Ich bin nicht traurig. Mir läuft die Nase, und meine Haare sind fettig, dafür höre ich jemanden sagen, wie gut ich rieche, wie gut, gut, gut, und niemals ein Anflug von Erstaunen. Mir geht's gut, danke. Ich zerschlage das Ei an der Pfanne und schneide das Brot genau in der Mitte in zwei ungleiche Hälften.

Was bleibt vom Vielen zurück? Was ist das, jetzt?
Er, das ist dieser beste Freund. Er geht fort, verlässt Stadt und Land, und ein anderer Fluss als die Spree fließt dort, das Meer wäscht die Küsten. Hier ist es der Wind, der zwischen all den Häusern heult, ein Wolfsrudel, dem man den Namen Winter gibt, und eine andere Welt, Kultur, - ein Heimkehren für ihn, ein Zurückkommen, in etwas Bestehendes und längst Verlassenes. Auch Spanien schmeckt süß, und bitter, es zergeht mir auf der Zunge wie Italien es tat; es bindet sich an eine Vorstellung des Raubes, des Verlorenen, dabei weiß ich genau, dass es nichts damit zu tun hat, dass es in Wahrheit völlig anders ist und immer war. Ein Land ist nur ein Land ist nur ein Land, - allein die Freiheit ist die Erde, ist das Haus und das Bett, in dem wir schlafen. Auch Mainz ist nichts als eine Stadt. Vor dir sind schon andere gegangen. Ich hätte immer sagen wollen: Geht, alle, verschwindet von hier, - und der Trotz hätte mir die Lippen zerbissen. Ja, selig sind die Wütenden. Aber ich bin nicht wütend, wirklich, glaub mir bitte. Die Wut ist nur ein Kind, das mit den Füßen stampft, sie ändert nichts. Sei glücklich, bitte, sei glücklich. Einer muss es sein. Bereue nichts. Ertrag es wie ein Mann.

Am Telephon sprechen wir nicht mehr von Rückkehr, wir halten es beide für unwahrscheinlich: Niemand kehrt in den gleichen Schuhen zurück ins Gestrige. Das Gestrige ist verloren, ist im obersten Regal in der gläsernen Vitrine, wir bewundern es andächtig. Fort, fort, verloren, der Moment ist vorbei. Jetzt heißen die Straßen anders, sie werden anders benannt, denn wieder verlässt jemand die Party früher als gedacht, bist du nicht gerade erst gekommen?, und ich schmecke eine Erdbeere im Sekt, und die salzigen Schnecken, und die Kürbissuppe, und das Fleisch, und den Rotwein, ich schmecke so viel, die Luft ist voller Gerüche; immer werde ich diese Zimmer sehen, im Sommer, im Winter, im ersten Licht des Tages und auch im letzten Schimmer; immer und immer; immer und immer und immer, mit der Hand das erste Buch berühren, den Stift ansetzen und den ersten Titel notieren, den ersten Blick, ein Schrank, der sich aus der Ecke eines Raumes in eine andere schiebt, und das Lachen, das alle Sprachen überwindet… Stell es zurück, bitte, nimm es fort, lass es zurück. Es gehört nicht länger mir. Aber da sind Geräusche, sie kommen aus dem anderen Zimmer, ich höre Musik, und ich rieche den Rauch, und immer das Brennen der Lampen, nimm es fort, nimm es ab, lass es gehen. Natürlich halten wir den Kontakt, natürlich, wir verlieren uns nicht.

In der Wohnung ist es still geworden und immer stiller. Wie ein Schatten gehe ich mit dem Licht mit, das durch die Fenster fällt, morgens, mit den nackten Füßen in der Küche, und abends, wenn die Laternen vor dem Haus die Vorhänge in milchiges Weiß tauchen; mit meinem Rücken schabe ich über die Wände und ich hinterlasse keine Spuren, alles wird gespült und gewischt und der Staubsauger erledigt den Rest.

Meine Mutter sagt am Telephon, sie bilde sich in letzter Zeit häufig ein, der Fernseher sei ein Fenster, und sie erschrecke über die Leute, die sie auf der Couch liegen sehen. Jeder Schlag hinterlässt Narben, warum sollte das im Gehirn anders sein? Sie sagt, sie wolle nicht mehr alleine sein, und dann ruft sie bis zu drei Mal hintereinander an. Manchmal wiederholt sie sich, manchmal merkt sie es selbst. Das, was als Schreckgespenst durch die Jugend ging, hat jetzt den Namen Alter und alles, was Krankheit sein will, Toddsche Parese und fokaler Anfall, ist nichts als die Symptomatik einer Versehrten. Die Frau, die mit mir spricht, ist eine andere. (But the woman I've known as my mother is gone somehow. There's another woman now, das schreibe ich A., und A. reagiert nicht darauf). Lucia ist die Beschützerin des Augenlichts, ich befürchte, sie hat mich verlassen. Alles in dieser Welt wird plötzlich unscharf. (An einem Morgen wie diesem, als der Regen die Scheiben hinab rann als ginge es um einen Wettkampf, als die Nachbarn den Kaffee aufsetzten und die Kinder vereinzelt durch den Hinterhof rannten, mit den viel zu großen Rucksäcken auf den viel zu kleinen Rücken). Was soll's? Wir suchen uns das Wechselgeld nicht aus, wir nehmen, was wir bekommen. So nehme ich die Zeitung aus dem Briefkastenschlitz in der Türe, die Hände tun es, die Hände tun ständig irgendetwas; ich sehe ihnen zu, wie sie schreiben, wie sie mir das Haar aus dem Gras streichen, sie zupfen die Kleidung zurecht und schieben die Haut auf die Muskeln, wer hat sie berührt?, wann ist das gewesen?, und die Hände sind so weit weg von den Augen. Ich kriege keine Luft.

Farbenblind denke ich daran, dass ich glücklich war, in Gold gebadet. An jedes Gespräch, an jedes Lachen denke ich. Innerhalb eines Jahres ist so viel geschehen, so vieles hat sich geändert, und jetzt, während der Regen das Heulen der Wölfe unterbricht, ändert sich noch so vieles mehr. (Einsam, ein Nervengift in sechs Buchstaben, allein). Mir geht's gut, danke, ja, wirklich, ausgezeichnet, bitte frag nicht weiter, frag mich nach nichts mehr, bitte, ich ertrage deine Fragen nicht. Das Leben ist wie es ist, und es geht auch überhaupt nicht um mich, that's the deal. Die Gründe der Traurigkeit sind ungezählt, sie sind nicht weiter von Belang. Warum warst du überhaupt hier?

Ich schließe,
und schließe,
der Schlüssel zerleiert das Schloss.

Was geschehen wird, weiß ich nicht.

Darüber hinaus habe ich nichts mehr zu sagen.


Ich bin der, der sich umdreht.




Ich bin es, der zu Salz erstarrt.


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