shortcuts to my brain

Freitag, 15. August 2008

Fünf Wahrheiten, episodisch

1.
Wenn ich esse, dann benutze ich niemals das Messer; ich bin ein Virtuose der Gabeln.

2.
Ich erschrecke mich nie in Horrorfilmen über die eigentlichen Schreckmomente, - ich erschrecke über das Erschrecken meiner Mitmenschen.

3.
Ich masturbiere selten unter der Dusche, und wenn, dann nur aus Verzweiflung.

4.
Mein erster Kuss schmeckte tatsächlich nach Kirschen; es war ein künstlicher, chemischer Geschmack. (Sie kaute den Kaugummi ziemlich gleichgültig).

5.
Ich traue Katzen nicht; sie haben etwas in ihrem Blick, das mich schaudern macht.

Freitag, 8. August 2008

Antimaterie

# Die Korrekturen zum Strich(er)leben haben gestern begonnen. (Seite 43, Fehler: 7). Ich denke pneumatisch dabei, & auch ein bisschen überreizt. Am Ende des Monats muss es endlich fertig werden; ich will mit Obsessio (WT) anfangen.

# Mein Herz macht mir Kummer. Im Schlaf träume ich von den Verflossenen, generell: Cardiomanie ist der Wahnsinn des Herzens, - vielleicht sollte ich aufhören, Sandelholz auf meinen Lippen zu schmecken. Stattdessen zergehen Gewitterworte auf meiner Zunge wie Packeis: Dies sind die verpassten Chancen. (har).

# Ich bin ein Raubvogel, der sich in fremden Leben einnistet, um ihnen die größten Stücke aus dem Leib zu reißen. Dabei: Ein Käfig für meine Augen, & nicht die Wolken.

# Berechnungen ergeben: 1 kg Antimaterie hat ein Energieäquivalent von 9 x 1016 Joule; zusammen mit 1 kg Materie entspricht dies 50 Milliarden kWh.

Dienstag, 1. Juli 2008

...

Kunst ist Kampf.









(und man selbst ist ... )

Montag, 26. Mai 2008

Interlude. (002)

11.
Manchmal ist es das Gefühl, verlogen verloren zu sein, - immer dann, wenn ein Junge (mit Hut) ein Mädchen (ohne Hut) auf den Mund küsst.
Ich schabe mir dann mit den Fingern über die Augen, weil es sich dabei besser denken lässt, - denke ich, - und denke doch nur Schaumstoffwatte, eingehüllt in heiße Luft.


12.
Manchmal ist mir, als lebten wir zu schnell. (Alles ein Wimpernschlag in der Zeit). Ich sitze schließlich immer auf Brücken, und lecke den Rost von ihren Geländern, stolpere über den aufgesprengten Asphalt zu meinen Füßen, unter dem die ersten Löwen zahnen, - nichts als aufgerissene Mäuler nagender Zeiten, - und taumele dann als Gerippe in mein eigenes Grab. [Xibalba ist nicht nur ein Traum].


13.
Manchmal bin ich verliebt, ohne zu wissen, wie sich die Liebe eigentlich anfühlen soll darf muss, und verliere dabei völlig die Geduld.


14.
Manchmal schmecken meine Küsse nach kaltem klaren Wasser, und manchmal nach Bier, - in den seltensten Fällen schmecken sie so, wie sie schmecken sollten: und zwar nach dir.


14.
Machmal wiederhole ich mich ohne zu wissen, ob mich nach dem zweiten Mal mehr Menschen verstehen. (Und lache dann, wenn sie es nicht tun).


15.
Manchmal träume ich davon, ein Kind zu haben, das ich James nenne, - ein unglaublich schlauer Junge, viel begabter als ich, und auch viel attraktiver; ich sehe mich mit ihm Fußball spielen, Drachen steigen, Hand in Hand bis zur Schule, und später über Frauen sprechen,- und sobald ich aufwache, erschrecke ich mich (halb zu Tode).


16.
Manchmal lache ich im Schlaf.


17.
Manchmal bin ich die Windmühle, an der Don Quixote seine Lanze zerbricht, bin Moby Dick, der Ahabs Bein verschlingt, bin Meursaults Pistole und Blaine, der Mono, der in seinem Wahnsinn durch das wüste Land rast; manchmal bin ich der Jabberwocky, der nicht sterben will, bin das Arsen auf Emma Bovarys Lippen, - und die Asche all der verbrannten Bücher.


18.
Manchmal spiele ich mich auf, weil ich das Spielen nicht verlernen will, und huste, um nicht an meinem eigenen Atem zu ersticken.


19.
Manchmal stelle ich mir vor, dieses Leben noch mal unter anderen Voraussetzungen zu leben, und ich spüre (auch!), dass ich meine Brille nicht bei Fielmann kaufen würde.


20.
Manchmal bin ich Savonarola, und prophezeie schreckliche Dinge, die eintreffen, ohne dass ich mich später an sie erinnern könnte.

Mittwoch, 23. April 2008

Interlude. (001)

1.
Manchmal denke ich darüber nach, wie es im Alter werden wird, - wenn die Beine nicht mehr so einfach die Schwerkraft überwinden, wenn die Haut Falten hat, und keine Elastizität, wenn all die Menschen tot sind, die ich geliebt habe, und der Tod nur eine weitere Nummer auf der Liste. (Grabreden. Glockengeläut. Blumen). Ich frage mich dann: Sind 21 Gramm in einem Seufzen vertan? Oder reicht ein Gedanke, - ein einziger nur, - damit dem Tod kein Reich mehr bleibt?


2.
Manchmal sitze ich auf Friedhöfen und lese Dostojewskij.


3.
Manchmal verliebe ich mich in eine Welt, die nicht meine ist. Eine abstrakte Welt. Eine subversive Welt. Eine substrakte Welt, voller verspäteter Rückschlüsse. Darin gleichen sich Tag und Nacht, und ich selbst bleibe verschieden. Wie ein Blick in ein leeres Zimmer. (Ich bin Princips rechte Hand).


4.
Manchmal verbrenne ich armenisches Papier; es vertreibt den Geruch bitterer Mandeln, der meine Liebe ist.


7.
Manchmal verzähle ich mich absichtlich.


5.
Manchmal beobachte ich Menschen beim Reden, damit ich das Gefühl fürs Sprechen nicht verliere. Ich mache es heimlich, und beiläufig, und träume im Nachhinen oft, ich hätte doch etwas gesagt.


6.
Manchmal habe ich schreckliche Angst, und verliere mich in mir selbst, - Stunden, Tage, Wochen, - nur weil ich nach etwas suche, was ich schon längst habe.


7.
Manchmal ist es zwei Uhr morgens, und ich wünschte, ich hätte jemanden zum Reden.


8.
Manchmal stehe ich am Meer, und erkenne, was es bedeutet, aus dem Meer zu kommen. Dann zähle ich Wellen, die meine Füße küssen, und hinweg wischen, und atme Salz, das sich in meinen Lungen absetzt, damit ich es immer in mir trage, - und bin glücklich.


9.
Manchmal schneidet ein Lächeln meinen Blick entzwei wie eine Rasierklinge, und ich lächle zurück. Zahm, zaghaft, zögerlich, zeige kaum Zähne, lächle nur mit meinen Lippen das Lächeln gedankenloser Liebe, - und möchte doch nur küssen.


10.

Donnerstag, 17. Januar 2008

1.0 oder: Makel und Perfektion.

Erkennen, dass Perfektion nichts als ein Fehler ist, ein Makel, eine Unzulänglichkeit; etwas, das nur von der richtigen Perspektive abhängt, von Millimetern zwischen Augen und Nase, - einer Interpretation der genetischen Willkür.

Und sich stattdessen in echte Makel verlieben.
[Makel, von denen man glaubte, sie würden einen so furchtbar entstellen].






Hier:
Ein Muttermal, am rechten Auge, am Kinn, an der rechten Ferse. Eine Narbe, an der Stirn, an der rechten Augenbraue, am linken Oberschenkel, im Nacken, am Schlüsselbein. Ein fehlendes Stück Zahn. Ein abgebrochener Fingernagel. Eine Pigmentstörung, am rechten Unterarm.


1984 vs. me
Auszüge
Avalons Erben
Bahnbegegnungen
Cardiomania
Chaos, Unverstand und Wahnsinn
Cine-Mania
der ewige Kampf
Die Lieder der Väter
egotrip
fort-laufend
la tristesse
missed
Opium2Go
out of mind | b-sides
Parallelwelt: Strich(er)leben
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