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out of mind | b-sides

Samstag, 7. November 2009

in memoriam amicae, adrienne mesurat

ich bin aufgeschreckt
des nachts
& habe im schrecken glatt alle träume vergessen.
so saß ich auf der kante,
das gesicht in der hand & die hand an die wände gedrückt,
& sah den mond draußen, -
der mond sprach mir von adrienne.
ich hörte sie die treppen hinaufgehn,
in ihrem schwarzen trauerkleid,
so ging sie die stufen hinauf, sie sang das lied ihres vaters,
selige, geliebte;
aber es half nichts. ich musste aufstehn,
ich nahm die decke & wickelte sie mir um die nackten beine,
um die nacktheit, die absolute, bataille hat davon geschrieben,
so nackt bin ich gewesen in dieser nacht,
in jeder nacht,
nackt bis auf die haut, völlig bloß, nur die narbe an der hüfte,
nur die narbe im nacken, am oberschenkel, unterm arm,
in allen nächten,
nur das weiße licht des mondes trennte mich vom fall,
die decke wog schwer, so ging ich durchs zimmer.

möglicherweise bin ich nicht angekommen, dachte ich im halbschlaf als die wolken das mondlicht zerstreuten. möglicherweise habe ich auch ein krokodil im badezimmer liegen, das nach menschenfleisch schnappt; eine venusfliegenfalle, die wein trinkt; eine geliebte, deren lachen die ratten lockt. möglicherweise zähle ich jeden schritt, den ich nehme, & multipliziere ihn mal drei. (zwölftausendsiebenhundertdrei&siebzig). möglicherweise gehn die möglicherweise aus, mit jedem wort ein kleines bisschen mehr. wen hatte ich geliebt als ich berlin verließ? welches herz hatte geschlagen bei ihren worten, - sie, deren name ist wie ein fluch, - das erste, was pandoras büchse entkam, - als rauchwolke fliehen die silben, zerstäuben auf meiner zunge zu bittermandeln, zu dem geschmack von schnee.

ich höre die nachbarn laut streiten.
sie streiten möglicherweise auch deinetwegen.

immer & immer & immer,
adrienne,
ich habe dir auf der treppe etwas zugeflüstert,
kleine, süße, mein herz, -
als dein vater deinen namen sagte,
da war es mein kuss, der dich rasend machte.
ich war es, der bei dir saß,
adrienne,
ich, der mit dir die nacht durchwachte...

& so lege ich das buch zur seite, des nachts, während draußen andere hunde den gleichen mond anheulen; getriebene, wilde tiere. ich höre manchmal ihre krallen auf dem asphalt aufschlagen, dann, wenn sie rennen. mir ist so, als jagten sie etwas. (es könnten die ratten sein). eine nacht ist es, in der das glas der fenster im rahmen zittert. eine kalte, eine ewige nacht. ich, der ich die decke um mich gewickelt habe, stehe da, sehe mond & hunde, ich sehe das glas dort eingerahmt von holz, & denke: adrienne, wie war dein name?, & merke dabei nicht, wie absurd diese frage ist. ich habe immer gewusst, wie du heißt.

adrienne mesurat.

Dienstag, 25. August 2009

broken haunted hours

Eigentlich, sagst du. Eigentlich gibt es keinen Grund zur Sorge, und nippst aus deiner Espresso-Tasse einen abgemessenen Schluck. Deine linke Hand liegt auf dem Tisch, die Finger spielen mit den Seiten des Buches, - Die Krumen von eines Mannes Jahr, - und dein Gesicht ist ganz wie aus Stein gehauen.

Ein Schriftsteller hätte sich diese Szene nicht besser ausdenken können:

Die Passanten, die an unserem Tisch vorübergehn, - zuerst die schönen jungen Frauen, deren Stöckelschuhgetrappel die Tauben aufscheucht: Sie gehen und gehen, eingekleidet in namenlos Selbstgeschneidertem, h&misierte Kleider in schwarz und weiß, beige Strickjäckchen des Windes wegen, oder seidene Schals in rot, pastellfarbene Haarbänder und rote Perlenketten, - passend zum roten Lippenstift, - als einzige Accessoires; sie wühlen geschäftig in ihren Taschen, sie setzen sich ihre 70er-Sonnenbrillen zurecht, sie streifen sich Punkte und Striche ins Kleid und lachen über die Sonne; und schließlich die Männer, deren Blicke ernst sind und kühl, Drei-Tage-Bart-Kerle, deren bunte Turnschuhe viel zu gut zu ihren bunten T-Shirts passen; sie gehen selbstbewusst neben und zwischen den Frauen, sie gehn in Gruppen, mit ausschlagenden Schultern, die Hände in den Hosentaschen vergraben, sie gehen allein, - die Augen von tobenden Hunden, der Geruch des Meeres an Handgelenken und Schlüsselbeinen, aus Magazinen gestiegene Seelenlosigkeit, - die Passanten, ja, die gehen und gehen, unermüdlich, und mir gegenüber sitzt die Statue eines Mannes.

Ich fahre am Samstag, sage ich, vielleicht ein bisschen zu bitter, aber weil ich das schon tausend Mal so geprobt habe, ist es perfekt. Ich weiß nicht, wann ich wiederkomme, nach Berlin, mein ich. Du nickst, fährst mit den Fingern über den schwarzen Einband des Buches, schaust auf mit einem Blick von neuntausend Watt, und nickst. Es wäre unangemessen von dir, jetzt irgendetwas zu erwidern, nicht?, also spreche ich weiter, so wie ich es geübt habe: Ich weiß auch nicht, wie es weitergeht. Es ist alles unsicher, es ist alles fugenlos. Wie ich denke, wie ich schreibe, alles hat seine Zusammenhänge verloren; nicht erst seit gestern, nicht erst seit dem Schlaganfall meiner Mutter, nicht erst seit dem ich hier wohne; viel früher schon. So früh, dass ich den Zeitpunkt nicht mehr beziffern kann. Und wie sollte auch etwas zusammenhängen?, sieh dich um. Nichts hängt wirklich mehr zusammen. Alle verschwinden. Es gibt keine Grundlagen. Es gibt nichts, an dem man sich festhalten könnte. Du nippst an deinem Espresso, sagst: Hör auf zu jammern, und schiebst das Buch näher zu mir hin. Sonst nichts, nur das. Und es reicht völlig.

Später sitzen wir in meinem Zimmer. Die Vorhänge peitschen im Wind, der durch die Wohnung tost. Ich sitze im Streifen Sonne, auf dem Boden, direkt vor dem Fenster; barfuß, die Jeans hochgekrempelt, der Pullover ausgezogen. Du sitzt im Schatten, unweit von mir, der Hemdkragen offen, die Haare schwarz verwuschelt wie immer. Du fragst, wo du rauchen kannst. (Du weißt, dass ich Zigaretten nicht ausstehen kann). Ich bitte dich zu warten und hole den silbernen Aschenbecher aus dem Zimmer des Chaosmädchens. Du setzt dich auf den Fenstersims und rauchst.

Wie ist Hamburg?, frage ich.
Wie ist Berlin?, fragst du.
Es ist überall gleich, nicht?, sage ich.
Es ist nirgends gleich, sagst du.
Wir reden über die Räuber, da wirst du mitspielen; wir reden über mein Buchprojekt; wir meiden beide die unmittelbarste Zukunft. Wir meiden das Thema Liebe, weil ich von der Frau weiß, die dir das Herz gebrochen hat. Wir meiden das ganze letzte Jahr, wir reden nur vom Gegenwärtigsten, vom Jetzt-da-alles-andere-nicht-passiert-und-niemals-ist.

Warum kommst du eigentlich immer, wenn etwas zu Ende geht, Jimmy?, frage ich und nestle an den umgekrempelten Hosenbeinen.
Weil ich immer da bin, wenn etwas Neues beginnt, sagst du, und schnippst die Kippe zum Fenster raus.

Montag, 10. August 2009

Träum|ende|r, Pt.1

Ein Nashorn & ein Krokodil führten eine Schlacht am Ufer eines milchkaffeebraunen Flußes, an dessen Ufern die Vergangenheit ruhte & in die Gesichter der Träumer sah. Es war ein ungleicher Kampf zweier wütender Tiere, - keiner wusste, seit wie lange sie schon kämpften, keiner wusste, weswegen. Das Brüllen des einen übertönte das Zischen des andren; das Stampfen & Rumoren brachte die Kraniche in Aufruhr; die Wellen kamen durcheinander, das Schilf knisterte beunruhigt, schon seit Jahren. Immer wieder trieb das Krokodil das schnaufende Nashorn tiefer ins Gewässer, wo es in Schlick & Schlamm zu versinken drohte, aber dann, mit ein bisschen mehr Stampfen & Rumoren, kam es wieder frei & nahm das Krokodil auf sein Horn & warf es an Land.

So gingen die Jahre, so schwanden Epochen, & die Vergangenheit, die ruhte, vergaß allmählich die Gesichter der Träumer, denn die Träumer waren längst fort, zerflossen im Wasser, in Unordnung gebracht vom Kampf des Nashorns & des Krokodils.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Das Ende der Punkte

Ein Augenblick:

F****-Limo (Melone) zündet, - es ist der reinste, der künstlichste ChupaChups-Geschmack, schlechthin, versteht sich, aber er erweckt Kinder zum Leben, Erinnerungen an das eigene, das verschrobene, kleine, das Kind, das durch Wälder rannte, in Kanus fuhr, mit Kinderlachen Kinderträume pflügte, und so weiter, und außerdem wäre da natürlich noch das gute, alte Koffein, das ich durch meine Venen schleuse wie etwas Wichtiges, wie etwas für die Nacht Notwendiges, - es schließt kurz, das ist gut, das kann man brauchen, ich, vor allem. Ich, wie ich da sitze, mit der endlich erhellenden Schreibtischlampe, die so abscheulich hässlich ist, und die ich darum umso mehr liebe, - auch, weil ich mit ihr, solange sie durchhält, eine Geschichte von Trödel und Sommer verbinden werde, von Bier an der Spree und dem Verlust von Geld, das ich eigentlich wirklich zum Leben gebraucht hätte, wenn ich nicht so leichtsinnig gewesen wäre, - und umgeben von neuen, alten Büchern, gefundenen, geschenkten, geliehenen, mit denen ich lernen sollte, die ich genießen müsste, die ich zerfleddern will, mit meinen gierigen Gedanken, die sich nahtlos an das Vorherige anschließen. Briefpapier, beschriebenes und unbeschriebenes, liegt dazwischen. Das ist zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder ein schöner Moment, ein guter, ein glücklicher vielleicht, vor allem: ein bewusster. Ein Augenblick wie es sie entweder zu viele, oder zu wenige im Leben gibt, ein Schwindelblick, ein Aufblick, etwas ironisch vielleicht, weil ich ihn alleine erlebe, mit diesem Dämmer-Spotlight, mit dem Melonengeschmack auf den Lippen, und eigentlich ziemlich am Rande aller Bewusstheit; ich bin ein Schlafwandler, seit Tagen schon, wache mit dem ersten Licht auf, das sich durch Fenster und Vorhang stiehlt, - das ist um fünf Uhr fünfzwanzig, - und merke an der Unordnung, dass ich des nachts schon einmal da stand, da saß, da die Bücher trug, dort liegen ließ, dort ein Bild zwischen Fingern hielt, und so weiter, aber ich komme gut aus, damit, komme gut mit dem Schlafwandeln aus, denn es wird Sommer, verdammt, auch wenn der Wind ein kalter ist, und die Schatten zerren, besonders eben morgens, in der U-Bahn, und manchmal zwischen den Stunden, am Mittag, wenn ich im Hof sitze, die Seiten des momentanen Buches mit verkrampften Fingern aneinander drückend, weil sonst der Luftzug alles durcheinander bringt, - es wird Sommer, ich spüre es im Schwindel, dem ersten des Jahres.

Pausiere. Bernhard, nimm dir Zeit.

Es ist alles Quecksilber, die Tage, die Stunden, die einzelnen Augenblicke. Wie ich zum ersten Mal in meinem Leben mit einem richtigen Journalisten spreche, einszueins, der mit seinem blauen Kugelschreiber Striche durch die Wortreihen meines ersten Pressetextes zieht, - was ich halb entsetzt, halb froh beobachte, - wie ich mit Repräsentanten der Medien spreche, mit einem Mund, der wahllos spricht, - denkt der Verstand zuerst, der doch alles bewusst vertont, und setzt es später betont in Anführungszeichen, als gehörte es jemand anderem; wie ich durch Straßen haste, von einem jour fixé, von einem toten Tag zum nächsten, ein Rendezvous, alors, en fin de compte, und ein Besäufnis zwischendurch, und im Zug lächeln die Menschen weniger als um halb sechs an der Kasse im Kaisers, aber sei's drum, sei's gewesen, der Alltag ist ein Biest, dem Klang und Farben ausgehen, und der im Rausch wahllos aneinander reiht, was ihm zwischen die Finger kommt, - ein Brief, fünf Liter Wasser für 63 Cent, ein Ständchen aus dem Repertoire des Glatzeders, von der Chefin gesungen, und feine, namenlose Schokolade, die ich mit Ringfinger und kleinem Finger fange, bumm, bumm, geh weiter, geh, dreh dich nicht um, die Gedanken könnten dich kriegen, nicht?, den Beschreibungen könnte die Luft ausgehen, dabei ist da so vieles, so viel Kleines, - ein Mann mit Notenblättern in der S-Bahn, und eine dicke Frau mit goldner Brosche, sieh, wie sie leben, mit ihren Blicken, ihren Kolibriherzen, ihren Wünschen vom bessren Leben, und der Antiquar, der seine Brille auf der Nasenspitze trägt und sagt, er habe das Buch, das ich suche, ich solle am Dienstag wiederkommen, und, und, und, niemals Ruhe, niemals nur ein Augenblick, ihrer sind viele, beschriebene, unbeschriebene, meist namenlose, Stationen in einem Chaos, in einem Widerhall unbenutzter Türen: Die Fahrstühle, und deren Gespräche, ein junger Mann, der am Tisch sitzt und liest, die Praktikantin mit dem französischen Akzent, und die andre, mit der ich lachen kann, Bellona, deren Gang die Ängste schreckt, und das allwissende Auge, das sich nicht unterm Lid verbirgt, das nicht zur Ruhe kommt, - mein Auge, mein Auge!, das im Morgenblick die Sonne frisst, und Straßenbelag, und Schienenstrang, und Ampellicht, und einfach gar nichts übrig lässt.

Der Augenblick, der eine, der bewusste, der glückliche, er bedeutet vielleicht Wahnsinn, vielleicht auch Einsicht. In jedem Fall ist er unkontrollierbar. Er kommt, wie er kommt, und kennt keinen Punkt. Die Zeit der Punkte ist vorbei. Auch wenn es heißt, dass es schwerer wird. Alles. Auch das Verständnis.

Montag, 1. Dezember 2008

Pfefferkuchenträume

Ich bin besinnungslos.

Zwei Uhr morgens am Hermannplatz: Alles, was von der Nacht geblieben ist, ist der Suff. Ein bisschen kratzt der Hals, die Augen brennen auch, und weil die Beine sich so bewegen als könnten sie ihrer eigenen Wege gehen, torkelt der Rest des Körpers träge hinter her. Vorsicht!, Eis auf den Brücken, - ein Wagen hupt drüben bei der Ampel, - der Bus, gelb und mit flammenden Lichtern, schiebt sich über glitschig-feuchte Straßen. We could start a war, hämmert die Seele, und der Mund erzählt, was die Lippen gar nicht schmecken: Ist das Geld, was da in der Hosentasche klimpert? Noch ein Bier, Amigo, nur noch eins, und die Ferne riecht nach Wolkenbruch.

Das ist längst Vergangenheit, realisier das.

Ich bin in diesem gelben Bus. Der Kopf sitzt stolz und gerade auf dem Hals, - selbst die Wunde an der Nase wird zur Schau getragen als adelte sie das ganze Gesicht, - und die Augen, sieh dir einer diese Augen an! (Das tut keiner, ist nur rhetorisch). Sie sind blau bis grau bis silbrig hell und zwischendurch blinzeln sie müde. Trotzdem. Raussehen:

Draußen steht ein Mann mit Hut und telephoniert, oder zumindest sieht es danach aus; in Wirklichkeit hat er kein Geld dafür und die Leitung ist tot, aber er versucht es trotzdem. Vielleicht, weil wieder Schnee fällt und der Schnee, seien wir ehrlich, lässt uns alle auf etwas hoffen.

Ich kurve an ihm vorbei, versuche mit dem Kopfnicken Erkennen zu signalisieren, aber das rote Ampelmännchenlicht trennt mein Gesicht von seinem, und so ist es dann. Auch okay. Man sieht sich ja spätestens in neun Stunden wieder. Schlüsselumdrehen, Tasche auf dem Boden, Keksfinger greifen nach Mandarinenschalen, Lachen von links, und dazu Gedanken wie Donnergrollen: Taschenspielertricks für Vogelfreie. Pfefferkuchenträume kleiner Kinder. Es ist eine Vergangenheit, die so riecht, als könnte sie längst wieder zur Gegenwart werden. Nicht denken, sehen:

Lichtpunkte, - neonrot, blassblau, ein mildes Gelb, - tanzen mir über Hände und Arme und schmelzen dann im Sirenengewirr der Krankenwägen zusammen. Draußen wird immer noch gestorben, glatt vergessen. Leben!, leben. Ein paar Meter weiter ergießt sich die Dunkelheit still zwischen die Häuserschluchten, in denen der Wind heult, als treibe er streunende Hunde zusammen.

Sieh lieber rein: Eine junge Frau mit schwarzen Locken, sie steht mir gegenüber, schnappt ein bisschen von meiner Musik auf und lächelt verlegen, - weil man ja so dicht beieinander ist, ohne sich zu kennen?, weil ich heute Nacht ein Leuchtturm bin, dessen Licht kreiselnd sich um fremdes Leben dreht?, weil ich nach Suff und Sex stinke?, weil irgendetwas Irres in meinen Augen blitzt? Ich lächle schief zurück. Das ist es. Denke ich: Ein Moment so lang wie hundert Jahre.

Montag, 27. Oktober 2008

Über Hass und Ekel

Es sind die kleinen Dinge, die uns das Herz verfinstern; es sind die Lügen, die es uns verderben. Wie faules Fleisch pumpt dann der Muskel kaltes Blut durch unsre Adern, - glitzernd, funkelnd knackt es mit jedem Atemzug wie Eis, und sticht und ritzt, und zerschneidet schließlich ganz die Lungen bis das, was Blut war, die Organe netzt, sie ertränkt bis nichts mehr übrig bleibt als zähes Gift.

Schmale Augen mustern Kleidung, Nase, Ohr, Haar und Lippen, und Ekel richtet steil die Härchen auf, wenn man an den Blick des Andern denkt. Niemals, niemals, was war schon Liebe?, was war schon Freundschaft wert? Ein Gang um Ecken wird zum Tanz, den man mit bleiernen Kugeln an den Füßen tanzt, und vorsichtig, langsam fast schleicht sich die Bitterkeit um Mund und Lider, und tarnt kaum mehr die Wut, die in Tiefen sich mit Komplimenten schmückt: Ach wie schön, ach wie allerliebst, sagt man, und denkt: Vergehe! Doch nichts vergeht. Alles bleibt so wie es ist. Tagein, tagaus das Spiel mit Masken, schönen Bällen! Man herzt und streichelt spröde Haut und entflieht in Gedanken zwischen Eis und Wüstensand. Das Blut erstarrt. In der Stille frisst der Hass.

Beruhige dich, rufen die guten Freunde, sei sachlich! Ganz am Rande stehen sie, und geben guten Rat, vielleicht weil sie dort am Rande stehen, und nicht hier, im Tumulte sind. Es ist ohnehin vergebens. Es ist nicht wichtig, was sie von dort rufen. Man hört es nicht. Man ist nicht mehr sachlich, man will es nicht mehr sein. Sachlichkeit erlangt man nur durch die Aufgabe der eigenen Perspektive um den Preis von vielen: Nur ein Mensch, der vieles sieht, kann versuchen, das Alles zu verstehen. Jetzt ist das anders, es funktioniert so nicht. Denn das Gefühl ist da, und es lässt sich nicht mit Worten zähmen, - im Gegenteil. Mit jedem Satz reißt es Splitter unter Haut und Nagel, treibt spitze Eisenspäne in die Stirn.
Tobe!, heißt es. Tobe!, und mit großem Pathos knallen plötzlich Türen, und malmende Zähne halten die Beleidigungen nicht zurück. Es bricht die Klinge, es bricht der Federkiel. Erst jetzt kommt Leben in die Sache: Das Gift, das Blut war, wirft schwarze Blasen, in Verderben platzt es auf, in Niedertracht, Mordlust!, und ein Geschrei setzt ein, wie aus der Ferne: Feuer!

Feuer? Hat man denn süßer je das Unheil schreien hören?

Ekel sättigt nicht, fürwahr, und auch der Hass gebiert nichts aus sich selbst heraus. Und doch: Was für ein Spektakel, welche Wonne doch die Rache birgt! Salz in offne Wunden, die Träne rührt sich durch die Asche, die man ins fremde Auge streut. Ja, es ist ein Feuer dort entbrannt, wo einst faules Fleisch sich zum Takt von kaltem Eisen sich verzog, und fräst und frisst und brennt hinein die Unversöhnlichkeit der Seele, die nicht vergeben kann, und nicht vergessen. Niemals, verschmähte Liebe!, zerbrochne Freundschaft!, vergehe!

Bis nichts mehr bleibt, bis alles fort ist, und genommen. Alles was blieb von Schönheit, von Traum und Ideal, - das Herz, von kleinen Dingen schwarz gemacht, lässt nichts mehr da; es schlingt und schlingt, gebrochen wie es ist, und heilt nicht, heilt nicht nimmer mehr. Für was auch sollte es denn heilen? Alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Nichts sonst, nichts sonst als Ekel, Hass und Arroganz.

Genug, es war dies eine Mal zu viel.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Jetzt.

Er erinnert sich, wie die Sonne sein kann. Jetzt. Und nur jetzt. Vielleicht, weil es jetzt bewölkt ist und regnet. Vielleicht auch einfach so. Er sitzt beim geöffneten Fenster und hört das feuchte Rauschen der Autoreifen; er sagt sich: Ich darf mich nicht darüber wundern, dass ich durstig bin, wenn ich das Salz von den Tellern lecke. Denn genau das hat er getan. Und er wundert sich wirklich nicht. Seine Finger tanzen ihm über die Lider, dann sieht er raus.

Das Haus auf der anderen Straßenseite ist braun. Nur braun, sonst nichts. Keine Fenster, keine Türen; es gibt keine Anzeichen dafür, dass darin noch andere Menschen wohnen könnten, keine Anzeichen, dass dies überhaupt ein Haus ist, und nicht viel mehr eine braune Kulisse. Davor stehen schiefe Bäume, Autos in grau schwarz rot. Das ist alles. Kein echtes Leben, - auch nicht auf dem Gehweg vor der braunen Kulisse. Nur wenn man ein Stückchen weitergeht, wippend auf dem Bordstein und noch ein Schritt weiter, dann steht man mitten auf der Straße, dann bricht der Verkehr über einen herein, dann stirbt man. Leben heißt Bewegung, Bewegung heißt Sterben. Die übliche Ironie.

Er sieht ungern raus, - weil er die Straße nicht mag, - daher hat er sich weiße Vorhänge aus Leinen vor die Fenster gehängt. Nur heute, heute ist eine Ausnahme. Dabei erwartet er niemanden, und hofft auf nichts. Auf kein Ereignis, keine wirklichere Wirklichkeit als die, die er erfasst, oder zu erfassen glaubt, keine Entwicklung. Er sitzt einfach nur da und atmet die Luft aus, die ihm der Wind in den Mund und in die Lungen drückt, und lauscht dem feuchten Rauschen der Reifen. Jetzt blinzelt er. Jetzt denkt er an die Liebe des vergangenen Jahres. Jetzt zählt er die grauen Autos. Jetzt die schwarzen. Jetzt schließlich die roten. Könnte das denn alles wirklich existieren? Außerhalb seiner Augen? Könnte das alles wirklich geschehen? Ein eigentlich belangloser Moment, ein alltäglicher Augenblick, - nicht mal ein Gefühl, oder ein Gedanke geht ihm durch Körper und Kopf, - aber so voller Gegenwart? Könnte es tatsächlich das Jetzt sein, in dem die Menschen immer leben wollen, - das Jetzt, ein langweiliges, eintöniges, unromantisches Jetzt, das so voller gestauter Möglichkeiten war? Und falls ja: Hatte er so einen Augenblick in der Vergangenheit je so bewusst erlebt? Und: Würde er ihn je wieder erleben?

Er überlegt eine Weile.

Dann springt er aus dem Fenster.

Dienstag, 1. Juli 2008

run for cover - Eine Auseinandersetzung

1.
Finger zerknautschen mir im Traum das Gesicht, Haare in den Augen, der linke Schneidezahn tut weh. Das ist der ganze körperliche Zustand.

2.
Die Waschmaschine röhrt so, wie ich mir Müllpressenröhren vorstelle, die Boxen für den iPod sind am Arsch und auch die Kopfhörer, - Ausnahmefehler bei Berührung.

Lächeln und still.

Ich höre einen schrillen Ton in meinem Kopf, einen permanenten Alarm, der mich rennen macht, - dabei renne ich nicht. (Selbstbetrug, der). Ich lote das Reißen und Ziehen in dem aus, was man Eingeweide nennt, und von dem ich immer dachte, es könne den Himmel beherbergen. Dabei ist der Himmel in einem selbst viel zu weit weg, um berührt zu werden. Ist das Unendlichkeit?

Ich betäube mich (mein Bewusstsein!) in Tabletten und Alkohol, und suche Ventile für meine Unruhe, für meine stetige Unruhe, die mich nachts aus dem Bett rollen lässt, finde aber nur Ablenkung. Also lese ich, trinke Seifenwasser in der Hoffnung, mich damit zu reinigen, zu desinfizieren, - aber nichts wird sauber, nichts wird wirklich klar. (Wind, Wispern). Nur in der Musik öffnet sich der Kopf für eine Weile, und das Gehirn, die träge Masse an Verstand und Sinn, entkommt. Federfliegendleicht.

Don't reach too far
You will fall over
Don't be surprised what you discover
Don't fear your call
Can't pull us under
You better watch out, run for cover


Also jage ich Motten mit Taschentüchern und zerquetsche ihre zappelnden Leiber zu Staub, - es bleibt als dunkle graue Spur an den weißen Wänden zurück. Ich kratze mir die Kopfhaut und finde unter meinen Fingernägeln ausgerissene Haare. Briefpapier unter meinen Füßen. Nirgends ist Herzschlag, überall ist Herzrhythmusstörung. Ist das das letzte Symptom meines bibolaren Lebens? Teil der manischen Depression? [Analyse? Läuft].

Auf der Straße vor dem Haus ist ein schier unermüdlicher Verkehr. Immer mehr Menschen drängen sich dicht an dicht am Rand, gegen die Fassaden, und auf der Straße selbst dröhnen die Lastwagen, die Autos, die Mopeds. (Run for cover). So viele schöne Menschen.


Ich kenne keine Grenzen; es gibt keinen Abschluss mehr nach außen hin. Ich werde Welt. Ich bin Umgebungsgeräusch, und Lichteinfall. Auflösung, Demontage, Abpfiff.


# Schneide Bananen in mein Müsli.
# # Kaue dann zähneknirschend. Kein Selbstmitleid.


Im Spiegel lacht mein Mund mich aus, und die Augen bleiben klirrend. Unterkühlt, aber mit rotem Rand, - als könnten sie brennen. In mir steht die Welt in Flammen. Aber ich bleibe Fleisch. Fleisch, das sich nur von Pflanzen unterscheidet, in dem es sich bewegt. Ich bin bewegliches Fleisch. (iss mich, und du bewegst dich mit).


In Zukunft gebe ich den Abriss meines Denkens frei.

Freitag, 27. Juni 2008

the liar (& the whore)

Nichts ist bloß Zustand. Oder Anamnese.
Es ist nicht genug, das Reden; es füllt die Schlaglöcher nicht.
(Es bewegt sich, und ich stehe still).

Innerhalb nur weniger Stunden analysiere ich mich [bis zur Unkenntlichkeit] und werde analysiert, und alles, was ich denke ist: Das ist es nicht.

..l e t....f l e s h....r e t i r e..

Und in meinen Träumen: ein Kuss, eine offene Handfläche, ein zerknitterter Zettel, und das Gebet an das Meer. Sehnsucht? Ja, eingeatmet als Staub und Wolken zwischen den Ampeln. Und die Wirklichkeit?

Ich sitze in Shorts am Fenster,
lege meine Beine auf den Sims,
und strecke die Füße hinaus.
Die Welt kennt keine Zeit.

Ich durchquere die stille Hitze der Welt in zu warmen Klamotten, und wundere mich über die Anderen, die mich nur im Vorübergehen mit Blicken erwischen, - niemals nicht mit Worten, nur mit vielsagenden Blicken, die mich manchmal treffen, und manchmal eben nicht. Es gibt keine Traurigkeit. Hier nicht, nein. Nicht hier. Niemals nie hier. In mir. (Sie gibt es überall sonst).

Wegen dem Kuss und der Berührung werde ich gefragt, was ich empfunden hätte, ob ich unsicher gewesen wäre, ob ich nicht in Wahrheit jetzt ganz anders darüber dächte, und ich sage: Woher nur die Liebe? Sie hängt nicht an Körpern, sie baumelt an seidenen Fäden. Und das ist der Gedanke. Das ist der Preis.

Nimmermehr Liebe, höre ich dann.
Nimmermehr?

Die Photos an der Wand erinnern mich an die Leichtigkeit meines Herzens, oder an diese bestimmte Zeit im letzten Jahr, als ich nackt zwischen zwei verschwitzten Körpern lag, eingehüllt in umbrafarbene Schatten und von weißen Sonnenflecken bedeckt, ganz und gar: Unglück, - Sumpf unter Menschen, - aber: Gedankenlosigkeit.

Und wo ist das heute hin, dieses Sich-keine-Sorgen-Machen? Die Photos bleiben zweidimensional an den Wänden hängen: Sie sieht ernst in die Kamera, eine ihrer schwarzen Locken zwischen Daumen und Zeigefinger zwirbelnd, und er? Er hält sich mit einer Hand an der Dachrinne fest, während sein Gesicht halb und halb in Licht und Schatten liegt; er ist schon zu diesem Zeitpunkt viel zu dünn, das kann man sehen. Ich will nicht mehr zurück, nein, ich bin glücklich, --
glücklich?
purest happiness?,
bin von der Stadt befriedigt, und ausgefüllt, bin ganz und gar selbst Häuser und Straßen, Großstadttosen, - Skylla und Charybdis in salzlosen Fluten, - und das Wehen der Flaggen an hohen schmutzigen Wänden, das Klatschen und Raunen und der Lärm als Detonationen, und kleine eilige Frauen in klackernden Schuhen, und bunte Früchte, die die Treppen runter zu den U-Bahn-Stationen rollen, und Kinderlachen, ewig kreiselnd um Ecken herum, und vorwärts vorwärts vorwärts, niemals: die Stille,
niemals das Schweigen,
-- glücklich! Und niemals nie zurück, nein: nimmermehr! Doch die Gedankenlosigkeit?, - sie jetzt um jeden Preis besitzen? Warum nicht? Stattdessen schabe ich mir mit dem Daumennagel den Dreck unter den Fingernägeln hervor und trinke mein Bier in zu eiligen Schlucken. Ich will nicht mehr denken müssen, denke ich.

Mit der Hand über das Gesicht,
das Gesicht in der Hand.



Hütchenspieler: Wo ist das Herz es hin?

Montag, 21. April 2008

Interlude: das Kreisen

Die Wahrheit ist eine ganz andere: Mein Gesicht wird diffus, sagt man, und das Chatfenster meines Kopfes schließt sich nicht, egal wie oft man auf das X auch klickt, ...

Nein, es geht nicht voran, ich stecke in einer Vorstellung fest, in einem Auflachen, in einem Gedanken. Ich bin hiermit unzufrieden, und ich entwickle mich nicht weiter. (Auch mit diesem Blog nicht). Das ist die Wahrheit. Deshalb suche ich nach einem neuen Namen, - nach etwas, das mich besser beschreibt, etwas, mit dem ich alles besser verwirklichen kann, aber ich verheddere mich nur in Übersetzungsprogrammen oder in Identitätskopien, Lord Byron 2.0. sozusagen. Das ist nicht das, was ich denke. Das alles trifft überhaupt nicht den Kern.
Ich lese manchmal meine Worte, und frage mich dann, wer der Kerl ist, der da schreibt. Alles pathetisches minderwertiges Zeugs, alles nicht weiter wichtig. Dann denke ich, dass ich nicht schreiben kann, dass ich keine Talente habe, dass ich keine Grundlage für dieses Leben besitze, und auch keinen Zweck.

Ich versuche mich an einer Geschichte, die ich nicht beende, die ich anfange, und abbreche, weil ich andere Bücher lese, die mir vorwurfslos Splitter in die Hirnwindungen rammen. Du schaffst es nicht, niemals, nie. (Sagen die Philosophen). Immer vergleiche ich, vergleiche vergleichsweise Vergleiche, und trage doch nur den Schaden davon. Ich würde so gerne etwas schaffen, bin aber zu unfähig, es zu verwirklichen. Das ist die Wahrheit. Ich erreiche in meiner absoluten Freiheit nichts anderes als die Kurznachrichten an das absolute Scheitern, als diese hastigen Notizen, die belanglos verschwinden, weil sie nichts besagen, - nichts als den geisten Verfall. Oh, was für eine Kunst!
Manisch hysterisch lache ich schließlich mit aufreibenden Händen an Stirn und Nacken, und mein Gesicht wird diffus, sagt man, und ich löse mich ganz plötzlich auf. I'm stuck in a rut, baby. Mitten in dieser großartigen Stadt lebe ich eine andere Art der Krise aus, die völlig unabhängig von meinem Leben funktioniert, denn mein Leben ist das, was außerhalb geschieht, in einer Welt der Atome, die man nicht sieht, - ich echolote mein eigenes Leben in der Erinnerung sterbenskranker Glühwürmchen, fresse Monde für die Abstraktion eines Kusses, denke zurück, wie es war, als alles wahr war, und nichts davon betrifft mich, denn ich bin der nette Mann an der Kasse, der sein Kleingeld raussortiert, und der es dann doch nicht passend hat, bin der, der DER sagt, und sich selbst meint, und trotzdem, und trotzdem, -- ein Anfall in einem Wispern, zwischen den Gleisen, frischt auf in der Nacht, um die Sterne zu jagen, und so kreist die Welt in einem einzelnen Atemzug zu Notizzetteln zersprengt, an Wänden kleben sie, und schreien mich an, und nichts geschieht. Das ist Wahnsinn.

Dabei. Bin ich glücklich? Ja, deshalb optimiert sich alles um seiner selbst willen, und die Unzucht treibt mit mir ein neues Spiel, - es nennt sich Selbstbefriedigung, und geschieht in jedem Spiegelbildblick. Sind das da meine Haare? Sag auf Wiedersehen, Herz, nein, ja, alles nur eine Wiederholung, ein Echo der Vergangenheit. (Bewältige mich!)

Wenn ich so bin, wie ich jetzt bin, dann fängt etwas in mir Feuer. Die, die mich nicht kennen, weder mein Gesicht, noch meine Anfälle, die wissen nicht, was mit mir geschieht. Die lächeln, und verdrehen die Köpfe, weil sie glauben, ich wolle nur herausragen, aus der Menge, wolle besonders sein, dabei ist es mir noch nie darum gegangen. Ich habe den Tod geschmeckt. Was bedeutet mir Ruhm, was Berühmtheit? Wenn sie meine Augen sehen könnten, würden sie erschrecken, denke ich. (Das habe ich zu oft in meinem Leben gehört). Ein Sonnenstrahl in meinem Gehirn entsendet neue Impulse für diese Erde unter meinen Fingernägeln. Das klingt platt, und ist es auch. Ein letztes Mal. So, wie es aus der Laune heraus geschieht, geschieht es nicht, - weil man etwas besseres sein will, - dafür bin ich zu arrogant, zu verrückt, um verrückt zu sein; die Erkenntnis meines Wahnsinns sabotiert mich, und wärmt mich zur selben Zeit. Denn das ist alles nur aus einer Laune heraus.


Während mein Gesicht diffus geworden ist, ...
Während ein neues Lied alles in Schwingungen versetzt, ...

something old, something new, something borrowed, something blue.


(Vielleicht ist das Panama).


Ich muss alles neu machen, zwanghaft neu machen, verändern, re-kapitulieren. [Eigentlich bin ich nicht da, das wissen die wenigsten, und nur die Erinnerungen erscheinen regelmäßig um 13 Uhr am Mittag]. Also warte ich weiter ab, bis endlich alles online ist, und ich von vorne anfangen kann. Vielleicht brauche ich nur eine Pause, wie ich immer eine Pause gebraucht habe. Eine Auszeit vom Hier-Sein. Ein Knopf, ein Schalter, und plötzlich schläft Trevor Reznik. Eine Brise und ein Hauch, und Kirillow bleibt am Leben. So einfach ist das, mit dem Wunderland meiner expandierenden Ohnmachtsanfälle.

Ich brauche Laudanum für meine trockenen Lippen.