11.
Manchmal ist es das Gefühl, verlogen verloren zu sein, - immer dann, wenn ein Junge (mit Hut) ein Mädchen (ohne Hut) auf den Mund küsst.
Ich schabe mir dann mit den Fingern über die Augen, weil es sich dabei besser denken lässt, - denke ich, - und denke doch nur Schaumstoffwatte, eingehüllt in heiße Luft.
12.
Manchmal ist mir, als lebten wir zu schnell. (Alles ein Wimpernschlag in der Zeit). Ich sitze schließlich immer auf Brücken, und lecke den Rost von ihren Geländern, stolpere über den aufgesprengten Asphalt zu meinen Füßen, unter dem die ersten Löwen zahnen, - nichts als aufgerissene Mäuler nagender Zeiten, - und taumele dann als Gerippe in mein eigenes Grab. [Xibalba ist nicht nur ein Traum].
13.
Manchmal bin ich verliebt, ohne zu wissen, wie sich die Liebe eigentlich anfühlen soll darf muss, und verliere dabei völlig die Geduld.
14.
Manchmal schmecken meine Küsse nach kaltem klaren Wasser, und manchmal nach Bier, - in den seltensten Fällen schmecken sie so, wie sie schmecken sollten: und zwar nach dir.
14.
Machmal wiederhole ich mich ohne zu wissen, ob mich nach dem zweiten Mal mehr Menschen verstehen. (Und lache dann, wenn sie es nicht tun).
15.
Manchmal träume ich davon, ein Kind zu haben, das ich James nenne, - ein unglaublich schlauer Junge, viel begabter als ich, und auch viel attraktiver; ich sehe mich mit ihm Fußball spielen, Drachen steigen, Hand in Hand bis zur Schule, und später über Frauen sprechen,- und sobald ich aufwache, erschrecke ich mich (halb zu Tode).
16.
Manchmal lache ich im Schlaf.
17.
Manchmal bin ich die Windmühle, an der Don Quixote seine Lanze zerbricht, bin Moby Dick, der Ahabs Bein verschlingt, bin Meursaults Pistole und Blaine, der Mono, der in seinem Wahnsinn durch das wüste Land rast; manchmal bin ich der Jabberwocky, der nicht sterben will, bin das Arsen auf Emma Bovarys Lippen, - und die Asche all der verbrannten Bücher.
18.
Manchmal spiele ich mich auf, weil ich das Spielen nicht verlernen will, und huste, um nicht an meinem eigenen Atem zu ersticken.
19.
Manchmal stelle ich mir vor, dieses Leben noch mal unter anderen Voraussetzungen zu leben, und ich spüre (auch!), dass ich meine Brille nicht bei Fielmann kaufen würde.
20.
Manchmal bin ich Savonarola, und prophezeie schreckliche Dinge, die eintreffen, ohne dass ich mich später an sie erinnern könnte.